CUBE Leipzig · 01|21

24 „Schaufenster“. Gegenüber liegt die Werktags- kapelle. Die Orgel ist dritter „Verkündigungsort“ und deutlich sichtbar auf der Galerie angeordnet. Über den Luftraum erweitert sich der Kirchen- raum auf die Empore. Die Querorientierung des Kirchenraumes schafft Platz für die Anordnung der Gemeinde in einem offenen Circumstantes, dessen optische und szenografische Mitte der Altarraum ist. Der Verzicht auf Stufen gegenüber der Gemeinde öffnet den Altarraum zusätzlich als mehrdimensional bespielbare Fläche für unterschiedliche liturgische Handlungsformen. Die Kirchweihe am 9. Mai 2015 beendete die über 70 Jahre andauernde Odyssee der Leipziger Propsteigemeinde – St. Trinitatis ist mit dem Neubau ins Zentrum der Stadt zurückgekehrt. Schulz und Schulz Architekten entwickelten die neue Propsteikirche aus dem Organismus der umgebenden Stadt. Ihre Präsenz erhält sie durch den hohen Baukörper und den Turm, vor allem aber durch die einladende Offenheit des Pfarrhofs. Die Silhouetten von Kirche und Rat- haus definieren entlang des Martin-Luther-Rings eine städtebauliche Torsituation, die den Auftakt für die weitere Entwicklung des angrenzenden Stadtraums mit der S-Bahn-Station Wilhelm- Leuschner-Platz, demAreal Nonnenmühlgasse und der weiteren Platzbebauung markiert. Der hohe Kirchenraum ermöglicht eine trans- zendente Raumerfahrung, die durch das große Oberlicht über der Altarrückwand noch intensi- viert wird. Das einfallende Tageslicht bestimmt die Atmosphäre des Raums. Das große ebener- dige Kirchenfenster des Künstlers Falk Haber- korn inszeniert die Kommunikation zwischen Gemeinde und Stadt wie über ein interaktives ÖFFENTLICHE GEBÄUDE EIGENSTÄNDIG UND EMOTIONAL Fotos: Stefan Müller Mit dem Neubau ist die Propsteikirche St. Trinitatis ins Zentrum von Leipzig zurückgekehrt

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