CUBE Wien · 03|20

41 der nicht überdramatisch wirkt, sondern so, als wäre er schon immer da gewesen“, beschreibt Hantschel. Dieses Understatement zeigt sich auch in der übrigen Gestaltung der Wohnung. Gleich demViertel, in dem sie liegt, findet sich auch hier scheinbar Nichtvereinbares wie selbstverständ- lich in direkter Nachbarschaft. So gesellt sich etwa ein Biedermeierschrank im Schlafzimmer zum Jahrhundertwende-Waschtisch imBad und dem Mid-Century-Highboard im Salon. Die Vintage- möbel bringenWiener Flair, das zeitgenössische Elemente wie die Leinenvorhänge ergänzen. Doch Das Servitenviertel im 9. Bezirk gilt als Kul- turviertel schlechthin. Zahlreiche Bühnen und Lustbarkeiten befinden sich hier ebenso wie Restaurants und Bars, die durch ihr Angebot Reisen im Grunde überflüssig machen – oder erst recht dazu auffordern. Zum Beispiel dazu, eben genau hierherzukommen. Am besten immer wieder und dann auch gleich mit einem eigenen Ort, der einem Zuhause gleicht. Einen solchen Zweitwohnsitz schuf Interior Designer Christian Hantschel für ein Paar aus Tirol. Gemütlich und repräsentativ zugleich, für einen Aufenthalt in der Metropole mit Freunden oder auch alleine als Standbein für den Besuch von Bällen und kulturellen Veranstaltungen. Für diesen Zweck wurde die Wohnung nicht verändert und doch völlig neu gestaltet. Der Grundriss, die Aufteilung der Räume blieb erhalten. Türen, Fenster und Böden wurden lediglich aufgearbeitet, die Bühne für den star- ken Auftritt in der Großstadt geschaffen. Dazu gehörte auch, Stuck zu ergänzen, punktuell in den Schlafzimmern und im Salon. „Wir haben nach einem originalgetreuen Stuck geschaut, INNENARCHITEKTUR EPOCHALER STILMIX Fotos: Blitzkinder Fotografie Eine Wohnung wie eine Zeitreise durch die jüngere Designgeschichte

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