CUBE Wien · 03|20

68 bene Bronze-Luster in ihre Einzelteile, brachten Terrazzoböden zum Glänzen und renovierten Stuccolustro- und Stuckmarmorflächen. Und auch die dreifarbige Fassung der Fassade wur- de dokumentarisch befundet und in zarter Nuancierung und dekorativer Akzentuierung originalgetreu wiederhergestellt. Gleichzeitig entstand hier ein neues Museum für die Kunst der Gegenwart, das als zweiter Standort der Al- bertina den avancierten technischen Standards entsprechen muss. Ein nicht immer einfaches Unterfangen in einem historischen Gebäude, Man hatte sich schon an den Anblick des Jahr- zehnte lang eingerüsteten Künstlerhauses ge- wöhnt. Nur das eine oder andere Werbeplakat zog den Blick in Richtung dieses Architekturju- wels, das Kaiser Franz Joseph einst der Künst- lerschaft schenkte. Oft wurde es seit seiner Er- öffnung umgebaut, mal sollte es auch abgerissen werden, ein Theater, ein Kino und so manche Produktion der Wiener Festwochen fanden hier zeitweilig ein zu Hause und Ludwig & Adele sorgten für kulinarische Gastlichkeit. Gleichzei- tig blieb es immer Heimat der Gesellschaft bil- dender Künstlerinnen und Künstler Österreichs. Und so soll es auch bleiben, ab nun aber wieder in strahlendemGlanz über die imposante Stiege erreichbar und mit der Albertina Modern, einer eindrucksvollen Sammlung Moderner Kunst, an ihrer Seite. Zuvor aber werkelten 30 Restauratoren an der Wiederherstellung des historischen Erschei- nungsbilds. Drei Jahre lang arbeiteten sie sich bei Wand- und Deckenmalereien durch viele Übermalungsschichten, maserierten das Holz der Türen und Fenster, zerlegten einst gasbetrie- © Christian Ludwig Attersee © Robert Bodnar © Rupert Steiner Torte mit Speisekugeln und Speiseblau Prunkstiege KUNST UND KULTUR GEDIEGENE MODERNE Ein Kanon österreichischer Kunst in den Räumen des Wiener Historismus

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