Brücken neu denken. Lebensraum, Stadtraum, Freiraum

Ausstellung im Zentrum für Baukultur Sachsen


Brücken sind Grundpfeiler unserer Gesellschaft, deren Bedeutung uns oft erst bewusst wird, wenn sie wegfallen – wie der Einsturz der Carolabrücke in Dresden und die temporäre Sperrung der Elbbrücke in Bad Schandau eindrucksvoll gezeigt haben. Die vom Institut für Massivbau der TU Dresden konzipierte Ausstellung „Brücken neu denken“ beleuchtet das Thema Brücken und ihre Bedeutung für die Gesellschaft aus verschiedenen Blickwinkeln. Denn Brücken sind weit mehr als nur funktionale Verbindungen zwischen zwei Punkten – sie sind Orte der Begegnung, des Aufenthalts und der kulturellen Erfahrung. Die Ausstellung zeigt, wie sich Brückenvisionen im Laufe der Jahrhunderte gewandelt haben – von Symbolen der Ordnung in der Antike, über Symbole des Fortschritts in Zeiten der industriellen Revolution bis hin zu Symbolen der Funktionalität und des Verkehrs in den 1930er- bis 1990er-Jahren.

Auch stellt sie die Frage, ob jede Brücke gebaut werden sollte, nur weil wir es heute können. Am Beispiel der Dresdner Augustusbrücke wird der Wandel eines Bauwerks über die Jahrhunderte aufgezeigt. Dieser historische Überblick eröffnet die Möglichkeit, die Rolle von Brücken in der Neuzeit zu diskutieren und Gedankenanstöße für die Gestaltung und funktionale Auslegung von Brücken zu geben, die heutigen und auch zukünftigen Anforderungen gerecht werden. Anhand nationaler und internationaler Beispiele wird gezeigt, wie sich Brücken in das Stadtbild, in die Natur, in unser Lebensumfeld gewinnbringend integrieren lassen. Die Ausstellung zeigt ebenso Visionen für eine neue Carolabrücke, die im Rahmen eines studentischen Wettbewerbs an der TU Dresden entstanden sind. Gleichzeitig informiert die STESAD über den aktuellen Planungsprozess zur Carolabrücke. Hierfür erarbeiten aktuell vier Planungsbüros unabhängig voneinander Entwürfe.

Das Begleitprogramm, das von den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten koordinierten Programmen SFB/Transregio 280 „Konstruktionsstrategien für materialminimierte Carbonbetonstrukturen – Grundlagen für eine neue Art zu bauen“ sowie den Schwerpunktprogrammen SPP 100+ „Verlängerung der Lebensdauer komplexer Baustrukturen durch intelligente Digitalisierung“ und SPP 2255 „Kulturerbe Konstruktion“ unterstützt wird, vertieft einzelne Themen der Ausstellung und schafft eine Plattform für gemeinsame themenbezogene Debatten. Das Programm umfasst die offizielle Eröffnung der Ausstellung, einen Filmabend zu Brücken der Welt, einen Vortragsabend zur Thematik Gendergerechtigkeit in Planung und Bauwesen, einen Vortragsabend zum Thema „Bauen für die Zukunft – Ressourceneffiziente Konstruktionen für unsere Städte“ und einen Basteltag in den Schulferien im Februar, bei denen Kinder eigene Brücken bauen und unter Belastung testen können.

www.zfbk.de

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