CUBE Köln Bonn · 04|18

30 Wie geht man heute mit der Nachkriegsmoder- ne um? „Jeder neue Bau muss heute mit dem Alten dealen. Diese Aneignung wird gerne als konservativ, bürgerlich oder rückschrittlich be- zeichnet − ein Stigma, dem man sich als ‚krea- tiver‘ Architekt gerne entzieht. Jeder Architekt sollte offensiv die Chance nutzen, in vergangene Zeitschichten hineinzuschlüpfen, die damaligen Fragen und Lösungen aufzuwärmen und sie am Ende selbstlos weiterzubauen“, so die Antwort Wenngleich die HDI-Gruppe vor über zehn Jah- ren den Kölner Versicherer Gerling übernommen hat und mittlerweile selbst der Name des 1904 gegründeten Konzerns nicht mehr mitgeführt wird, so wird die Marke Gerling überleben, ist doch das Gerling Quartier im Friesenviertel weit über die Grenzen Kölns bekannt: Mit sei- nen Baudenkmälern der frühen Nachkriegsge- schichte zählt das rund 75.000 m 2 große Areal zur Wirtschaftswunder-Architektur der 1950er- und 1960er-Jahre. Unter größter Berücksichtigung baukultureller Ansprüche wird das Ensemble seit 2010 umge- baut. Entstanden sind hochwertige Wohnungen, modernisierte Büroflächen sowie Hotel- und Gastronomieangebote, die demGerling-Quartier neues Leben einhauchen. Wie sich die historische Bausubstanz mit zeitgenössischer Architektur verbinden lässt, zeigt nun auch das jüngst er- öffnete Hotel „The Circle“ im prägnanten Rund- bau Am Klapperhof, 1966 von den Architekten Sobotka und Müller fertiggestellt. Für den ge- stalterischen und technischen Umbau zeichnet das Büro O&O Baukunst, Köln verantwortlich. © Mario Brand GEWERBLICHE BAUTEN FRÜHER GERLING, HEUTE HOTEL Der Südspange des historischen Ensembles wurde neues Leben verliehen Fotos: Steve Herud, Mario Brand

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