CUBE Köln Bonn · 04|18

21 Empore verlängert und durch eine raumhohe Wand mittig geschlossen wurde, konnte das Ge- meindehaus sowohl horizontal als auch vertikal geteilt werden. Für die Belichtung außerordent- lich günstig erwies sich dabei die Bauweise: Das Betonfachwerk aus Stahlbetonmit Ausfachungen aus Ziegeln ließ es zu, das letztere einfach ent- fernt und – je nach Ausrichtung und Funktion – mit ergänzenden horizontalen Fenstern oder industriell anmutenden Sprossenfenstern verse- hen wurden. Alle ersetzten Fenster wurden in Dreifachverglasung ausgeführt, die Fassade mit Eine Visitenkarte der eigenen Bürophilosophie sollte es werden, in einemAltbau, mit der Opti- on Arbeit und Wohnen großzügig unter einem Dach zu verbinden: Das Kölner Planungsbüro studio1073, das auf Innenarchitektur und Archi- tektur-Consulting spezialisiert ist, hatte schon lange nach einem neuen Domizil gesucht. Das evangelische Paul-Gerhardt-Haus in Köln-Vingst – 1966 geweiht, 2013 infolge von Gemeinde- und Kirchensteuerschwund entwidmet und privati- siert – kam da wie gerufen: Die Anlage wurde insgesamt zu elf Wohneinheiten umgewandelt – unter Beibehaltung des Gebäudebestandes und auch einiger sakraler Gestaltungselemente. Anfang der 1960er-Jahre hatten die protestan- tischen Kölner Architekten Schulze Hesse den kubischen Baukörper des Gemeindehauses ge- plant. Zusammenmit einemniedrigeren Schwes- ternhaus, einemKüster- und Pfarrhaus bildete es eine kreuzförmige Anlage. Das ein halbes Jahr- hundert später mit demUmbau betraute Kölner Büro Gruhl Architektur + Projektentwicklung beließ die Kubatur imOriginalzustand – nur das Innere des Bestands wurde ergänzt. Indem die WOHNGEBÄUDE UMNUTZUNG MIT PATINA Fotos: Annika Feuss Ein Gemeindehaus im Kölner Osten wird in großzügige Lofts mit sakralen Spuren transformiert

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