Weiß und skulptural

Dieses Wohnhaus ist ein Blickfang und fügt sich in die historische Bebauung im Grindelviertel ein

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Rotherbaum gehört zu den besten Adressen in Hamburg. Insbesondere das Grindelviertel ist mit seinen über hundertjährigen Wohnhäusern mit den eleganten Fassaden aus der Gründerzeit, den von vielen Bäumen gesäumten Straßen und begrünten Vorgärten sowie zahlreichen kleinen Restaurants und Cafés ein sehr urbaner und bis heute sehr beliebter Wohnstandort. Mittendrin wartete erstaunlicherweise lange im Scheitelpunkt einer Kurve der Dillstraße ein vernachlässigtes Garagengrundstück – eine Folge der wenigen Kriegszerstörungen in diesem Teil Hamburgs – auf eine zeitgemäße Neunutzung. Diese Chance ergriff das Büro grasp architecture, das nicht nur das Gebäude entworfen und geplant hat, sondern gemäß der Philosophie der Inhaber auch als Bauträger mit der eigens darauf abgestimmten Projektgesellschaft D11 realisiert hat.

Drei Blickachsen richten sich auf das kleine, nur 252 m² große Grundstück an der Dillstraße 11. Diese verkehrsberuhigte Straße läuft aus zwei Richtungen genau auf das Grundstück zu. Von dort führt außerdem eine langgezogene Zuwegung zu einem Mehrfamilienwohnhaus. Der hier neu entstandene weiß leuchtende, skulpturale Baukörper würdigt als Solitär, der alle Blicke auf sich zieht, diese prominente Lage im städtebaulichen Kontext. Der Neubau schließt nun die alte Lücke. Zum einen bildet er den Endpunkt der langen Reihe überwiegend weißer, denkmalgeschützter Gründerzeithäuser und bildet zum anderen den Übergang zu dem einfachen, zweckmäßigen Mehrfamilienhaus mit Satteldach aus den 1960er-Jahren. Rückwärtig profitiert der Solitär von der fast parkähnlichen, innenhofartigen Idylle der Gärten der Nachbarschaft, die in dieser Lage mit ihrer Ruhe und dem vielen Grün immer wieder überraschen und Teil der hohen Lebensqualität im Viertel sind.

Die glatte, weiße Fassade aus Corian greift im Anschluss an die Gründerzeithäuser zuerst deren Strukturierung und Linienführung auf und löst diese dann zum 1960er-Jahre-Gebäude dekonstruktiv auf – und zitiert dabei in moderner Architektursprache das Satteldach des Nachbarn. So fügt sich das Projekt D11 ein und entfaltet gleichzeitig seinen ganz eigenen Stil als Solitär und Blickfang. Die reine, klare Ästhetik des Hauses als weiße Skulptur verändert sich nach dem Betreten durch die Verwendung natürlicher Materialien und einer dunkleren Farbgebung hin zu Wärme und Behaglichkeit. Auf den fünf Etagen befinden sich drei Wohneinheiten. Eine erstreckt sich über Unter- und Erdgeschoss sowie das erste Obergeschoss und verfügt über eine Terrasse und einen kleinen Garten. Über einer kleineren Wohnung im zweiten Obergeschoss liegt die spektakulärste Wohnung, die mit hoher, polygonal ausgeformter Decke, einem großen, dreieckigen Oberlicht, einer Galerie sowie einer Dachterrasse aufwartet.

www.grasp-architecture.de

Fotos:

Jörg Hempel
www.joerg-hempel.com

(Erschienen in CUBE Hamburg 02|22)

Architekten:

grasp architecture
www.grasp-architecture.de

Elektro:

Elektroinstallation Jörg Brauer
www.elektrobrauer.de

Heizung, Lüftung, Sanitär:

HSE Haustechnik
www.hse-gadebusch.de

Fassade:

Henke
www.henke-ag.de

Ausbau:

Malereibetrieb Otto Gerber
www.otto-gerber.de

Rohbau:

Riewesell Bau
www.riewesell-hausbau.de

Fenster:

Tischlerei Stelter
www.tischlerei-stelter.de

Fliesen:

Peter Ulka Fliesenfachgeschäft
www.ulka.de

Duschabtrennungen:

Elidur Glaskultur
www.elidur.de

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