CUBE Leipzig · 01|21

64 Mit ihren Papiercollagen eröffnet uns Christiane Wachter Einblicke in eine poetisch-erzähleri- sche und zugleich rätselhaft-surreale Bildwelt. Mal gerissen, mal geschnitten, mal geklebt, mal übermalt und mal schabloniert, appliziert die 1966 geborene Künstlerin die Bruchstücke auf die unterschiedlichsten Malgründe. Dabei werden sie dank ihres Zusammenfügens zu ei- nem eindrucksvollen haptischen und sinnlich- ästhetischen Erlebnis. Die im sächsischen Muldental lebende und seit 1994 frei schaffende Künstlerin verbindet die be- sondere Materialästhetik von Papieren aller Art mit sparsamen Grundierungen, Übermalun- gen und Zeichnungen, die als Unterzeichnung sichtbar bleiben und Strukturen oder Konturen schärfen. Ihre Grundhaltung ist dabei eine zu- tiefst malerische. Im Kern sind ihre Bilder auch Malerei, die sich der Collage als Mittel und Ma- terial bedient. Dabei stehen nicht nur Papiere, sondern auch besondere Grundierungen und Bildträger imMittelpunkt des Schaffensprozes- ses. Etwa alte Faltrollos, historische Schulland- karten oder Lehrtafeln sowie schadhafte Lein- „Tsuju“, 170 cm/125 cm, Collage auf Leinwand, 2018 „Times Square“, 175 cm/125 cm, Collage auf Lein- wand, 2017 „Nina“, 60 cm/60 cm, Collage auf Sperrholz, 2017 KUNST UND KULTUR POETISCHE PAPIERCOLLAGEN Autor: Anja Himmel/Galerie Himmel Künstlerin verbindet besondere Materialästhetik mit Malerei „Landschaft“, 28 cm/34,8 cm, Collage auf Papier, 2017

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