CUBE Köln Bonn · 03|21

40 das Material der Originalfassade aus demselben Steinbruch, aus dem auch die Dombauhütte ih- ren Stein bezog. Friese und Kapitelle wurden erneuert, der historische Giebel erhalten, obwohl das Dach dahinter gänzlich neu errichtet werden musste. Innen erinnern Form und Gestaltung einiger Bauelemente an die Bauzeit des Hauses. In puncto Komfort hingegen wurden die 16 bis Baugrund inmitten der Stadt ist teuer. Das war früher nicht anders als heute. KeinWunder also, dass auch noch so kleine Grundstücke bebaut wurden. Und doch fällt dieses Haus in Köln, den Dom in Sichtweite, ein wenig aus dem Rahmen. Seine sechs Geschosse stapeln sich auf einem 60m² kleinen Grundstück. Hinter der neogoti- schen Fassade wohnen in acht Apartments heute Gäste auf Zeit. Doch bevor die ersten Einzelrei- senden und Gruppen im „statthaus – statt hotel“ nächtigen konnten, musste erst einmal kräftig saniert werden. „Der Stadtkonservator riet mir vor demKauf: ‚So gerne ich es restauriert sehen würde …Tun Sie sich das nicht an‘“, erzählt Bau- herrin und Planerin Kristin Reuther-Mercurio. Sie hat das desolate Haus dennoch gekauft, das von den Jahren und einer abgebrochenen Re- novierung gezeichnet war. Die teilweise in den 1970er-Jahren verkleinerten Fenster führte sie zu ihrer ursprünglichen Größe zurück und legte die teilweise abgehängten Decken wieder frei. Für die detailgetreue Restaurierung der denkmalge- schützten Fassade wählte der Steinmetz Sand- stein in gleicher Qualität. Immerhin stammte GEWERBLICHE BAUTEN KOMFORT IN NEOGOTISCHEN MAUERN Ruhigen Schlaf mitten in Köln bieten sechs Geschosse eines schmalen Stadthauses Fotos: Patricia Banczyk

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