CUBE München · 03|20

16 Im Erdgeschoss wurde soweit wie möglich ein offener Grundriss geschaffen. Zum Beispiel wur- de aus dem Rundbogen, der den Durchgang zur Küche bildete, ein größerer rechteckiger Durch- bruch, was den Raum weiter erscheinen lässt. Alle Einbauten, wie die neuen Fenster, das Ge- länder der Treppe ins Obergeschoss und die Tü- ren, wurden mit Schwarzstahl gefasst, während alle anderen Oberflächen schlicht weiß gehalten sind. Außer in den Sanitärräumen wurde überall ein neuer Holzdielenboden verlegt. Die neuen Schiebetüren zwischenWohnzimmer, Flur und Eigentlich war die alte Villa ganz schön – aber Schönheit liegt eben im Auge des Betrachters. Man muss ihn schon mögen, diesen 1970er- Jahre-Stil – innen mit kleinteiliger Aufteilung, anheimelnd mit kleinen Erkerchen, Rundbögen und schwülstigen barockisierenden Elementen. So gefiel den neuen Besitzern dieser in die Jahre gekommenen Villa in Grünwald das Ambiente nicht. Sie wollten etwas Modernes, nichts Ver- schachteltes, sondern klare, offene Räume. Die Bauherren in spe suchten einen Architekten, der in der Lage war, das alte in ein neues Haus zu verwandeln und entschieden sich für Christian Sandweger und sein Büro arcs architekten. Ge- meinsamwurde die Planung angegangen, jedoch stellte sich heraus, dass die sehr umfangreichen Umbauten, die sich die Besitzer wünschten, unmöglich mit dem knappen Budget und in einem vorgegebenen Zeitrahmen von nur vier Monaten zu erfüllen wären. Deshalb schlug der Architekt vor, nur sämtliche leichte Einbauten entfernen zu lassen und teure Eingriffe in die Grundstruktur zu vermeiden. Eine Empfehlung auf Basis der Erfahrungen aus vielen vergan- genen Projekten. WOHNGEBÄUDE WIE NEU GEBOREN Fotos: Antje Hanebeck Erstaunliche Verwandlung einer Villa aus den 1970er-Jahren

RkJQdWJsaXNoZXIy NDcxMjk=