Spiel der Erker-Kuben im Licht

Drei Mehrfamilienhäuser in Grafental bilden ein markantes Ensemble im Quartier

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Das Architekturbüro Konrath und Wennemar trägt seit Jahren dazu bei, dass das Wohnquartier Grafental ein prägnantes städtebauliches Gesicht erhält. In mehreren Wohngebäuden haben die Düsseldorfer Architekten hier gezeigt, wie sich Wohnvielfalt und gestalterische Individualität miteinander verbinden lassen. Das jüngste Projekt des Büros umfasst drei Wohnhäuser, die zwei Innenhofsituationen artikulieren und in ihrer Fassadengestaltung durch eine besonders vielschichtig gegliederte Komposition bestechen.

Anders als bei vorangegangenen Bauabschnitten sollten die Gebäude erstmals nicht u-förmig konzipiert werden. Vielmehr sollte eine Lösung entstehen, bei der sich drei senkrecht zueinander gelagerte, solitäre Baukörper zu einem Ensemble gruppieren. Die drei Gebäude sind dabei Teil eines größeren Baufeldes von sechs Wohngebäuden, die sich locker um zwei Innenhöfe zwischen Metrostraße und Hohenzollernallee verorten. Um den Höfen einen unverwechselbaren Charakter zu verleihen und gleichzeitig eine prägnante Adresse zu schaffen, sollte die Verbindung der drei Baukörper über eine möglichst skulpturale Fassadengestaltung erfolgen, die einerseits präg­nant, andererseits aber auch stimmig ins Umfeld passen sollte. Eine Vermarktungsanimation des Bauherrn wurde dabei Ausgangspunkt für den Entwurf: Die vorhandene Bebauung des Quartiers setzt sich darin aus einem Clusterschwarm frei umherfliegender Kuben zusammen. Dieses Bild inspirierte die Architekten zu einer Fassadengestaltung, bei der nahezu würfelförmig zugeschnittene Erker frei und spielerisch auf der Fassade angeordnet und von einer zweiten Schicht von unterschiedlich groß dimensionierten Balkonen überlagert werden. Im Ergebnis entsteht eine Fassadentektonik, die vor allem unter Einwirkung von Sonnenschein ein differenziertes Spiel aus Licht und Schatten erzeugt. Um dieses Spiel der Körper im Licht zu betonen und zugleich die Kontinuität mit den anderen Gebäuden zu unterstreichen, wurde auf schlichte Fassadenmaterialien gesetzt: Bei zwei Gebäuden entschied man sich für eine weiße Putzfassade, beim dritten kam die Variation einer sandfarbene Klinkerfassade mit weiß verputzten Balkonen und Erker-Kuben zum Einsatz. Auf diese Weise steht immer ein weißer neben einem verklinkerten Baukörper, egal aus welcher Richtung man sich dem Ensemble nähert. Um die verschiedenen Fassadenebenen baulich realisieren zu können, wurde übrigens kein Aufwand gescheut: Anders als bei vergleichbaren Projekten musste hier in drei unterschiedlichen Gerüst­ebenen gearbeitet werden.

Für die Wohnungen selbst bedeuten die vorgelagerten Erker-Kuben besonders in den Wohn- und Schlafräumen eine breite, im Wohnungsbau seltene Vielfalt an unterschiedlichen Grundrisstypen. Tatsächlich gleicht damit nahezu kein Grundriss dem anderen. Zugleich ergeben sich über die Erker eine ungewohnte Vielfalt von Aus- und Durchblicken in die Umgebung. Wie schon bei anderen Bauabschnitten sind auch diese drei Wohnhäuser mit ihren insgesamt 109 Wohneinheiten auf einer gemeinsamen Tiefgarage errichtet, womit der gesamte ruhende Verkehr unterirdisch gelagert ist. So entsteht eine reichhaltig gestaltete, über die Erschließungsstraßen hinausgehend vernetzte Gartenlandschaft, die den BewohnerInnen als sozialer Treffpunkt und Spielfläche dient.
 
www.konrath-wennemar.de

Fotos:

Max Hampel
www.maxhampel.com

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 03|22)

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