Das Haus mit dem Knick

Ein Wochenendhaus am See folgt dem Grundsatz der Nachhaltigkeit

Auf einem Seegrundstück, rund 40 Minuten von Berlin entfernt, wünschten sich die Bauherren ein „Hideout“ für Wochenenden und Urlaube im Grünen. Sie beauftragten TKEZ Architekten mit der Planung und Realisierung eines unkonventionellen und nachhaltigen Gebäudes, das in die traumhafte Umgebung mit Baumbestand und Nähe zum See passt. Zentrales Ziel war, beim Bau minimalinvasiv vorzugehen: am Standort so wenig wie möglich in die Natur einzugreifen.

Auf dem großzügigen Grundstück von 3.800 m² entstand nach nur einjähriger Planungs- und Bauzeit dank Vorfertigung ein doppelgeschossiges Wohnhaus mit einer stattlichen Wohnfläche von 220 m² – so geräumig, dass auch größere Feste mit Freunden hier gefeiert werden können. Die sanfte Hanglage ermöglicht einen faszinierenden Blick auf den See, während ein Pinienwald das Haus schützend umgibt und es dank anthrazitfarbener Holzverschalung vom See aus kaum zu sehen ist. Zur Seeseite hin wurden großflächige Fenster eingeplant sowie geschosshohe Schiebefenster im Erdgeschoss. Eine breite, umlaufende Terrasse ermöglicht Sonnenbäder und das Abschalten vom hektischen Großstadtalltag. Hier herrscht Ruhe, um zu entschleunigen und sich zu erholen. Die Vorderseite des Hauses präsentiert sich dagegen geschlossener. Der Eingang und nur wenige, gegeneinander versetzte Fenster liegen hier auf der Nordseite. Zusammen mit der vertikalen Verschalung aus dunklem Holz und den wenigen, wie ausgestanzt erscheinenden Fensteröffnungen wirkt das Gebäude sehr puristisch. Dieser Eindruck verstärkt sich durch das Fehlen von Dachüberständen, die bewusst vermieden wurden, damit Regenwasser innen abgeleitet und der monolithische Charakter verstärkt wird. Bei geschlossenen Fenstern wirkt das Gebäude wie ein skulpturales Holzobjekt in der Landschaft.

TKEZ Architekten integrierten ein wichtiges, wenn auch kaum wahrnehmbares Merkmal in den Entwurf des Gebäudevolumens: einen subtilen vertikalen Knick des Baukörpers – weniger ein Winkel als eine leichte Krümmung, die dem Haus seine individuelle Note verleiht, sozusagen das Tüpfelchen auf dem i. Der Nutzung als Wochenendhaus entsprechend wurde die Ausstattung robust und wartungsarm gewählt. Das Wohnhaus ist als reiner Holzbau entworfen und umgesetzt. Auch die Energieversorgung über eine Grundwasser-Wärmepumpe und die Einspeisung solarer Gewinne über die Solarpaneele auf der Dachfläche folgen dem Grundsatz der Nachhaltigkeit. Was aber nicht heißen muss, dass sich das Innere zurückhaltend gibt. Ein großzügiger Küchenblock schafft Raum für Geselligkeit, während eine zurückhaltende, aber geschmackvolle Einrichtung zum Entspannen einlädt.

www.tkezarchitekten.com

Fotos:
Felix Loechner
www.sichtkreis.com

(Published in CUBE Berlin 01|26)

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