Suburbia

Träume vom Eigenheim – Wege aus der Wohnungskrise


Der „American Way of Life“ hat sein Ideal vom Einfamilienhaus in der Vorstadt international verbreitet. Mit saftigem Rasen, blauem Pool und Doppelgarage inszeniert es die Vorteile des Lebens im Speckgürtel der Großstadt. Ein vermeintlich perfekter Ort, um die Kinder großzuziehen: grün, friedlich, ruhig und sicher. Das Einfamilienhaus ist die dort verbreitetste Wohnform und der architektonische Inbegriff der US-amerikanischen Lebensweise. Es spielt kaum eine Rolle, dass die Vorstädte von homogenen Gruppen bewohnt werden, von ständigem Autofahren abhängig sind, gesellschaftliche Ungleichheiten verstärken und Privilegien schützen. Der Traum der amerikanischen Suburbs ist wirkmächtig. Obwohl er immer wieder kritisiert wurde, wird er durch die aktuelle US-Politik wieder verstärkt.
Jahrzehntelang wirkten diese Wohnträume in Film, Literatur, Fernsehen und Werbung gleichermaßen faszinierend und befremdlich. Auch in Deutschland lebt etwa die Hälfte der Menschen im Eigenheim.

Die Ausstellung „Suburbia“ taucht ein in die (Bild-)Welten der US-amerikanischen Vorstadt und erzählt parallel eine Geschichte des Einfamilienhaus-Booms der deutschen Wirtschaftswunder-Jahre anhand der Zeitschrift Schöner Wohnen. Eine Bibliothek der Hefte der 1960er- und 1970er-Jahre lädt ein zum Blättern durch die Wohnwelten der bundesdeutschen Nachkriegszeit, ihre politischen Hintergründe, Familienideologien und Konsumwelten. Doch vor dem Hintergrund von Wohnraummangel, Klimakrise und alternder Gesellschaft steht das Versprechen von Freiheit und Wohlstand in den Vorstädten in Frage. Wie sieht also die Zukunft des Einfamilienhauses aus? Häufig nur von ein oder zwei Personen bewohnt, birgt der Bestand ein enormes Potenzial. Durch Weiterbauen statt Abriss und kluge Transformation schlummert im Einfamilienhaus-bestand ein Ausweg aus der Wohnungskrise: Durch energetische Sanierung und gezielte Erweiterung der Wohnfläche könnte auch im Umfeld von Frankfurt am Main erheblicher und bitter benötigter neuer Wohnraum entstehen.

„Suburbia“ ist eine Ausstellung vom Centre de Cultura Contemporània de Barcelona (CCCB) und dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Kooperation mit dem Forschungscluster our.house derTU München sowie mit einem Beitrag des Forschungsfeldes wohnen+/-ausstellen, Mariann Steegmann Institut, Kunst & Gender, Bremen. Die Wüstenrot Stiftung setzt sich seit langem für die Entwicklung von Zukunftsstrategien für das Einfamilienhaus ein. Sie hat die Ausstellung im DAM ermöglicht und präsentiert hier ihre aktuellen, gemeinsam mit der HFT Stuttgart entwickelten Forschungsergebnisse.

Eröffnung: Fr, 20. März 2026, 19 Uhr DAM Auditorium
Ausstellung: 21. März– 18. Oktober 2026

www.tempo.dam-online.de

 

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