CUBE Wien · 03|20

16 Ein Stadel hintermHaus gehörte früher einfach zu landwirtschaftlichen Anwesen, war nichts Be- sonderes. Unscheinbar mit seiner Holzfassade, irgendwie vergessen im Garten zwischen dem Duft der Obstbäume, demwuchernden Garten- land und dem Summen auf der Wiese. Mittler- weile als Kulturgut geschätzt, gibt es von diesen Nebengebäuden immer weniger. Sie verfallen mit dem Wegfall ihres Zwecks. Wozu sie erhalten, wenn die Landwirtschaft längst nicht mehr be- trieben oder in moderne Höfe umgezogen ist? Was also damit anfangen? Umbauen, bewoh- nen, neu nutzen! Mit diesemAnliegen kam eine Bauherrin auf Architekt Wolf Reicht zu. Viele schöne Kindheitserinnerungen verbindet sie mit dem Gebäude, das sie zu ihrem neuen Zuhause umwandeln ließ. Äußerlich veränderte sich nur wenig, morsche Latten der Lärchenholzfassade wurden ersetzt, die alten Öffnungen genutzt. So sieht der Stadel fast unverändert aus, aber eben nur fast. Bei ge- nauemHinsehen entdeckt das Auge die Flächen aus poliertem Aluminium, die Laibungen um Fenster und Türen. Sie spiegeln die Umgebung WOHNGEBÄUDE WOHNEN IN KINDHEITSERINNERUNG Mit einem Haus im Haus wird ein alter Stadel zum neuen Zuhause Fotos: Hannes Buchinger

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