CUBE Wien · 03|20

67 zelnen Produktionen von wechselnden Ausstel- lungsreihen. Die Bilder wurden vonMitgliedern des Kunstvereins art23 gemalt und zeigen ihre Visionen einer besserenWelt. In der den Opern jeweils vorangehenden Gesprächsreihe „Kein Er- barmen!“ soll den Ursachen von Armut und Un- gerechtigkeit auf den Grund gegangen werden. Spielt das turbokapitalistische Finanzsystem bei der Entstehung von Nöten wie Hunger oder Ob- dachlosigkeit nicht eine systemische Rolle? Sind wir eigentlich in der Lage, Formen des Verteilens zu finden, die die Werke der Barmherzigkeit ob- solet machen würden? Diese und andere Fragen werden imHerbst im F23 auf dem Podium, auf der Leinwand und auf der Opernbühne erörtert. www.sirene.at Politische Unruhen, wirtschaftliche Herausfor- derungen, soziale Düsternis, verbale und ethi- sche Verwahrlosung des Diskurses – ist das die Welt, in der wir leben wollen? Das fragten sich die beiden Opernmacher Kristine Tornquist und Jury Everhartz bei einem morgendlichen Blick in die Zeitung. Nein, dem galt es Positives entgegenzusetzen. Die siebenWerke der Barm- herzigkeit, Spiegelbilder der sieben Todsünden, kamen ihnen in den Sinn. Somit war der Fokus des diesjährigen Kammeropernfestivals des si- rene Operntheaters gefunden. Sieben Autoren und Komponisten wurden beauftragt, je eine Geschichte zu einem der Werke der Barmher- zigkeit imHier und Jetzt spielen zu lassen. Was daraus entstand? „Amerika oder die Infektion“, „Ewiger Frieden“ oder „Der Fremde“ um nur einige der sieben Geschichten zu nennen. „Nicht alle Autoren waren optimistisch, aber insgesamt entsteht ein Bild des Menschen, der nicht immer tut, was er tun sollte, der aber weiß, was er zu tun hätte, um die Welt zu verbessern.“ Allen gemein ist jedenfalls das gute Ende, der „Wiener Schluss“. Klar, es war ja der Auftrag, positive Energie in die Welt zu schicken. Begleitet werden die ein- KUNST UND KULTUR DIE VERBESSERUNG DER WELT Fotos: sirene Ein Kammeropernfestival mit Kunst und Gesprächen

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