Eine einfache Antwort
Reversibles Haus aus Holz reagiert durchdacht auf Topografie und Klimaveränderung
Im Dahner Felsenland, eingebettet in die bewaldete Landschaft des Pfälzerwaldes, liegt das kleine Dorf Erlenbach. An einem steilen Südhang, mit freiem Blick auf die markante Silhouette der Burg Berwartstein, reagiert ein Wohnhaus sensibel auf seine Umgebung – sowohl topografisch als auch konstruktiv: ein stilles, aber präzises Statement gegen zunehmende Flächenversiegelung und die Folgen extremer Wetterereignisse.
Statt sich dem Gelände anzupassen, erhebt sich der Baukörper aus Holz auf einer filigranen Holzstruktur über dem Hang. Das Haus scheint den Hang eher zu berühren als ihn zu besetzen. Die Konstruktion aus heimischer Douglasie bleibt dabei stets ablesbar. Diagonale Verstrebungen und klar gefügte Stützen zeichnen ein strukturelles Raster, das zugleich Tragwerk und architektonischer Ausdruck ist. Dahinter liegt, leicht zurückgesetzt, die eigentliche Gebäudehülle – wie ein geschütztes Inneres, das von der äußeren Struktur umfangen wird. Die bewusst gewählten Spannweiten erlaubten eine vollständige Umsetzung in Vollholz, ohne industriell gefertigte Elemente. Im Inneren organisiert sich das Haus um einen zentralen Gemeinschaftsraum. Großzügige Öffnungen rahmen den Blick nach Süden zur Burg und öffnen sich nach Norden zu den hochgewachsenen Eichen. Die Übergänge zwischen Innen und Außen sind fließend, das Licht prägt die Atmosphäre. Zwei seitlich angeordnete Raumspangen nehmen die dienenden Bereiche auf sowie Schlafzimmer, Bad und einen Atelierraum zum Arbeiten. Letzterer kann durch Einfügen einer Wand in zwei weitere Schlafräume geteilt werden und bietet somit die Möglichkeit, dass das Haus auch von Familien bewohnt werden kann.
Auch energetisch setzt das Haus auf Einfachheit. Ein zentraler Holzofen bildet das Herz der Versorgung und unterstreicht die angestrebte Autarkie. Die Reduktion auf wenige, robuste Systeme entspricht dem ganzheitlichen Ansatz des Projekts. Konsequent ist schließlich auch der Blick in die Zukunft: Die Konstruktion ist verschraubt, nicht verleimt. Damit bleibt das Gebäude reversibel – seine Bauteile können sortenrein getrennt, wiederverwendet oder recycelt werden. Der respektvolle Umgang mit Ressourcen, eine präzise Einbindung in den Kontext und Flexibilität antworten unprätentiös auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen an die Architektur.
Fotos:
Sebastian Schels
www.schels.net
(Erschienen in CUBE Stuttgart 02|26)










