Neues im alten Zuhause

Mutige Neugestaltung des Elternhauses ermöglicht ungeahnte Raumwirkungen

IMG_0809_b2_15_700pixel

Die Bauherrin ist in diesem Haus aufgewachsen, das der Vater als Architekt in den 1960er-Jahren für die Familie geplant hatte. Vor Kurzem hat es die Tochter übernommen und wollte nun in den vertrauten Räumen etwas Eigenes, etwas Neues entstehen lassen. Vorrangig ging es ihr darum, den Grundriss zu überdenken und Ideen zu entwickeln, wie die bislang zu kleine Küche erweitert und die zu knapp bemessene Garderobe geräumiger werden könnte. Die Gestalterin für Möbel und Innenräume Sibylle Heilemann konnte als „Außenstehende“ viel konsequenter an die Veränderungen herangehen, als es die Bauherrin gewagt hätte. „Es ist mir immer wichtig, die Architektur wertschätzend zu behandeln und in die Formensprache des Baujahres feinfühlig einzugreifen“, betont Heilemann. Für diese Neugestaltung hat sie zwei Varianten entworfen: Eine moderate mit kleineren Veränderungen der Räume, aber hauptsächlich im Interieur, und eine konsequente Variante, die durch das Verschieben von Räumen ganz neue Möglichkeiten für den Grundriss bot. Glücklicherweise entschied sich die Bauherrin mutig für die zweite Variante.

Herausfordernd war zunächst die Beletage, deren Grundriss als Splitlevel organisiert ist. Entsprechend begrenzt ist die Raumhöhe im oberen Bereich. Um dem Raum Licht zu geben, ersetzten die Planer die vorhandene Holzdecke durch eine weiße, glatte Decke. Außerdem verzichteten sie auf Aufbauleuchten und führen die Schiebetür in der Decke. Im unteren Bereich erdet ein gemütlicher Parkettboden. Darauf wurde ein kubischer Block als fugenloser Boden in einem warmen Grauton gesetzt. Die Wände wurden mit Kalkputz bearbeitet, der atmungsaktiv und wohngesund ist. Die handwerkliche Oberfläche zeigt besonders bei Streiflicht ihre Lebendigkeit. Feminin wirkt die Küche in Altrosa und einem Braunton, der an Zartbitterschokolade erinnert. Die Arbeitsplatte aus massivem Nussbaum ist in einem Stück gearbeitet und wird von einem LED-Profil beleuchtet. Wie feine Linien mit dem Lineal gezogen wirken die grafischen Elemente in schwarzem Stahl.

Der untere Bereich wird hauptsächlich über Lichtvouten gleichmäßig und flächig ausgeleuchtet, was ihn optisch weitet. Über einen Dimmer lassen sich unterschiedliche Stimmungen erzeugen. Lichvouten und Lisenen sind Details, die in einer frühen Planungsphase mit allen Gewerken abzustimmen sind. Und es sind gerade diese durchdachten Details, die ein Projekt ausmachen. So wie auch die Fototapete mit dem Zebra im Palazzo, die im Gäste-WC überrascht.

www.heilemann-gestaltung.de

Fotos:

Sibylle Heilemann

(Erschienen in CUBE Stuttgart 04|22)

Architekten:

Sibylle Heilemann Gestaltung
www.heilemann-gestaltung.de

Schiebetüren und Türdrücker:

Griffwerk
www.griffwerk.de

Kochfeld:

Bora
www.bora.com
Becken und Armatur:
Blanco
www.blanco.com

Geräte:

Miele
www.miele.de

Schalter:

Jung
www.jung-group.com

Nothing found.

Die Bienen

Haushaltsauflösung & Entrümpelung

Ein klares Statement

Test- und Innovationszentrum für den Motorsport mit aerodynamischer Architektur

Haus mit zwei Gesichtern

Drei schmale Satteldächer prägen ein Doppelhaus für zwei Parteien

Zwischen Produktion und Pause

Die neue Kantine auf dem HAKRO Campus

Nothing found.

Für einen schönen Lebensabend

Neue Pflegeeinrichtung macht Wohlfühlen zur Normalität

FREYLER-Industriebau_BGS-Wiehl-08b_15_700pixel

Kommunikation im Fokus

Moderner Verwaltungsbau fördert mit offener Arbeitswelt den Dialog

Zeiss_Karlsruhe_42_Angepasst_15_700pixel

Architektonischer Weitblick

Auf sieben Geschossen und einer Nutzfläche von 12.000 m² plante das Architekturbüro Nething den „Zeiss Innovation Hub @KIT“ bestehend aus modernen…

Ausen4_15_700pixel

Fernab von Standard

Kostengünstiges, energieeffizientes und individuell gestaltetes Mehrfamilienhaus, Annika Schwarz, Flachdach, Putzfassade

KWC04019_15_700pixel

Hoch hinaus

Ein moderner Turm am Neckarufer dockt an ein historisches Mühlengebäude an

CF008676_79_45_700pixel

Ruhe und Erholung

In dieser Villa am Hang steht die schwarz-goldene Küche im Mittelpunkt

Materialsymbiose

Wohnen und Arbeiten unter einem (Flach-)Dach in ländlicher Umgebung