CUBE München · 01|24

01 | 24 WOHNGEBÄUDE Zurückhaltend und besonders zugleich – Ein Einfamilienhaus besticht mit großzügigem Inneren GEWERBLICHE BAUTEN Kegel, Kelch oder Trichter – Die neue HVB Kinderkrippe im Arabellapark ergänzt ein Ensemble OUTDOOR SPEZIAL Viele Plätze an der Sonne – Im Trend: Terrasse und Garten werden zu Multifunktionsflächen KUNST UND KULTUR Mit anderen Augen – Abschiedsausstellung von Cathrin Klingsöhr-Leroy im Franz Marc Museum Das Münchner Magazin für Architektur, modernes Wohnen und Lebensart www.cube-magazin.de © HGEsch Garten und Landschaft Spezial

Entdecken Sie zeitlose Eleganz und innovative Konzepte mit BoConcept! Unser Interior Design Service bietet maßgeschneiderte Entwürfe für Ihr Zuhause und Ihre Geschäftsräume. Besuchen Sie unsere Stores und erleben Sie die Qualität der Möbel aus erster Hand. Freuen Sie sich zudem auf die Eröffnung unseres neuen Stores am 1. März 2024 in der Zweibrückenstraße 2. Lassen Sie sich inspirieren und gestalten Sie Ihre Wohnträume mit BoConcept. INTERIOR DESIGN SERVICE. PROFESSIONELLE BUSINESS LÖSUNGEN. MÜNCHEN PRANNERSTRASSE 4 & ZWEIBRÜCKENSTRASSE 2 ROSENHEIM ROSENHEIMER STRASSE 72 | AUGSBURG GROTTENAU 2 | BOCONCEPT.COM

3 INHALT die Tage werden wieder länger. Farbtupfer tauchen im Straßenbild auf. Auch CUBE beginnt das Jahr wieder mit der Nummer 1, die Sie in Händen halten. Wir haben in unserem „Frühjahrsstrauss“ einige Themen bunt zusammengefasst. Auf dem Cover begegnet Ihnen das „Haus des Monats“ – diesen Titel hat sich das ungewöhnliche Gebäude einer Kindertagesstätte durch seine kühne Kubatur eines auf dem Kopf stehenden Kegels redlich verdient. Es folgt ein Reigen unterschiedlichster Einfamilienhäuser, die aber eines gemeinsam haben, nämlich den umweltschonenden Ansatz. Diese Grundvoraussetzung für ein Bauvorhaben ist zum Standard geworden. Neue Materialien erscheinen auf dem Markt, vergessene, in der Vergangenheit gebräuchliche Baustoffe erleben eine Renaissance: Reet, Lehm, Holz, Stroh oder Bambus. Das Umdenken – die Bauwende – sie ist in vollem Gange. Das Planen mit BIM setzt sich immer mehr durch, und KI als Motor der Innovation wird die Baubranche grundlegend verändern – ein spannender Auftakt des neuen Jahres und viel zu viele Themen um sie in einer Ausgabe zu erörtern – aber es sind die Themen, die uns 2024 begleiten werden. Viel Spaß beim Lesen! Ihre CUBE-Redaktion Liebe Leserin, lieber Leser, Wohngebäude Mixed-Use Gebäude Öffentliche Gebäude Gewerbliche Bauten Immobilien Innenarchitektur Garten und Landschaft Spezial Design aus München Restauranttipp Kunst und Kultur Impressum NOBLESSE OBLIGE – Klassische Villa – modern interpretiert 4 ZURÜCKHALTEND UND BESONDERS ZUGLEICH – Ein Einfamilienhaus besticht mit großzügigem Inneren 6 „VIERSEITHAUS“ NORDLICHT – Vielfältige Optik – tief im Bayerischen Wald 12 VOM STALL ZUM CHARMANTEN HEIM – Gelungener Umbau mit viel Liebe zum (Design-)Detail 16 UNDERSTATEMENT IM HERZOGPARK – Wohnen für Anspruchsvolle in bester Lage 20 EDLE AUFWERTUNG – Ein großartiges Baudenkmal in prominenter städtebaulicher Position 22 BAUERNHOF 2.0 – Drei Gebäude – ein Ensemble – zum Wohnen und Arbeiten 26 LERNEN SOLL SPASS MACHEN – Erweiterung und Umstrukturierung einer Grundschule in Dachau 30 SCHULANLAGE MIT WOHLFÜHLFAKTOR – Sanierung und Erweiterung der Sportflächen 32 BAUERNHOF WIRD FERIENDOMIZIL – Umbaumaßnahmen verbinden alte Gebäudeteile mit neuen Ideen 34 KEGEL, KELCH ODER TRICHTER – Die neue HVB Kinderkrippe im Arabellapark ergänzt ein Ensemble 36 NEUE IMMOBILIEN in der Region 38 ÄSTHETISCHE LIAISON – Interiorkonzept für eine Stadtwohnung kombiniert Altes mit Neuem 41 SONNIGES FAMILIENZIMMER – Der Wohn-Essbereich einer Familie wird zum kommunikativen Zentrum 44 HYGGE TRIFFT ZEN – Eine Münchner Augenarztpraxis ist nicht nur stilistisch etwas Besonderes 46 FINE DINING AM AIRPORT – Ein neues Restaurant im Terminal 2 bietet ein besonderes Gastro-Erlebnis 48 VIELE PLÄTZE AN DER SONNE – Im Trend: Terrasse und Garten werden zu Multifunktionsflächen 50 BAUMKULISSE FÜR SCHATTENPLÄTZE – Ein Ruheparadies mitten in der Großstadt 54 MEHRWERT DURCH LEBENSQUALITÄT – Multifunktionaler Familiengarten 56 TASCHEN MIT GESCHICHTE – „Kurzzug“ entwirft Gepäck und Accessoires für die Stadt 65 IM ART DECO STIL – Die Brasserie „Cuvilliés“ lockt mit alpenländischen Speisen und edlem Interior 74 MIT ANDEREN AUGEN – Abschiedsausstellung von Cathrin Klingsöhr-Leroy im Franz Marc Museum 76 IMPRESSUM 82

4 sich für dezente gedeckte Weiß- und Beigetöne, sowohl für den Aussenputz der Fassade als auch für die Teppiche, Tapeten und Farbtöne der Polstermöbel. Die Villa liegt zentral auf dem nahezu quadratischen Grundstück. Auch den Garten plante Architekt Hron selbst; er bietet genügend Platz für einen rechteckigen Pool im hinteren Gartenbereich. Während sich die strassenseitige FasEin großzügiges Einfamilienhaus, das nahezu die Maße eines Mehrfamilienhauses hat, entstand in Bogenhausen, also fast in Innenstadt-Randlage. Aufgrund seines repräsentativen Äusseren und seiner luxuriösen Innenausstattung darf es sich Villa nennen. Auch stilistisch erscheint das Gebäude mit seiner klaren symmetrischen Gliederung und seinem Mansardflachdach mit Gauben als Klassiker. Der entwerfende und ausführende Architekt war Martin Hron mit seinem Münchner Büro. Er begleitete das Baugeschehen durch alle Leistungsphasen nach HOAI sozusagen bis zur schlüsselfertigen Übergabe an die Bauherrschaft. Den beiden letzten Phasen LP8 / Objektüberwachung – Bauüberwachung und Dokumentation und LP9 / Objektbetreuung widmet der Architekt besonders viel Aufmerksamkeit. Zur engen Abstimmung mit den Bauherren fanden gemeinsame Besuche bei Werkstätten oder Herstellern statt, um Details zu besprechen und gemeinsam die Bemusterung vor Ort durchzuführen und die zueinander passenden Materialien auszuwählen. Hier entschied man WOHNGEBÄUDE NOBLESSE OBLIGE Fotos: Florian Holzherr Klassische Villa – modern interpretiert

5 den Kinder-/Jugendzimmern plus Bädern. Für das Interieur wurden hochwertige Materialien gewählt: Steinzeug für die Bäder, ein grauer Naturstein für den Küchenblock und Eichenparkett im Fischgrät-Muster für alle Wohnräume. (Beteiligte Gewerke/Hersteller siehe S. 78) architekthron.de sade bis auf die schmalen hohen Fenster eher geschlossen gibt, öffnet sich die Rückseite mit ihrer bodentiefen Glas-Faltwand zur Terrasse und zum Pool. Die Nutzfläche mit circa 350 Quadratmetern verteilt sich auf vier Ebenen: das Untergeschoss mit Gästebereich, Wellnessbad mit Sauna und Fitnessraum, das Erdgeschoss mit Kochen, Essen und Wohnen, das Obergeschoss mit zwei Arbeitsräumen, dem Schlafzimmer, einer Ankleide und zwei Bädern sowie das Dachgeschoss mit WOHNGEBÄUDE

6 ZURÜCKHALTEND UND BESONDERS ZUGLEICH Ein Harlachinger Einfamilienhaus besticht mit großzügigem Inneren Fotos: Jonathan Sage

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8 Direkt im Anschluss an das kleinbürgerliche, einstige Arbeiterviertel Giesing hat sich das gehobenere Wohnviertel Harlaching mit Kolonien aus Einfamilienhäusern und Villen entwickelt. Zoo, Krankenhaus und Isarauen – um die drei wichtigsten Highlights zu nennen, machen Harlaching zu einer begehrten Wohngegend. Hier haben die Münchner Architekten Jacob & Spreng ein neues Einfamilienhaus errichtet, das sich deutlich von den Nachbargebäuden unterscheidet, ohne als Fremdkörper wahrgenommen zu werden. Sein Flachdach, die Holzverschalung, großformatige rechteckige Fenster und das Eingangstor aus Metall sind zunächst die äußeren Merkmale. Mehr ist für Passant:innen nicht zu sehen. Dennoch lassen sich ein großzügiges Inneres und ein Garten erahnen. Das Erdgeschoss verfügt über einen offenen Grundriss, in dem sich die Funktionen Eingangsbereich, Kochen, Essen, Wohnen und Arbeiten um einen freistehenden Kubus aneinanderreihen. Der hölzerne, grün gebeizte Kubus hat es in sich: Er beherbergt unterschiedliche Funktionen, die beinahe unsichtbar integriert sind. Er birgt auf jeder Seite eine seinem Gegenüber im Raum adäquate Funktion. Der Kücheninsel gegenüber bietet er zum Beispiel Raum für Anrichte, Küchengeräte und Stauraum. Zum Flur hin reihen sich eine Schrankwand, weitere Nebenräume und ein Aufzug aneinander. WOHNGEBÄUDE

9 ches auch Schatten. Hier wird gegessen, gegrillt, relaxt oder gearbeitet. Alle Tätigkeiten können, wenn die Witterung es zulässt, nach draussen verlagert werden. Das Einfamilienhaus ist so konzipiert, dass bei vermehrtem Platzbedarf ein Staffelgeschoss hinzugefügt werden kann. Dies wurde von Anfang an mitgeplant, ohne dass der potenzielle Ausbau dem Ist-Zustand anzumerken wäre. Die Erweiterung ist im Bedarfsfall mit sehr geringem Aufwand möglich. Zuletzt sei noch das umfängliche Energiekonzept erwähnt. Es besteht aus einer Kombination von Luftwärmepumpe, Die Gestaltung des Interieurs, der Wohnlandschaft, geschah in enger Zusammenarbeit mit Thatenhorst Interior. Eine gerade Treppe, begleitet durch ein Oberlicht im Dach, führt ins Obergeschoss. Hier liegen die Privaträume, das Schlafzimmer mit offener Ankleide, Bad und Dusche. Mit viel Gespür sind Farbgebung und der Einsatz besonderer Materialien aufeinander abgestimmt. Sogar der Weinkeller, hinter Glas im Untergeschoss, hat ein wohnliches Ambiente und bietet so Aufenthaltsqualität für bestimmte Anlässe. Die wahre Offenbarung ist die Rückseite des Hauses: Sie öffnet sich über Eck und holt mit ihrer bodentiefen Verglasung viel Licht ins Innere. Eine hölzerne Terrasse, in die ein Pool eingelassen ist, bietet Raum zum Sonnen oder Dank eines VordaWOHNGEBÄUDE

10 Photovoltaik und einer kontrollierten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung – so ist für jegliche Wetterlage Vorsorge getroffen. (Beteiligte Gewerke/Hersteller siehe S. 78) www.jacobundspreng.de WOHNGEBÄUDE Wohnfläche: 326 m2 Grundstücksgröße: 770 m2 Bauzeit: 14 Monate Bauweise: massiv Energiekonzept: Luftwärmepumpe + Photovoltaik Kellergeschoss Erdgeschoss 1. Obergeschoss

bega.com /zuhause Das gute Licht.

12 Im Naturpark Bayerischer Böhmerwald befinden sich die traditionellen „Waldlerhäuser“. Mit ihren flachen, langgezogenen Satteldächern wirken sie so, als wollten sie mit der Landschaft eins werden. Diese ortstypischen, langen steinernen Bauten mit Holzkonstruktionen inspirierten das Design des Hauses Nordlicht. In der Nähe von Waldkirchen, knapp 20 Kilometer vor der österreichischtschechischen Grenze und auf fast 900 Höhenmetern, fand ein Paar einen idyllischen Ort für ihr neues Zuhause. Umgeben von dichtem Wald und Wiesen, zeichnet sich nun die Silhouette eines monolithischen Hauses ab, das sich mit seinem flachen tiefschwarzen Dach in die Landschaft einfügt. Der Passauer Architekt Florian Schätz realisierte mit seinem Büro FACE eine Fusion aus Mid-Century Moderne und neuem Regionalismus. Das Ergebnis ist ein Bungalow mit offenen Grundrissen, 60 Zentimeter dicken Betonwänden und großen Fenstern, die eine enge Verbindung zur Natur ermöglichen. Er schafft Funktionalität mit klaren Linien und konstruiert innovativ, um architektonische Traditionen in einer reduzierten, aber dennoch wiedererkennbaren Form neu zu interpretieren. Womöglich hätte der Bauherr, WOHNGEBÄUDE „VIERSEITHAUS“ NORDLICHT Fotos: Rainer Taepper Vielfältige Optik – tief im Bayerischen Wald

13 zuschlägen unter Brettsperrholzelementen sowie Stehfalzblech. Die Bezeichnung „Vierseithaus“ – nicht zu verwechseln mit Vierseithof – hat sich das Gebäude dadurch verdient, dass jede Seite des Bauwerks eine gänzlich unterschiedliche Neubewertung und Perspektive bietet. Verschiedene zusammengefügte Elemente ergeben ein „Ganzes“ – dazu gehören der „Enso-Kreis“ und die „Laube“ auf der Firstseite, ein Holzspeicher auf der gegenüberliegenden Seite, ein großzügiger Dachaufsatz mit Panoramafenster, der wie eine Loge über der Landschaft thront, sowie eine vollein ehemaliger Steinmetz, sein Haus am liebsten aus einem großen Stein herausgemeißelt. Diese Vorstellung führte zur Idee, einen fugenlosen, monolithischen Bau wie aus einem Guss, unter dem Waldlerdach, zu schaffen. Bei näherer Betrachtung offenbart sich eine einzigartige Wohnskulptur mit kunstvoll inszenierten Räumen auf 280m2. Diese steht in ständigem, harmonischem Dialog mit der Umgebung und dem wechselhaften Klima von heißer Sommersonne und schneeverwehten Wintern. Das Material der Wahl war thermischer Leichtbeton mit Schaumglas und natürlichen TonWOHNGEBÄUDE

14 ausrichten. Florian Schätz, der 15 Jahre Architektur in Singapur lehrte, integriert auch fernöstliche Elemente in das Schaffen von „Face“, so der Name seines Büros. Haus Nordlicht reflektiert das Streben nach Einfachheit, Balance zwischen Innen und Außen sowie eine tiefe Verbindung zur Natur auf allen vier Seiten. Es greift dabei die tief in der Tradition des Ortes wurzelnden Elemente des „Waldlerhauses“ auf. (Beteiligte Gewerke/Hersteller siehe S. 78) www.face2050.com verglaste Wand samt Terrasse auf der Nordseite des Hauses. Der umliegende Wald stellt nicht nur die malerische Kulisse dar, sondern nimmt eine zentrale Bedeutung ein: Das Licht, das das dichte Grün mit sanften Strahlen durchbricht, verleiht dem Haus Nordlicht seinen Namen. Fichten aus dem nahen Wald hinterließen ihren Abdruck als Schalung für den Sichtbeton. Angelehnt an die traditionelle „Stube“ der Waldlerhäuser, öffnen sich die Wohnbereiche nach Süden, während die Schlafräume, ein Studio und Arbeitsräume sich eher zurückgezogen nach Norden-Osten WOHNGEBÄUDE

Gute Raumakustik ist insbesondere im Office ein wesentliches Kriterium. Moderne Akustik-Baffeln können eine störende Geräuschkulisse abmildern, die das Arbeiten negativ beeinflusst. Molto Luce hat gemeinsam mit dem Interieur-Designer Ben Elmecker designorientierte, schallabsorbierende Elemente entwickelt und diese mit innovativen Lichtlösungen vereint. LOG 50 für lineares Licht oder der Strahler MOVA als Möglichkeit zur Akzentuierung, bringen die passende Lichtstimmung ins Büro, die Baffeln reduzieren die akustische Belastung. Zum ROGGA Konfigurator Bei Molto Luce steht Licht in all seinen Facetten im Mittelpunkt. Das beginnt schon beim Entwicklungsprozess. Im fertigen Produkt vereint sich smartes Design mit Funktionalität und Effizienz. Ergänzt um den wesentlichen Aspekt der Nachhaltigkeit und einer, auf die menschlichen Bedürfnisse abgestimmten, emotionalen Wirkung erfüllt Licht somit weit mehr als eine einzige Funktion. Im Ergebnis entstehen Räume mit echtem, spürbarem Mehrwert. LIGHT IS ALL WE NEED ROGGA TURN R LFO dreh- und schwenkbarer Einbaustrahler mit montagefreundlichem Klick-System ROGGA TRACK mit X-Change Technologie als nachhaltige Lösung LED, Adapter und Optiken werkzeuglos wechselbar PRODUCT ROGGA VOLARE

16 Überall gibt es sie: Architektonische Schätze aus der Vergangenheit, die voller besonderem Charme stecken. Dieser Schatz, der ab 1904 ursprünglich als Remise und Stall für eine VorstadtAltbauvilla errichtet worden war, wurde von einem Paar in Solln, einem eher ländlichem Ortsteil Münchens, entdeckt. „Wir haben uns gleich in den Kontext und das äußere Erscheinungsbild verliebt“, sagt Danilo Lazzari, Geschäftsführer von visionlab-archiekturexport und fügt hinzu: „Allerdings wünschten wir uns für den Innenbereich eine ganz andere, warme, einladende und zeitgemäße Atmosphäre.“ Tatsächlich war das Gebäude im Laufe der Jahre mehrfach erweitert und der Stall bereits in ein Zuhause umgewandelt worden. „Das Ergebnis war wenig überzeugend“, sagt der beauftragte Architekt Giorgio Pasqualini, der gemeinsam mit Gaia Maria Lombardo das Büro Piano B Architetti Associati gegründet hat, und erklärt: „Die Innenräume präsentierten sich als anonyme Raumfolge mit weißen Wänden, Decken und Böden. Von dem ursprünglichen Aussehen des Gebäudes ist kaum etwas übrig geblieben.“ Das © Giorgio Pasqualini WOHNGEBÄUDE UMBAU SANIERUNG VOM STALL ZUM CHARMANTEN HEIM Gelungener Umbau mit viel Liebe zum (Design-)Detail Fotos: Sonia Aumiller

17 den tragenden Querwänden harmonierte. Die Wahl fiel schließlich auf einen offenen Raum mit dem Wohnbereich im Obergeschoss und den Schlaf- und Arbeitszimmern im Untergeschoss. Der Eingang über zwei Etagen wurde über eine neue Eisentreppe mit dem Wohnbereich auf der zweiten Ebene verbunden, sodass ein durchgehender Raum entstand, der das gesamte Gebäude fließend erlebbar macht. „Wir haben uns dafür entschieden, Wände mit einem bewusst abstrakten Erscheinungsbild in den Raum einzufügen, die einen Kontrast zur Vorexistenz darstellen Ziel war es also, die Geschichte des Gebäudes, die sich hinter dieser aseptischen Oberfläche verbarg, wiederzuentdecken. Als erste Maßnahme sollte der ländliche Charakter des Gebäudes wieder zum Vorschein gebracht werden. Um dies zu erreichen, ließen die Architekten die Zwischendecken entfernen, wodurch die Balken und Bretter aus Tannenholz wieder zum Vorschein kamen. Zudem offenbarte die Wand im Norden ein interessantes Ziegelmuster. Nun konzentrierte sich das Projekt auf die Suche nach einem räumlichen Rhythmus, der mit der Abschrägung der Balken und © Giorgio Pasqualini © Giorgio Pasqualini WOHNGEBÄUDE UMBAU SANIERUNG

18 denen harmoniert. Im Erdgeschoss fiel die Wahl auf einen Terrazzoboden, der in einer abstrakten Form eine Fortsetzung des Bodenbelags außerhalb des Hauses darstellt. In enger Zusammenarbeit mit den Eigentümern wurden die Räume mit Werken und Einrichtungsgegenständen aus verschiedenen Epochen bereichert. Eine Lösung, welche die Idee widerspiegelt, die Entwicklung des Hauses im Laufe der Zeit voranzutreiben. (Beteiligte Gewerke/Hersteller siehe S. 78) www.pbaa.it und so die unterschiedliche Beschaffenheit der Oberflächen und Elemente und damit die zeitliche Schichtung hervorheben“, so Gaia Maria Lombardo. Bis auf die Mauer aus unverputzten Ziegeln wurden die Umfassungs- und tragenden Wände mit Kalkputz und Kalkfarbe behandelt, während die inneren Trennwände mit seidenmatter Emailfarbe versehen wurden. In Sachen Bodenbelag entschieden sich die Eigentümer im Obergeschoss für Parkett aus Douglasienholz, das ebenso wie die komplett nach Entwurf und Maß gefertigte Einrichtung gut mit dem VorhanWOHNGEBÄUDE UMBAU SANIERUNG © Giorgio Pasqualini © Giorgio Pasqualini © Giorgio Pasqualini

20 Art teilen sich knapp 2.800 m2 Wohnfläche: Das Gebäude umfasst zwei dreigeschossige Townhouses, zwei Penthouses und acht Etagenwohnungen. Beim Eintreten empfängt Besucher:innen ein Foyer, das ü ber zwei Etagen reicht. Links und rechts befinden sich die Stadthäuser, mit einem Untergeschoss reichen sie bis zur 2. Etage. Auch im Innern finden sich hochwertige Materialien: Raumhohe Tü ren, handwerklich verarbeitete Naturwerkstoffe, wie geöltes Eichenholz, bronzierte Handläufe und Tü rgriffe sowie aus großen Travertinblöcken gearbeitete Badewannen geDas Wohngebäude in der Kolbergerstraße 5 heischt nicht nach Aufmerksamkeit, sondern ist von zur ckhaltender Eleganz – wie es der Architektursprache von Pritzker-Preisträger Sir David Chipperfield entspricht. Gemeinsam mit seinem langjährigen Mitarbeiter Mark Randel, der seit nunmehr zehn Jahren sein eigenes Bü ro, das „Studio Mark Randel“, in Berlin betreibt, wurde das Stadtpalais f r den Projektentwickler Euroboden entworfen. Es gliedert sich in die grü nderzeitlichen Häuser der Nachbarschaft ein und vervollständigt den historischen Stadtentwurf des prägenden M nchner Architekten und Stadtplaners Theodor Fischer. Die Fassade ist zurü ckhaltend – nur strukturiert von zwei unterschiedlichen Kalkputzen, vertikalen Lisenen und schmalen horizontalen Natursteinbändern. Die Gediegenheit und der minimalistische Einsatz exklusiver Materialien sind un bersehbar: Eingangstü ren aus Eichenholz, bü ndig eingepasste moderne Kastenfenster mit feine Stahlprofilen sowie aus Bronze gegossene Absturzsicherungen bestimmen den äußeren Eindruck. 12 Wohneinheiten unterschiedlicher WOHNGEBÄUDE UNDERSTATEMENT IM HERZOGPARK Wohnen für Anspruchsvolle in bester Lage Fotografen: Simon Menges und Mark Randel

21 hören zur gehobenen Ausstattung. Krönender Abschluss unter einem Walmdach sind die beiden Penthouses, das eine über zwei Ebenen – verbunden durch eine massive Travertintreppe. Nach Südosten, zur Kolbergerstraße hin, schließt sich ein kleiner Park an. Nach Westen sind es nur wenige Gehminuten bis zur Isar. www.studiomarkrandel.com WOHNGEBÄUDE

22 ation und des grandiosen Altbaus würdigen. Pro Etage gibt es nun nicht mehr drei, sondern vier Wohnungen. Die Dachgeschosswohnungen im ausgebauten Satteldach besitzen anstelle von Balkonen übergroße Dachgauben. Das Dach ist nicht mit Ziegeln eingedeckt wie die historischen Nachbargebäude, sondern hat eine anthrazitfarbene Blecheindeckung erhalten, die mit der Fensterfarbe der obersten Etage und der Gauben korreliert. Die kleinen quadratischen Fenster des 4. Obergeschosses Das Wohngebäude an der Kesselbergstraße / Ecke Raintaler Straße in Obergiesing folgt dem Straßenverlauf und hat demzufolge einen spitzwinkligen Grundriss. Es wurde im Jahr 1910 nach den Plänen des Architekten Franz Popp mit den damals üblichen großmaßstäblichen Wohnungen, bestehend aus fünf oder mehr Zimmern, errichtet. In den 1950er-Jahren wurde das ursprüngliche Walmdach wegen eines Brandschadens durch ein weiteres Normalgeschoss und ein Satteldach ersetzt. Mehr als 100 Jahre nach ihrer Erbauung, war das Haus sanierungsbedürftig geworden. Ein privater Bauherr ermöglichte, es zeitgemäß Instand zu setzen und umzubauen. Das für solche Aufgaben prädestinierte und spezialisierte Münchner Büro Knopp/Wassmer Architekten führte den Auftrag aus und konnte die Arbeit im vergangenen Jahr abschliessen. Nachhaltigkeit und Klimaeffizienz zählen dabei zu den obersten Prioritäten ihrer architektonischen Interventionen. Durch die neue Aufteilung der Geschosse entstanden gut geschnittene, hochwertige Mietwohnungen, die die Besonderheit der städtebaulichen SituWOHNGEBÄUDE EDLE AUFWERTUNG Fotos: Adrienne-Sophie Hoffer Ein großartiges Baudenkmal in prominenter städtebaulicher Lage

23 Außenbereich an. Insgesamt konnte die Wohnfläche um mehr als 200 m² aufgestockt werden. Das denkmalgeschützte Gebäude ist nun nach Abschluss der Baumaßnahmen in seinem neuen Glanz kaum wieder zu erkennen. www.knoppwassmer.de wurden zu französischen Fenstern erweitert und stellen einen formalen Bezug zu den alten, großen Kastenfenstern der unteren historischen Etagen her. Sie beziehen sie sich in Farbe und Proportion auf die neuen Gauben der Dachgeschossebene. Im Zuge des Dachausbaus wurde die reich gegliederte Putzfassade komplett erneuert. Die Farbigkeit orientiert sich am historischen Erscheinungsbild. Die Ornamentik in geometrisierendem Jugendstil der historischen Putzstruktur samt Stuckprofilen wurde in Abstimmung mit der Denkmalpflege kartiert und entsprechend wieder aufgebracht. Neue Balkone mit einer umlaufenden Blumenablage werten die Hofseite auf. Sie fügen sich harmonisch in den Bestand ein und bieten den neuen Wohnungen einen wertvollen WOHNGEBÄUDE

24 genauso wie die dunkle Akzentwand, die dem luftigen Raum ein wenig Tiefe und Abgrenzung verleiht. Um dieses einzigartige Duett zwischen Alt und Neu in solcher Perfektion zu realisieren, war dem Ehepaar bewusst, dass es einen Partner braucht, der es mit Expertise und Know-how unterstützen kann. Daher begann für die beiden alles mit der Frage: „Haben Sie Brillux?“ Erschaffen auch Sie Ihr Traumzuhause! Lassen Sie sich auf brillux.de/zuhause inspirieren und ermitteln Sie mit dem Fachbetriebsfinder Betriebe in Ihrer Region, die auf die Qualität von Brillux setzen. Oder fragen Sie einfach bei Ihrem Malerbetrieb: „Haben Sie Brillux?“ www.brillux.de/zuhause Ein Paar mittleren Alters, das lange in einer Wohnung im Großstadttrubel gelebt hatte, erfüllte sich seinen langgehegten Traum vom Wohnen im grünen Gürtel der Metropole. Es gelang ihnen, ihr neues Zuhause – einen alten Gutshof – in einen luxuriösen und modernen Hingucker zu verwandeln, ohne den Charme aus vergangenen Zeiten zu verlieren. Hohe Decken, fließende Wände im Wohnbereich, Luft zum Atmen: Die offenen Strukturen der alten Scheune verleihen dem Haus des Paares eine unübertroffene Großzügigkeit. Gemeinsam mit einem Malerfachbetrieb, den sie über den Fachbetriebsfinder auf brillux.de/zuhause gefunden haben, und den Materialien von Brillux wurden innovative Designlösungen geschaffen, die aus dem ehemaligen Gutshof ein echtes Schmuckstück werden ließen. Raffiniert: Die tragenden Holzbalken wurden sorgfältig aufbereitet, denn der Bauherrschaft war es wichtig, diese zeitlose Ursprünglichkeit zu bewahren und mit den Trends der Gegenwart verschmelzen zu lassen. So sticht beispielsweise die Küche mit ihrem angesagten 70er-Jahre-Look besonders hervor, Anzeige INNENAUSSTATTUNG INNOVATIVE DESIGNLÖSUNGEN Fotos: Brillux Zuhause Fachbetriebsfinder, Ratgeberthemen und Inspirationen auf „Brillux Zuhause“

..und alles begann mit einem: „Haben Sie Brillux?“ Worauf warten? Vom Wohnraum zum Wohntraum. Lassen Sie Ihre Wünsche Wirklichkeit werden. Fragen Sie Ihren Malerbetrieb einfach: „Haben Sie Brillux?“ Mehr auf brillux.de/zuhause

26 schließen sich links und rechts der Treppe an. Die Böden im gesamten Haus sind aus grauem Sichtestrich oder in Teilbereichen aus gebürstetem und geseiftem Nadelholzparkett. Der Eingang befindet sich am oberen – und am unteren Ende der Treppe betritt man den sehr In dem Ensemble, bestehend aus zwei Einfamilienhäusern und einem Mixed-use-Gebäude, gelegen in Gmunden am Tegernsee, gibt es sowohl gewerblich genutzte Flächen als auch Wohnungen. Das langgestreckte Gebäude mit gemischter Nutzung, das parallel zur Erschließungsstraße angeordnet ist, bildet das Rückgrat eines nach Westen offenen Innenhofs, den es zusammen mit den beiden Einfamilienhäusern bildet. Zwei der Gebäude stammen von den Architekten Stockwerk 1 aus München. Die Bauwerke und die Haustechnik wurden nach ökologischen und nachhaltigen Kriterien errichtet. Eines der beiden Einfamilienhäuser steht in leichter Hanglage mit einem wunderbaren Blick in ein unverbautes, nahezu idyllisches Tal. Das leicht abfallende Gelände war der Grund, das Haus in Split-Level-Bauweise zu errichten. Eine offen liegende Podesttreppe erschließt die insgesamt sechs Halbgeschosse mit einer Nutzfläche von 327 m2. Die Treppe verläuft mitten durch das Gebäude und bildet sein Zentrum. Sie hat somit nahezu eine skulpturale optische Wirkung. Unterschiedliche Funktionen MIXED-USE GEBÄUDE BAUERNHOF 2.0 Drei Gebäude – ein Ensemble – zum Wohnen und Arbeiten © Hansi Heckmair © Hansi Heckmair © Hansi Heckmair

27 nach Westen, zu der hohen Glasfassade und zur freien Landschaft. Jeder Raum besitzt durch gezielt gesetzte Öffnungen und Blickbeziehungen, individuell entwickelte Einbaumöbel und ein entsprechendes Material-/Farbkonzept, eine eigene Charakteristik. Die tragenden Bauteile sind weitgehend unverkleidet. Das gemischt genutzte Wohn- und Gewerbegebäude ist zusammen mit dem nördlich gelegenen Einfamilienhaus entstanden. Es gibt räumliche Verbindungen und einheitliche Fassaden- und großen, über die gesamte Breite des Hauses verlaufenden Balkon mit prachtvollem Ausblick. Lediglich das Kellergeschoss und der versteifende Kern in der Mitte des Gebäudes sind aus Stahlbeton, die übrigen Bauteile sind in Holzbauweise, mit tragenden Brettschichtholz-Wänden und Decken realisiert. Das Innenarchitekturbüro Studio Miniplus, das die Gestaltung der Innenräume übernahm, schuf Erholungszonen mit gepolsterten Sitzflächen zwischen den Funktionsräumen. Seitlich des Eingangs gibt es große Schrankwände mit viel Stauraum. Ein stützenfreies Pfettendach überspannt den Wohnraum und die offene Küche. Die beiden Ebenen des Wohnbereichs werden durch eine Treppen- und Sitzlandschaft gegliedert und lenken die Hauptrichtung des Raumes © Markus Stempl MIXED-USE GEBÄUDE © Markus Stempl © Markus Stempl © Markus Stempl © Markus Stempl © Markus Stempl

28 anstaltungen genutzt wird. Ein Lagergeschoss an der Nordseite kann über eine Tennenbrücke befahren werden. Im Untergeschoss gibt es neben den Kellerräumen der Wohnungen eine Tiefgarage. Im Innern des Gebäudes wurde mit ähnlichen Materialien gearbeitet, wie im Einfamilienhaus: Die Böden sind entweder als Sichtestrich oder mit Holzparkett ausgeführt. (Beteiligte Gewerke/Hersteller siehe S. 78) www.stockwerk-1.de Dachdetails. Die Fenster in beiden Gebäuden sind aus unbehandeltem Lärchenholz gefertigt. Im Gewerbetrakt, im südlichen Bereich des in Ziegelbauweise mit hinterlüfteter Lärchenholzfassade errichteten Gebäudes, befinden sich fünf Wohnungen unterschiedlicher Größe – eine davon ist barrierefrei. An der Ost- und Nordseite sieht das Gebäude wie eine große Scheune aus. Im Erdgeschoss befindet sich ein Multifunktionsraum, der zu mieten ist und als Fotostudio, Büro oder für VerMIXED-USE GEBÄUDE © Hansi Heckmair © Markus Stempl © Markus Stempl © Markus Stempl © Markus Stempl

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30 bis zu 500 Schüler:innen, die mittags in zwei Schichten versorgt werden können. Daher ist die Küche ist sowohl als Aufwärm- als auch als Produktionsküche ausgestattet. Das Bestandsgebäude wird dergestalt umorganisiert, dass die ehemaligen sehr breiten Flure zu „Marktplätzen“ umorganisiert werden. Je ein Klassenzimmer wird zum Teamraum, der Wo andere Schulen Leerstand zu verzeichnen haben, war für die Grundschule Augustenfeld in Dachau neben einer Umstrukturierung auch eine Aufstockung um 100 Plätze erforderlich, sowie um 75 Plätze für einen Hort und die Mittagsbetreuung. Ebenso war eine Umgestaltung vom normalen Schulbetrieb auf eine Ganztagsschule zu bewältigen. Die alten Klassenzimmer sind passé. Heute lernen die Kinder in sogenannten Lernclustern. In diesen gruppieren sich drei bis vier Klassen um einen aufgeweiteten, mit pädagogischen Aktivitätszonen ergänzten Flur, den „Marktplatz“. dv - Architekten aus Dachau lösen diese Anforderungen durch Erweiterungsbauten. Die Klassenzimmer sind vom „Marktplatz“ jeweils durch eine multifunktionale Schrankwand getrennt. Eine durchgängige Oberlichtverglasung sowie verglaste Sitznischen sorgen für Transparenz und Sichtbeziehungen zwischen „Marktplatz“ und Klassenzimmern. Vervollständigt werden die Cluster durch Differenzierungsräume, Teamräume, Garderoben und WCs. Der Ganztagesbetrieb erfordert eine Mensa für ÖFFENTLICHE GEBÄUDE LERNEN SOLL SPASS MACHEN Fotos: dv architekten Erweiterung und Umstrukturierung einer Grundschule in Dachau

31 einen angegliederten Leseraum auch Aufenthaltsmöglichkeiten für die Schüler:innen bietet. Sogar eine Lernküche für gemeinsames Kochen ist in den Speisesaal integriert. In den beiden Etagen darüber sind Unterrichtsräume nach dem oben geschilderten pädagogischen LernclusterKonzept untergebracht. (Beteiligte Gewerke/Hersteller siehe S. 78) ​ www.dv-arc.de bestehende Gruppenraum wird zum Differenzierungsraum. Zudem erfolgt eine Aufstockung, die aus statischen Gründen als leichte Holzkonstruktion ausgeführt wird. Hier ist ein Hort und die Mittagsbetreuung untergebracht. Der neue viergeschossige Erweiterungsbau schließt im Osten an das bisherige Schulgebäude an. Er ist im ersten Obergeschoss durch einen Steg mit dem Bestandsgebäude verbunden. Seine Maße betragen 54 mal 14 Meter. Die tragende Bauwerksstruktur besteht aus einem Stützenraster mit 7,5 Meter Achsabstand in Gebäudelängsrichtung und 6, bzw. 7 Metern Achsabstand in Gebäudequerrichtung. Das Erdgeschoss ist weitgehend offen gestaltet und dient als überdachte Pausenfreifläche. Im 1. Stock liegt die Mensa, die über ihre Funktion hinaus durch ÖFFENTLICHE GEBÄUDE

32 belangt, setzten sie sich zum Ziel, die Vorzüge der Architektur der 70er-Jahre herauszuarbeiten um insgesamt ein modernes, an den Bestand angepasstes Erscheinungsbild zu schaffen. Die Innenräume sollten mehr Helligkeit und Blickbezüge nach außen erhalten. Nachdem die Halle bis auf den Rohbau zurückgebaut worden war, wurde eine moderne, großzügige Pfosten-Riegel-Fassade eingebaut, sodass der Lichteinfall nun deutlich verbessert ist. Ergänzt Die Aufgabenbeschreibung lautete: Generalsanierung der Dreifachsporthalle des Gymnasiums Neubiberg und Erweiterung um eine vierte Turnhalle. Neubiberg liegt im Südosten der Landeshauptstadt und gehört zum Landkreis München. Die Aufgabe wurde dem Münchner Architekturbüro Peck.Daam aufgetragen. Während das Bestandsgebäude des Gymnasiums, das aus den 1970er-Jahren stammt, schon 2013 saniert wurde und bereits 2003 wegen des höheren Schüleraufkommens einen Anbau erhalten hatte, blieb die Sporthalle bislang im ursprünglichen Zustand. Sie stammt aus derselben Zeit und schließt an den Anbau an. Sie war mittlerweile aufgrund baulicher und technischer Mängel ebenfalls sanierungsbedürftig und war wie das Schulgebäude an die Grenzen ihrer Kapazität gelangt, was eine weitere Turnhalle erforderlich machte. 2003 wurde dem Gebäudeensemble ein Bibliotheksanbau – ebenfalls von Peck.Daam – hinzugefügt, sodass nachgerade ein Patchwork-Ensemble entstanden war. Dies zu vereinheitlichen, gehörte sicherlich auch zu den aktuellen Aufgaben der Architekten. Was die Sanierung der bestehenden Sporthalle anÖFFENTLICHE GEBÄUDE SCHULANLAGE MIT WOHLFÜHLFAKTOR Sanierung und Erweiterung der Sportflächen des Gymnasiums Neubiberg Fotos: Uta Niedermaier

33 Ganzes. Das Architekturbüro Peck.Daam hat bereits mit anderen Schulbauten Erfahrung gesammelt. Eine ähnliche Halle entwickelte das Büro für das Gymnasium in Ottobrunn. www.peckdaam.de durch eine moderne Innenausstattung und eine neue Holzfassade, hat die Halle eine neue einladende Wirkung erhalten. Die neue Sporthalle wurde an der Südseite der bestehenden Halle angebaut. Sie wurde so konstruiert, dass das Dach begehbar ist. Breite Stufen führen hier nach oben, wo auch Sitzgelegenheiten geschaffen wurden. Rundum ist eine verglaste Balustrade als Absturzsicherung angebracht. Seitlich ist die Treppe durch eine Boulderwand begrenzt. In das Dach sind begehbare Oberlichter mit umlaufenden Sitzbänken eingebaut, die einerseits zum Verweilen einladen und andererseits in der darunter liegenden Halle für Helligkeit sorgen. Die Außenwirkung der gesamten Anlage ist nun deutlich modernisiert und wirkt wie ein zwar heterogenes, aber doch harmonisches ÖFFENTLICHE GEBÄUDE

34 sind in der zweigeschossigen Tennendurchfahrt ein Gemeinschaftsraum für Tagungen und Feiern, im Stall zwei Ferienwohnungen mit vorgelagertem vielfältig nutzbarem Flur sowie in der Melkkammer der Frühstücksbereich mit kleiner Küche und Theke entstanden. Das ehemalige Heulager mit weiteren drei Ferienwohnungen unterschiedlicher Größe wird über die Mal stimmt die Größe nicht, mal fehlt es an Nachfolgern: Auch in diesem Fall wurde die zuletzt im Nebenerwerb betriebene Landwirtschaft schließlich aufgegeben. Die Frage war nun: Was tun mit den Gebäudeteilen des Bauernhofs? Nachdem zunächst mit dem „roten Haus“ ein Neubau für die Eigentümer errichtet und der daraufhin leerstehende bisherige Wohnbereich in Gästezimmer verwandelt worden war, entwickelte sich der Gedanke, den Bauernhof in ein Feriendomizil zu verwandeln, immer weiter. Was zunächst als Versuch und Nebenerwerb ohne großes Risiko gestartet wurde, fand bei Feriengästen großen Anklang, so dass die Eigentümer bereit waren, mit einem zusätzlichen Raumangebot für Feriengäste im ehemaligen Stall und Heulager ein weiteres Wagnis anzugehen. Gemeinsam mit dem Architekten Alexander Nägele und seinem Team entwickelten sie ein Konzept für das ehemalige Bauernhaus, dessen unprätentiöser Charakter beibehalten werden sollte. Zugleich galt es, verborgene innenräumliche Potentiale zu entdecken und den zeitgemäßen Anforderungen an eine Ferienunterkunft gerecht zu werden. Nach dem Umbau GEWERBLICHE BAUTEN BAUERNHOF WIRD FERIENDOMIZIL Umbaumaßnahmen verbinden alte Gebäudeteile mit neuen Ideen Fotos: d’Kammer/Isenhoff Kreativagentur

35 Atmosphäre. Die weißen Kammern im Stall, die hölzernen Boxen im Heustadel, die Treppe im dämmerigen Silo, der hohe Gemeinschaftsraum mit großzügiger Öffnung in den Garten, der kaum zwei Meter hohe Frühstücksraum und die Zimmer im ehemaligen Wohntrakt verleihen dem Anwesen einen zeitlosen Charme und schaffen es, Altes und Neues geschickt miteinander zu verbinden. www.soho-architektur.de de.vola.com Treppe im Silo erschlossen. Den Bauherrn war es bei allen notwendigen Eingriffen wichtig, diese auf ein Minimum zu beschränken und die baulichen Maßnahmen so zu konzipieren, dass Eigenleistung und Familienhilfe möglich sind. Einfache und natürliche Baumaterialen wie Holz, Kalkputz, Hanfkalkstein und Ziegel wurden eingesetzt. Wo es möglich war, wurden Bauteile repariert und wieder verwendet. Durch eine geschickte Einbeziehung der vorhandenen Bauteile und Strukturen entstanden funktionale und doch individuelle Räume mit besonderer GEWERBLICHE BAUTEN

36 tektur muss dem optischen Anspruch des HVBTowers, der immerhin eines der Wahrzeichen Münchens ist, entsprechen. Die Lösungsidee: Der Grundriss ist zwar klein, aber man kann ihn in der Höhe erweitern, indem man den runden Baukörper nach oben hin so weit als möglich auskragen lässt. So entstand ein neun Meter hoher Trichter, der sich mit einem Winkel von 33 Grad nach oben ausweitet. Der Durchmesser am Boden beträgt 28 Meter und wächst an seinem oberen Ende auf 40 Meter an. Den Vorschriften gemäß müssen die Räume einer Kindertagesstätte auf Welch eine Herausforderung! Oliver Betz, der Sohn von Walther und Bea Betz, erhält den Auftrag, dem ikonischen Meisterwerk seiner Eltern – dem Hypo-Tower aus dem Jahr 1981 – ein adäquates Bauwerk gegenüberzustellen. So fasst der Architekt Oliver Betz, der das Büro Betz Architekten weiterführt, die Aufgabe auf, die ihm hier bevorsteht und die ihn mindestens drei Jahre lang Tag und Nacht beschäftigt haben dürfte. Das Gebäude in Gestalt eines umgekehrten Kegelstumpfes wird nun zwar ob seiner futuristischen Form allseits als „UFO“ bezeichnet, wir bleiben doch lieber bei der geometrischen Bezeichnung. Da der Bauplatz in der Arabellastraße 10 etliche Tücken aufwies, musste eine clevere Lösung für die HVB Kinderkrippe mit Büroflächen gefunden werden. Schwierigkeit Nummer 1: Das Grundstück ist so klein, dass darauf niemals ein Gebäude mit der erforderlichen Größe für den Raumbedarf und die Freispielfläche der Kita zu realisieren wäre. Schwierigkeit Nummer 2: Unter dem Bauplatz verläuft in wenigen Metern Tiefe die Röhre der U-Bahn-Linie 4, die nicht belastet werden darf. Schwierigkeit Nummer 3: Die Archi- © Betz-Architekten © Betz-Architekten © HGEsch GEWERBLICHE BAUTEN KEGEL, KELCH ODER TRICHTER Die neue HVB Kinderkrippe im Arabellapark ergänzt das Ensemble des HVB-Towers

37 Gebäude seinem Gegenüber an: Die versetzten Fensterbänder und die metallverkleidete Fassade zitieren das silbern glänzende Äußere des Towers. Als Ensemble von Groß und Klein ist die Kita der Schlussstein des Green-Building-Konzepts der Hypo-Vereinsbank. www.betz-architekten.de einer Ebene liegen. So zogen im kleineren Erdgeschoss Büros ein, im ersten Obergeschoss liegen die Kitaräume und ein Spielplatz im Freien, der mit Sicherheit jedes Kinderherz höher schlagen lässt. Die Spielebene ist abgetieft, was jedwede Geländer überflüssig macht. Die Fläche ist mannigfaltig gestaltet mit einer runden Bobbycar-bahn, Sandkästen, einem Spielhaus zum Klettern und Büschen zum Verstecken spielen. Die dreizügige Kita steht Kindern von Mitarbeitenden der HVB für ein Alter von 3 Monaten bis 3 Jahren zur Verfügung. Auch optisch passt sich das neue © Betz-Architekten © Betz-Architekten © Betz-Architekten © Betz-Architekten © HGEsch GEWERBLICHE BAUTEN

38 NEUE IMMOBILIEN IN DER REGION Moderner, individueller Wohnkomfort, viel Grün, jede Menge Freizeitmöglichkeiten vor der Haustür, trotzdem ganz nah an der Stadt und verkehrsmäßig bestens angebunden – das bietet das Wohnquartier „meinraum München West“ in Aubing-Lochhausen-Langwied. Es erstreckt sich über eine Fläche von etwa sechs Hektar und ist in vier Bauabschnitte unterteilt, die durch Grünflächen, gemütliche Innenhöfe sowie gemeinsame Spielplätze miteinander verbunden und in die idyllische Umgebung integriert werden. Entwickelt und realisiert wird das Projekt von der Bauwens Unternehmensgruppe. Derzeit wird der dritte Bauabschnitt realisiert. Dieser weist eine neue Architektursprache auf, die neben der ansprechenden Fassadengestaltung durch moderne und vielfältige Grundrissgestaltung uberzeugt. „meinraum“ verfügt über ein eigenes Blockheizkraftwerk (BHKW). Durch die strenge Einhaltung von Energieeinsparverordnungen (u. a. KfW 55) verfügt das Quartier über eine besonders energieeffiziente Heizungs- und Warmwasserversorgung und einen effektiven Wärmeschutz. Das bedeutet deutlich niedrigere Energiekosten – und die Gewissheit, klimaschonend und nachhaltig zu wohnen. www.meinraum.de Mit dem Vertriebsstart für Bauteil 1 nimmt die in Moosach geplante Timber Factory weiter Fahrt auf. Der von UBM Development und ARE Austrian Real Estate entwickelte Gebäudekomplex ist Münchens erster Gewerbe-Campus in Holz-Hybrid-Bauweise und mit rund 59.500 m2 Bruttogrundfläche das größte Holzbauprojekt der Landeshauptstadt. Ab Ende 2026 bietet die Timber Factory einen lebendigen Mix aus Produktions- und Entwicklungsflächen sowie Büro- und Einzelhandelsflächen für unterschiedliche Gewerbe- und Light-IndustrialLösungen aus den Bereichen Life Science, Automotive, Robotik, Elektromobilität oder IT. In Sachen Nachhaltigkeit punktet der Campus mit klimafreundlicher Holz-Hybrid-Bauweise und mit einem Energiekonzept, das den CO₂-Fußabdruck minimiert. Thomas G. Winkler, CEO der UBM Development AG, erklärt: „Die Timber Factory bietet, was München braucht: einen ganzen Campus für Gewerbe, in Holzbauweise zur Reduktion des CO₂-Fußabrucks, geeignet für Start-ups wie für Headquarters.“ Hans-Peter Weiss, CEO der ARE Austrian Real Estate, ergänzt: „Neben der Holzbauweise ist auch das Energiesystem der Timber Factory mit Wärmepumpen, PV-Anlagen und Ökostrom klimafreundlich, da es ohne fossile Brennstoffe auskommt.“ www.timber-factory.de, www.ubm-development.com, www.are.at © UBM Development, HH Vision © Bauwens © Bauwens © UBM Development, HH Vision WOHLFÜHLRAUM Das „meinraum“ ist perfekt für Familien TIMBER FACTORY Neuer Campus in Holz-Hybrid-Bauweise

39 NEUE IMMOBILIEN IN DER REGION Rechenzentren nehmen bei der digitalen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft eine Schlüsselrolle ein. LEW TelNet, das Telekommunikationsunternehmen der LEW-Gruppe, errichtet deswegen mit Investitionen in Höhe von mehr als 30 Millionen Euro ein leistungsstarkes ColocationRechenzentrum in Augsburg. Colocation bedeutet: Mehrere Drittunternehmen nutzen die Infrastruktur des Rechenzentrums. Das Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck wurde mit der Bauausführung beauftragt und realisiert das Projekt auf Basis industriell gefertigter Systemelemente, die zum individuellen Gebäude zusammengesetzt werden, bis in die zweite Jahreshälfte 2024. „Mit dem neuen LEW Green Data Center setzen wir unsere Vision eines grünen Colocation-Rechenzentrums in der Region in die Tat um“, sagt Jörg Steins, Geschäftsführer LEW TelNet. Aufgrund des hohen Kühl- und Energiebedarfs ist Nachhaltigkeit einer der wichtigsten Faktoren bei der Planung und Realisierung des Rechenzentrums. Das Energiekonzept des neuen Rechenzentrums gewährleistet, dass der Strombedarf im Regelbetrieb zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie gedeckt wird. Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 2,5 Megawatt Peak werden auf dem Dach und einer angrenzenden Freifläche installiert. „Bei diesem Rechenzentrum kombinieren wir Anforderungen an Flexibilität, Energieeffizienz und Sicherheit“, resümiert Daniel Schmitz, Teamleiter Data Center Construction bei Goldbeck. Abwärme versorgt die Büroräume. Über 600 Racks – Rahmenkonstruktionen, um elektronische oder technische Geräte unterzubringen – finden auf 1.900 m2 Serverfläche künftig Platz. www.goldbeck.de, telnet.lew.de Im Münchner Werksviertel entwickelt die Pandion AG derzeit ihr neues Bürogebäude „Officehome Soul“. Der insgesamt 45.000 m2 BGF umfassende Neubau an der Anzinger Straße 29 wurde bereits Mitte 2021 und damit noch vor dem im Januar 2022 erfolgten Baubeginn für 15 Jahre vollständig an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) vermietet. Einziehen wird eine Hauptabteilung des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA). Die Fertigstellung ist für Mitte 2024 geplant. Die Architektur des bis zu siebengeschossigen Bürohauses stammt aus der Feder von holger meyer architektur aus Frankfurt und erinnert in ihrer Klarheit an die industrielle Vergangenheit des Standorts. Dies unterstreicht auch die besondere Gestaltung der Foyers durch das Kölner Interior-Studio ASH, das dafür Motive aus der Geschichte deutscher Patente aufnahmen und modern interpretierten. Die an das Gebäude angrenzende Promenade wird nicht nur den südlichen Eingang zum Werksviertel darstellen, sie wird auch das Objekt mit dem Schwesterprojekt „Officehome Beat“ verbinden, das rund 32.000m2 Bürofläche umfassen wird. Zusammen mit der rund 400 m2 großen Dachterrasse im 2. Obergeschoss schaffen umlaufende Balkone zu den insgesamt drei Innenhöfen qualitativ hochwertige Aufenthaltsflächen als erweiterte Bürofläche im Außenbereich. Ein modernes Mobilitätskonzept mit über 400 Fahrradstellplätzen mit angeschlossenen Dusch- und Umkleidemöglichkeiten, eine Tiefgarage mit über 300 Einzelstellplätzen sowie Ladestationen für E-Mobilität vervollständigen das Gesamtpaket. www.pandion.de © Pandion © Goldbeck GmbH RAUM FÜR DATEN In Augsburg entsteht ein neues grünes Rechenzentrum ARBEITEN IM SOUL Neuer Bürokomplex im Werksviertel

Home is where the heart is Seit 70 Jahren schafft COR in Rheda-Wiedenbrück Lieblingsplätze, an denen man sich zuhause fühlt. Das ist auch für Sie ein Grund zum Jubilieren. Denn zur Feier des Anlasses gibt es bei uns ein ganzes Jahr lang ausgewählte Leder- und Stoffbezüge zum Geburtstagspreis. Ganz egal, welches Möbelstück Sie damit einkleiden wollen. CONSETA F.W. Möller, 1964 SHRIMP Jehs + Laub, 2011 JALIS Jehs + Laub, 2010 MELL LOUNGE Jehs + Laub, 2015 CORDIA LOUNGE Jehs + Laub, 2016 COR Studio München Leopoldstraße 254 80807 München mo., di., do.,fr. 9:30–18:30 sa.10:00–15:00, mi. geschl. T +49.(0)89.244 087 060 muenchen@cor-interluebke.com cor.de/muenchen Mehr erfahren unter cor.de/geburtstagspreis

41 sie den Stamm einer gelebten Altholholzeiche und illuminierten das Innere der natürlichen Aushöhlung. Besonders am Herzen lag dem Designteam, so Designer Alv Kintscher, der Küchengrundriss. Hier bildet ein polygonal ausgearbeiteter Küchenblock in Form eines Diamantschliffs, der die Herkunft des Bauherren (Südafrika) zitiert, das Zentrum. Dessen kantige Form greift auch die individuell entworfene Leuchte über der Kücheninsel auf. Konkave, Bayerische Gemütlichkeit, modern interpretiert, dies wünschte sich ein Bauherr für das Interior seiner neu erworbenen Stadtwohnung in München. Dabei sollte die Innenausstattung nicht einer typischen Wohnung in der Stadt entsprechen, sondern erdiger, dabei aber elegant und chick – eben „anders“ sein. Zünftiges Flair und Bauernmöbel finden sich hier aber nicht. Alv Kintscher und sein Designteam, die auch mit der Baubetreuung und Projektleitung der Immobilie betraut waren, realisierten ein stimmiges Raumkonzept mit viel Wohlfühlcharakter. Dabei übersetzten sie natürliche Materialien in eine urbane, moderne Sprache, kombinierten Altes mit Neuem. So schufen sie mit Details und eigens designten Unikaten aus Altholz reizvolle Akzente: Zu den haptischen Oberflächen im Wohnraum – Filz und naturgegerbtem Leder an den Wänden – sowie der großzügigen Couchlandschaft in erdigen Tönen kombinierten sie einen, aus einer 10.000 Jahre alten Moorreiche gefertigten Couchtisch. An den Möbelblock, der vom Wohn- zum Kochbereich überleitet, platzierten INNENARCHITEKTUR ÄSTHETISCHE LIAISON Fotos: Peter von Felbert Individuelles Interiorkonzept für eine Stadtwohnung kombiniert Altes mit Neuem

42 turstein. Der 300 Kilogramm schwere Waschtisch mit Bruchsteinkanten wurde aus Münsinger Kernstein gearbeitet. Verglaste Durchgänge und Türen schaffen einen hellen und offenen Raumeindruck. Funktional betrachtet bietet das Apartment eine hochwertige Ausstattung, High-End Lichttechnik und Hifi. (Beteiligte Gewerke/Hersteller siehe S. 78) www.alvkintscher.de mit Schiefer belegte Fronten sind ein weiterer Hingucker der Kücheneinrichtung. Ein skulpturierter Stamm, in den eine Tischplatte in Form einer riesigen Baumscheibe integriert wurde, bildet einen kontraststarken Abschluss der opulenten Küchenzeile mit Kupferfronten im Partyraum. Leder, Filz, Holz und Bricks an den Wänden schaffen ein natürliches Ambiente. Böden, Wände und Decke sind für ein besonders angenehmes Raumklima teilweise in Beton und zum Teil in Kalkputzspachteltechnik ausgeführt. Im zentralen Wohnbereich sind Böden und Decken aus Holz gefertigt, was die Wohlfühlatmosphäre und Gemütlichkeit betont. Im ausgeführten, geplanten Bad dominieren Stahl, Holz und NaINNENARCHITEKTUR

43 in beeindruckenden Größen von bis zu 15 m² Glasfläche möglich“, erläutert Fensterspezialist Weiß. Sie sind nach besten Sicherheitsstandards geprüft und zertifiziert, eine Ausstattung nach Einbruchschutzklasse RC2 und RC3 ist optional erhältlich. Vom Frühstück mit Gartenfeeling über Lunch oder Dinner mit Freunden und Familie am großen Esstisch bis zum Sundowner im eigenen Ruheparadies: Ob geschlossen oder mit weit geöffneten Schiebefronten, ist ein echter Wintergarten ganzjährig und vielseitig nutzbar. www.weissundweiss.de Das ganze Jahr im Drinnen das Draußen genießen – ein echter Wintergarten macht es möglich. Im Gegensatz zu einem Glashaus (auch Kaltwintergarten genannt) ist er absolut wind- und wetterdicht, mollig warm im Winter und durch gedämmte Scheiben heizt er sich auch im Sommer nicht auf. „Ein Wintergarten bietet ein wunderschönes Wohnambiente. Durch seine großen Glasschiebefenster bietet er Offenheit und den Blick in die Natur bei jedem Wetter“, schwärmt Tobias Weiß, Geschäftsführer beim Fenster-, Türen- und Glasbauspezialist Weiß & Weiß aus Kirchheim bei München. Das Familienunternehmen verwirklicht seit über 27 Jahren Wohnträume mit einem Auge für Trends und exklusives Design. Dazu gehören auch perfekte Outdoor-Oasen wie stylishe Wintergärten. Diese echten Wohnraumerweiterungen werden von Weiß & Weiß mit German Design Award 2024-prämierten Solarlux „cero“- Schiebefenstern ausgestattet. Die Glaselemente punkten mit minimalistischem Design und sehr schmalen Rahmen und Profilen. „Dadurch haben sie einen Glasanteil von 98 Prozent und sind INNENAUSSTATTUNG OFFENHEIT BEI JEDEM WETTER Fotos: Solarlux Ein Wintergarten bietet zu jeder Jahreszeit Wohnambiente

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