CUBE Köln Bonn · 04|17

72 KUNST UND KULTUR verschließen das Kunstwerk und bewahren es vor weiterer Veränderung. So macht das „Altarbild“ Geschichte sichtbar und ist zugleich konservierte Momentaufnahme. „Parkverbot“, die mit Stacheln versehene Berliner Bank, reflektiert Gebote und Verbote zur Nutzung des öffentlichen Raumes und macht diese beinahe körperlich erfahrbar. Eigens für die Ausstellung im Kunstmuseum Städte und ihre Geschichte(n) – wie beispiels- weise London, Tunis, Dallas, Berlin und jetzt Bonn – bilden den wichtigsten Ausgangspunkt für die Entwicklung von Nadia Kaabi-Linkes Kunst. Dazu gehört das Sammeln von Spuren. Die Künstlerin versteht Spuren in der Stadt nicht nur als Zeichen für das alltägliche urbane Le- ben, sondern vor allem als konkrete Bilder für politisch-geographische Gegebenheiten und ihre Auswirkungen auf Menschen. Diese Spuren und Bilder untersucht Kaabi-Linke eingehend, deutet sie und transformiert sie schließlich in ihrer Kunst. „Altarpiece“ zum Beispiel ist ein Abdruck der Spuren und Markierungen auf der Wand ei- nes Bunkers aus dem 2. Weltkrieg im Zentrum Berlins. Ehemals Schutz für Zivilisten während der Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs wur- de er von der Roten Armee vorübergehend als Kriegsgefängnis genutzt, diente zu DDR-Zeiten als Gemüselager, nach der Wende als ein legen- därer Techno-Club und beherbergt heute die Sammlung Boros, eine umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Kunst. Vergoldete Flügeltüren Nadia Kaabi-Linke: Butcher Bliss, 2010, © Nadia Kaabi-Linke, Foto: Bernhardt Link Nadia Kaabi-Linke: Modulor III, 2017, Courtesy: Arter – Vehbi Koc Foundation, Foto: Andy Stagg Nadia Kaabi-Linke: Parkverbot, 2010, Courtesy Samdani Art Foundation Dhaka (Bangladesh), © Nadia Kaabi-Linke, Foto: Uwe Walther VERSIEGELTE ZEIT Bild-/Textquelle: Kunstmuseum Bonn Nadia Kaabi-Linke

RkJQdWJsaXNoZXIy NDcxMjk=