CUBE Wien · 03|20

22 schosse gemeinsam, geben dem gesamten Gebäu- de eine gedrehte Form und deuten eine Spirale an, die sich auf der Rückseite offen präsentiert. Hier wächst das Gebäude gleichsam aus einem kleinen Wäldchen empor, staffeln sich die Ge- schosse wie Reisterrassen. Dadurch ergeben sich Kommunikationszonen über die Ebenen hinweg. „Solche Zonen können durchaus Konfliktpoten- In der Seestadt Aspern, dem größten Neubaupro- jekt Europas, entstehen Wohnungen, Bildungs- einrichtungen, Geschäfte, städtisches Leben. Verkehrsgünstig Richtung Bratislava gelegen und damit gleich an zwei Metropolen angeschlossen, könnte die Natur hier zu kurz kommen. Muss sie aber nicht, wie die ambitionierten Projekt- entwickler VI-Engineers zeigen, die sich für die Realisierung eines Entwurfs von Architekt Martin Mostböck und Pesendorfer & Machalek Archi- tekten entschieden haben. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die sozial und ökologisch engagierte Vorsorgekasse Fair Finance in das Projekt Living Garden investiert hat. Die Natur beziehen die Architekten unmittelbar ein, stellen ihr das Gebäude gar als Rankhilfe zur Verfügung. Straßenseitig auf die umgebende Architektur eingehend, mit einer zurückspringenden, groß- flächig verglasten Erdgeschosszone, wird darüber und vor allem im rückwärtigen Gebäudeteil eine ganz eigene Formgebung erkennbar. Die umlau- fenden Balkone schaffen eine Pufferzone zum Straßenraum. An der zentralen Ecke verschieben sich die Balkone zueinander, immer zwei Ge- WOHNGEBÄUDE NACH OBEN GESCHRAUBTES GRÜN Fotos: Paul Sebesta Übereinandergestapelte Geschosse als Rankgerüst für die Natur

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