CUBE Stuttgart · 02|18

78 ARCHITEKTUR NEWS AKTUELLES AUS STUTTGART UND UMGEBUNG ENDLICH KANN ES LOSGEHEN Nachdem seit Auslobung eines kombinierten Investoren- und Architektenwettbewerbs im Jahre 2016 viele Ideen zur Entwicklung des Ge- sundheitscampus beimMineralbad Berg bereits im Keim erstickt wurden, konnte der Projekt- entwickler PlanQuadrat gemeinsam mit dem Architekturbüro blocher partners mit einem Konzept überzeugen, das ab dem nächsten Jahr umgesetzt wird. Dabei soll der Gesundheitscampus Berg, der zwi- schen Rosensteinpark und Villa Berg entsteht, vor allem als Kompetenzzentrum für Gesundheit undWohlbefinden dienen und in diesem Sinne verschiedene Behandlungen der Präventivme- dizin und der medizinischen Rehabilitation anbieten. Das architektonische Konzept sieht eine Aufteilung des Campus auf drei miteinan- der verbundene Baukörper vor, die insgesamt eine Nutzfläche von 5.000 m 2 bieten. Rund um den Gebäudekomplex, der 2021 fer- tiggestellt sein soll, entstehen unterschiedlich gestaltete Grünflächen sowie geschützte Innen- hofbereiche. Mit dem Gesundheitscampus als innenstadtnahe grüne Oase könnte ein Stück Tradition ins Städtchen einkehren. Schließlich war Bad Cannstatt bis Mitte des 19. Jahrhun- derts als Kurort weltbekannt – sogar die Römer nutzten bereits das zweitgrößte Mineralwasser- vorkommen Europas. www.blocherpartners.com www.planquadrat-stuttgart.com EIN REINES MUSEUM Im vergangenen Jahr hat der Reinigungsgeräte- hersteller Kärcher einen geschlossenenWettbe- werb für einenMuseumsbau ausgelobt, der auf ei- nem alten Ziegeleigelände an der Oberen Schray inWinnenden entstehen sollte. Mit seinem Ent- wurf überzeugen konnte Barkow Leibinger aus Berlin, welches die Büros Metaraum Stuttgart und Jürgen Mayer H, ebenfalls aus Berlin, auf den zweiten und dritten Platz verwies. Was den Siegerentwurf, welcher der Zurückhal- tendste unter den Einreichungen war, besonders auszeichnet, ist die Konzeption einer geschlosse- nen Fassade oberhalb eines Glassockels. Zudem teilt das Gewinnerbüro den Museumsbau auf drei nebeneinander gestaffelte Kuben auf, die jeweils eine Kantenlänge von 24m aufweisen. Dank der mittig gefalteten Dächer der Beton- körper werden vielseitige Ansichten gebildet. Sie zeichnen in der Längsflucht eine kontinuierliche Anhebung der Gebäudekante nach und steigern sich von anfänglich 9m im Eingangsbereich auf insgesamt 16m. Ebenso wie das äußere Erschei- nungsbild soll auch das Innere des Gebäudes in kaskadenartigen Steigungen und Senkungen organisiert sein. Die markante Stahlbetonkonst- ruktion bleibt imGebäudeinneren weitestgehend sichtbar, während außen eine Vorhangfassade aus Betonfertigteilen vorgesehen ist. Diese Fer- tigelemente sollen eine besondere Oberfläche mit einer wellenartigen Struktur aufweisen, die den Eindruck vermitteln, als wäre da mit einemKär- cher-Hochdruckreiniger Hand angelegt worden. www.barkowleibinger.com IBA 2027 KONZEPT VORGESTELLT Anfang Mai stellte IBA-Intendant Andreas Hofer das Umsetzungskonzept für die internationale Bauausstellung IBA 2027 StadtRegion Stuttgart vor, die in den kommenden zehn Jahren Ideen für das Leben und Arbeiten im 21. Jahrhundert sichtbar machen will. ImMittelpunkt des Umset- zungskonzepts stehen mehrere IBA-Quartiere, die in den kommenden Jahren entstehen sollen. Dabei handelt es sich um durchmischte Viertel, die Wohnen, Arbeiten und Freizeit verbinden, verschiedene soziale und Altersgruppen zusam- menbringen und über neuartige Energie- und Verkehrskonzepte verfügen. Entstehen könnten die Quartiere als Neubauviertel, bevorzugt auf bislang anders genutzten Flächen, aber auch durch Nachverdichtung und den Umbau be- stehender Wohn- und Gewerbegebiete. Neben den großen Quartieren will die IBA 2027 auch Raum schaffen für vielfältige weitere Pro- jekte, die sich mit Zukunftsfragen der Region Stuttgart beschäftigen: einzelne modellhafte Bauvorhaben und Infrastrukturmaßnahmen, Forschungsprojekte, experimentelle Veran- staltungsformate, Publikationen, Ausstellun- gen und Kongresse. Diese Projekte bringt das IBA-Netz zusammen. Darüber hinaus soll es in den Jahren 2023, 2025 und 2027 Festivals der experimentellen und temporären Architektur geben. Zu den Festivals sollen neuartige Bauwer- ke für unterschiedliche Nutzungen entstehen, etwa temporäre Wohnräume für Studenten und Flüchtlinge, Pavillons oder flexible Räume für Gründer und Kreative. www.iba2027.de Internationale Bauausstellung Konzeptpräsentation Wettbewerb © Planquadrat Stuttgart © Barkow leibinger, Berlin © dukespan

RkJQdWJsaXNoZXIy NDcxMjk=