CUBE Köln Bonn · 04|18

78 KUNST UND KULTUR Tausende Flugblätter flattern 1968 aus den Druckerpressen der Kölner Studierenden. Hörsäle werden blockiert, Eier geworfen. Ein ganzes Semester lang wird gestreikt und so die Vor 50 Jahren: Die Ereignisse, die heute unter der Chiffre „68“ zusammengefasst werden, markieren in der Geschichte der Bundesrepublik Deutsch- land einen bedeutsamen Einschnitt. Mit Protes- ten gegen die starren Verhältnisse fordern junge Menschen die bürgerliche Demokratie heraus. Politik, Wohnen, Sprache, Kunst, Kultur, Sexual- leben undMusik: All dies steht auf demPrüfstand und wird nachhaltig beeinflusst. Die große Jubi- läumsschau imKölnischen Stadtmuseum begibt sich auf eine spannende Spurensuche und erzählt von einer Zeit des Aufbruchs, von Konflikten, neuen Protestformen, sich wandelnden Moral- vorstellungen, provokanter Kunst und Musik – und zeigt eine Stadt im Ringen mit sich selbst. „Berlin brennt, Köln pennt!“: So spotten Stu- dierende aus anderen Universitätsstädten mit Blick auf Köln. Tatsächlich fallen die Proteste und Demonstrationen hier im Vergleich zu Städten wie Frankfurt, Hamburg oder Berlin weniger aufsehenerregend aus. Aber auch in Köln artiku- liert man sich und seine Forderungen lautstark, auch hier kommt es zu teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht. Jimi Hendrix kam im Januar 1969 zu einem Konzert nach Köln und schrieb im studio dumont unzählige Autogramme (Privatarchiv Dorothee Joachim, Foto: Jens Hagen) Konzertplakat der Kölner Politrock-Band Floh de Cologne (Kölnisches Stadtmuseum, Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln) Rolf Dieter Brinkmann forderte 1968 die Galeristen des 2. Kölner Kunstmarktes zur Solidarität auf (Privatarchiv Dorothee Joachim, Foto: Jens Hagen) KÖLN 68! Bild-/Textquelle: Kölnisches Stadtmuseum Protest. Pop. Provokation.

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