CUBE Hamburg · 4|23

04|23 WOHNGEBÄUDE Drei Schwestern – Die Neubauten erinnern an champagnerfarbene Nadelstreifenanzüge INNENARCHITEKTUR Leichte Eleganz – Reduktion auf das Wesentliche und ein Twist zeichnen eine Maisonette aus LICHT SPEZIAL Elegant und innovativ – Moderne Schaltersysteme kontrollieren mehr als nur die Beleuchtung KUNST UND KULTUR Glauben und glauben lassen – Eine Ausstellung über Freiheiten und Grenzen im Altonaer Museum www.cube-magazin.de Das Hamburger Magazin für Architektur, modernes Wohnen und Lebensart © Jochen Stüber

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3 INHALT jetzt in der kalten Jahreszeit werden die Tage kürzer und dunkler. Ich bin immer wieder fasziniert von diesem sich stetig im Jahreslauf wiederholenden Wandel, der mich an Ein- und Ausatmen erinnert: Die sommerlichen Monate ziehen uns magisch nach draußen und lassen uns die Gemeinschaft mit vielen suchen, in den winterlichen Monaten kehren wir wieder in unsere Räume zurück und genießen dort intensiv Rückzug und Privatheit. Drinnen sein verspricht Wärme und Licht. Elementar für dieses zutiefst menschliche Bedürfnis ist unser Zuhause, unsere Wohnung, unser Haus. Und das auf ganz persönlicher Ebene, aber auch auf gesellschaftlicher Ebene als immer noch ungelöste Wohnungsfrage. Deshalb liegt der Fokus dieser Winterausgabe auf dem Wohnungsbau in seiner ganzen Vielfalt, von gründerzeitlicher Pracht in Rotherbaum über innovative Schwestern in Wilstorf bis zu überraschenden Kolibris im Barmbeker Vogelviertel. Und das Licht Spezial zeigt wie Lichtdesigner:innen Gebäude künstlerisch inszenieren oder eine Leuchte in eine geradezu magische Lichtskulptur transformieren. Viel Freude beim Lesen und Entdecken! Ihre CUBE-Redaktion Bettina Schön Liebe Leserin, lieber Leser, ZU NEUEM LEBEN ERWECKT – Stipendiat:innen leben und arbeiten in einem historischen Landhaus 6 INMITTEN ALTER EICHEN – Ein minimalistisches Wohnhaus inszeniert den Blick auf die Bäume 9 AUS EINS MACH SIEBEN! – Die Kolibri-Studios im Barmbeker „Vogelviertel“ sind eine echte Überraschung 12 WEIT UND LEICHT – Eine moderne Interpretation des klassischen Siedlungshauses 15 DREI SCHWESTERN – Die Neubauten erinnern an champagnerfarbene Nadelstreifenanzüge 18 FLIESSENDE RÄUME – Nach Kernsanierung und Umbau entfaltet eine gründerzeitliche Villa ihre Pracht 20 ES KLAPPERT DIE MÜHLE – Eine Wassermühle wird mit Respekt vor dem Alten zum modernen Wohnraum 22 WOHNBAUPREIS 2023 ENTSCHIEDEN – Auszeichnungen für besondere Qualitäten und Lösungen 27 WOHN- UND LEBENS(T)RÄUME – „Häuser des Jahres 2023“ und „Ausgezeichneter Wohnungsbau“ 28 NEUE IMMOBILIEN in Hamburg 30 LEICHTE ELEGANZ – Reduktion auf das Wesentliche und ein Twist zeichnen eine Maisonette aus 33 MONOCHROM, KLAR UND SANFT – Ein kleines, aber feines Büro in Rotherbaum 36 EIN NEUES HEARTQUARTER – Angepasste Räume für New-Work-Culture schaffen inspirierenden Ort 38 ELEGANT UND INNOVATIV – Moderne Schaltersysteme kontrollieren mehr als nur die Beleuchtung 40 INS RECHTE LICHT GERÜCKT – Eine anspruchsvolle Beleuchtungsplanung macht das Haus zum Kunstwerk 42 MAGISCH ILLUMINIERT – Eine Lichtskulptur gewann den renommierten [d]arc award 44 EIN PERFEKTES TEAM – Der Plissee-Schirm machte Erik Hansens Scherenarmleuchte zum Erfolgsmodell 47 EINE EXKLUSIVE WELTNEUHEIT – So werden auch klassische Leuchten kabellos 51 BLICK AUFS FLAMMENSPIEL – Feuerstellen in atemberaubendem Design und mit inneren Werten 56 SUBTILE TRANSFORMATION – Die Sanierung des Künstlerhauses ermöglicht neuen Blick auf Emil Nolde 58 GLAUBEN UND GLAUBEN LASSEN – Eine Ausstellung über Freiheiten und Grenzen im Altonaer Museum 60 IMPRESSUM 66 Wohngebäude Innenarchitektur Baukultur Architektur-Awards Immobilien Innenarchitektur Licht Spezial Möbelklassiker Design aus Hamburg Kamine und Öfen Ausflugstipp Kunst und Kultur Impressum

DAS ORIGINAL AUF DEM WEG ZUM ORIGINAL.

FEUERRING.CH FOTOGRAFIE: SYLVAN MÜLLER

6 aber eine herausfordernde Aufgabe, da der Bestandsbau für die Gründung und Erschließung hangseitig gänzlich tiefergelegt werden musste. Ziel war es, das elbseitige Erscheinungsbild der Hamburger Kaufmannsvilla nicht zu stören, sondern vielmehr mit dem neuen Hanggeschoss aufzuwerten. Von der in moderner Architektursprache ausgeführten Erweiterung profitiert das ganze Gebäude. Die Fassade, die sich zur Elbe durch Panoramafenster großzügig öffnet, Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. beauftragte das Büro Cattau Architekten, das ehemalige Gästehaus der Stiftung an der Elbchaussee in ein Wohnhaus mit vier Wohneinheiten umzuwandeln. Das Bestandsgebäude wurde 1937 vom Architekten Max Zoder entworfen. Der Unternehmer Alfred Toepfer ließ es als Wohnhaus für seine Eltern erbauen. Die zweigeschossige rote Backsteinvilla mit weißen Fenstern wurde zeittypisch ganz im traditionellen Stil als Landhaus mit Walmdach gestaltet. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente sie zuerst der Stadt Hamburg und dann der Stiftung als Gästehaus. Nach einem erheblichen Wasserschaden, bei dem auch die gesamte Innenausstattung verloren gegangen war, wurde das historische Landhaus vom Architekturbüro komplett entkernt und neu aufgebaut. Die bevorzugte Lage auf der „nassen“ Seite der Elbchaussee, mit großartigem Blick auf Hafen und Elbe, galt es dabei zu nutzen. So wurde der elbseitige Hang ausgehöhlt, um das Haus mit einem weiteren Hanggeschoss auf Kellerebene zu versehen. s dient der unteren Wohnung als Wohn- und Atelierebene. Technisch war dies WOHNGEBÄUDE ZU NEUEM LEBEN ERWECKT Fotos: © Jakob Börner / @jakob_boerner Stipendiat:innen leben und arbeiten im historischen Landhaus an der Elbchaussee

7 planten auch die Inneneinrichtung. Dabei achteten sie besonders auf hochwertige Materialien und beste handwerkliche Ausführung: Einbauschränke und Parkett aus Eiche, Handläufe aus Stahl, Natursteinböden und gläserne Brüstungen. Eine zurückhaltende Farbpalette sorgt für eine ruhige Ausstrahlung und ermöglicht sowohl ein konzentriertes Schaffen als auch ein Genießen des Ausblicks. www.cattau-architekt.de www.toepfer-stiftung.de bietet einen großartigen und weiten Blick über die Einfahrt zum Hamburger Hafen. Ein neues Treppenhaus erschließt die vier Appartements, von denen sich eins von der Eingangsebene bis ins Hanggeschoss erstreckt, zwei weitere sind im Obergeschoss angeordnet und das vierte liegt im Dachgeschoss. Hier werden für Wochen oder Monate ausgewählte Stipendiat:innen wohnen, um sich ganz ihren Projekten zu widmen, die den Stiftungszwecken Kunst und Kultur, Bildung und Gesellschaft, Wissenschaft und zukunftsgerechte Landnutzung entsprechen. Cattau Architekten WOHNGEBÄUDE

9 mit Eingang, Garderobe und Gäste- bzw. Arbeitsbereich sowie einer offenen Raumabfolge zum Wohnen, Essen und Kochen. Dieses Zentrum des Familienlebens öffnet sich über die gesamte Breite mit deckenhohen Schiebefenstern zum Garten hin und feiert die Aussicht auf die wunderschönen, 200 Jahre alten Eichen. Alle Wohnräume wirken ausgesprochen großzügig und hell. Das Obergeschoss hingegen dient der privaten Nutzung als Rückzugsort für Eltern und Kinder, der über eine einläufige Treppe erreicht wird. Ein multifunktionales, knapp acht Meter Die privaten Bauherren, eine Familie mit zwei Kindern, wünschten sich ein Wohnhaus mit einem modernen Raumgefüge und einer klaren Gliederung des Baukörpers mit Flachdach. Das neue Zuhause sollte sich harmonisch und dennoch eigenständig in den alten Eichenbestand ihres großzügigen Waldgrundstückes einbetten. Die Bauherrin ist selbst Architektin mit sehr hohem ästhetischem Anspruch und Affinität zu zeitloser Architektur. Inspiriert durch Veröffentlichungen über andere Wohnprojekte dieses Büros, hatte sie sich an Gnosa Architekten gewandt. Der exakte Minimalismus des Wohnsolitärs für die Familie ist mit strenger Konsequenz durchformuliert. Hierbei setzten die Architekten auf raffinierte Weise die Wünsche nach großzügigen, gut proportionierten Fensterflächen einerseits und ausreichender Privatsphäre anderseits um. Dies gelang durch eine kubistische Verschachtelung der beiden Obergeschosse, die die richtige Balance aus Massivität und Auflockerung findet. So fügt sich das neue Zuhause perfekt in die Umgebung ein. Die beiden Geschosse sind klar strukturiert – unten Wohnen, oben Schlafen. Das Erdgeschoss ist der eher öffentliche Bereich WOHNGEBÄUDE INMITTEN ALTER EICHEN Fotos: Stefan Trocha Ein minimalistisches Wohnhaus inszeniert den Blick auf die Bäume

10 Tiefe Sitznischen mit Holzrahmen aus hellem Eichenholz bieten zusätzlich im Flur einladende Aufenthaltsbereiche und unterstreichen den wohnlichen Charakter. Die hellen Materialien, wie Sichtbeton und Eichenholz im Innenbereich und die anthrazitfarbenen Aluminiumfenster und schwarzen Klinkerriemchen im Außenbereich stehen in einem spannungsvollen Kontrast zur gestalterischen Vielfalt der umliegenden Einfamilienhausbebauung. www.gnosa-architekten.de langes Brüstungsmöbel dient als Sitznische und verwandelt den Flur in einen attraktiven Aufenthaltsbereich. Das Reich der Eltern öffnet sich mit großzügigen Fensterflächen auf die Dachterrasse unter den Baumkronen. Durch geschickte Raumanordnung fällt während des gesamten Tagesverlaufs Licht in das Haus. Raumhohe Durchgänge mit Schiebetüren schaffen fließende Räume, Flexibilität und Großzügigkeit. Hinter ebenfalls raumhohen Paneelen verbergen sich geräumige Stauflächen. WOHNGEBÄUDE

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12 WOHNGEBÄUDE

13 von einer Partei bewohnt wird. Erschlossen wird das Gebäude über ein raumsparendes, zentral liegendes Treppenhaus. So finden pro Etage zwei kompakte Zweizimmerwohnungen mit Balkon oder Terrasse und durchgestecktem Grundriss auf rund 35 m² nebeneinander Platz. Ziel war es, kleine Wohnungen von hoher räumlicher Qualität zu schaffen. Durch die kompakte Bauform und die Wärmeerzeugung mit einer Wärmepumpe ist das Gebäude ein Beispiel für eine nachhaltige Nachverdichtung. bei der kein Grund und Boden in innerstädtischer Lage zusätzlich versiegelt wurde. www.swre.eu In Barmbek-Nord liegt zwischen Star-, Drossel-, Wachtel- und Meisenstraße das sogenannte „Vogelviertel“. Mitten drin ist die Steilshooper Straße geprägt von zweigeschossigen Stadthäusern, die Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurden. Die schmalen, meist nur sieben Meter breiten Grundstücke verfügen über kleine Vorgärten und idyllische rückwärtige Gärten und sind mehrheitlich mit Häusern bebaut, die jeweils von einer Partei genutzt werden. Dazwischen stehen aber auch mehrgeschossige Häuser, die in der Wiederaufbauzeit nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Im Zuge der Nachverdichtung des beliebten Stadtteils wurde das vorliegende kompakte Townhouse vom Architekturbüro Schleicher Weiss Assozierte so entworfen, dass es zum einen sieben Parteien neuen Wohnraum bietet und sich zum anderen harmonisch in die heterogene Stadthaus-Architektur einfügt. Der Erker, das zurückhaltende Spiel mit den Fensteröffnungen, die Dachform mit der versetzten Gaube sowie die hochwertige Materialwahl lassen den Geschosswohnungsbau wie ein Stadthaus erscheinen, das WOHNGEBÄUDE AUS EINS MACH SIEBEN! Fotos: Kevin Winiker Eine echte Überraschung: Die Kolibri-Studios im Barmbeker „Vogelviertel“

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15 rückhaltend in den Bestand ein. Aber der akzentuierte Eingang, das über Eck laufende Fensterband im Erdgeschoss, die schmalen, stehenden Fensterformate in den oberen Geschossen und der expressive Klinker sprechen eindeutig die Architektursprache der Moderne. Rückseitig öffnet sich das Haus mit großflächigen, auch über zwei Geschosse reichenden Glaselementen zum Garten, verknüpft so Innen und Außen. Innen dominieren Helligkeit und Transparenz Dass das Internet Menschen weltweit verbindet, ist ja eigentlich eine Binsenweisheit, die aber in der Geschichte dieses Einfamilienhauses einen besonderen Charme entwickelt. Wie oft kommt es vor, dass ein kleines Architekturbüro in Hamburg eine Anfrage aus Singapur erhält, ob es in Niendorf ein Einfamilienhaus bauen könnte? Genauso war es hier. Eine in Singapur lebende Familie stieß bei Recherchen im Internet auf die Architektin Beate Rottwinkel. Sie beauftragten diese, für die geplante Rückkehr nach Deutschland ein neues Zuhause zu bauen – auf einem Grundstück in Niendorf, das bereits im Besitz der Familie war. Die Gespräche, Abstimmungen und Entwürfe der ersten Planungsphasen fanden per Videokonferenz statt. Baurechtlich war auf dem Grundstück die Grundfläche für das Gebäude vorgegeben. Die Bauherrschaft wünschte sich, passend zur Dachform der Nachbarhäuser, auch ein Satteldach. Darauf reagiert der Entwurf mit einer zeitgemäßen Interpretation des klassischen Siedlungshauses. Zur Straßenseite fügt sich der Neubau mit seiner einfachen Gebäudeform bewusst zuWOHNGEBÄUDE WEIT UND LEICHT Fotos: Veronika Krebs Eine moderne Interpretation des klassischen Siedlungshauses

16 Nachhaltigkeit. In Massivbauweise errichtet, wurde es mit einer Wärmepumpe, einer Fotovoltaikanlage mit Speicher sowie einer Lüftungsanlage ausgestattet. Der Keller wurde wegen des hohen Grundwasserstands als weiße Wanne ausgeführt und ist auch zu Wohnzwecken nutzbar. (Beteiligte Gewerke/Hersteller siehe S. 64) www.rottwinkel-architektur.de – ein interessanter Kontrast zur dunklen Hülle des Baukörpers. Das Haus ist lichtdurchflutet und überaus großzügig. Selbst die Treppe reduziert ihr Material auf das Notwendige. Loftartig anmutende Glas-Stahl-Elemente als Türen, weiße und helle Oberflächen der Wände, Böden und Möbel, eine reduzierte Farbpalette der Möbel, bewusst gesetzte Akzente in Gold oder aus Holz unterstützen den offenen Grundriss und machen das Haus weit und leicht. Das neue Zuhause der vierköpfigen Familie umfasst 226 m² Wohnfläche. Das Einfamilienhaus erfüllt hohe Ansprüche an Energieeffizienz und WOHNGEBÄUDE

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18 den Wohnungen ein privater Freibereich vorgelagert. Alle Häuser werden über zentral gelegene Treppenhäuser erschlossen, das fünfgeschossige Haus verfügt zusätzlich über einen Aufzug. Die eingeschnittenen Hauseingänge sind mit einer Natursteinfassade verkleidet. Innen werden alle Bewohner:innen von raumhohen Spiegeln begrüßt. Zusammen mit der warmen Farbgebung des Treppenraums und den strukturierten Fliesenstreifen im Kellerabgang entstehen so großzügige, wertige Erschließungsräume. Die Fassaden der drei Neubauten vermitteln Das Areal zwischen Bahntrasse und Außenmühlenteich im Stadtteil Wilstorf ist von einer heterogenen Wohnbebauung geprägt: Es umfasst schlichte Etagenhäuser der Gründerzeit, Einfamilienhäuser sowie eine Siedlung der 1960er-Jahre mit Geschosswohnungsbau und kleinem Supermarkt. Der Discounter an der Kreuzung Wasmerstraße/Reeseberg wurde zur Jahrtausendwende aufgegeben und schließlich abgerissen. Der neue Eigentümer dieses Eckgrundstückes, der Bauverein Reiherstieg eG, wünschte sich hier einen urbanen, flächen- und kostensparenden Wohnungsbau. Renner Hainke Wirth Zirn Architekten haben drei rautenförmige Gebäude entwickelt und passgenau zwischen die schönen Bestandsbäume gesetzt. Der Baukörper zur Kreuzung hat fünf Geschosse, die beiden anderen je vier. Insgesamt entstanden 37 lichtdurchflutete Wohnungen (darunter 19 öffentlich geförderte) mit zwei bis vier Zimmern bei Wohnflächen von 45 bis 110 m². Zusätzlich wurde im Erdgeschoss des Hauses am Reeseberg eine Kita für 34 Kinder in zwei Gruppen untergebracht. Bei allen anderen Erdgeschossflächen ist WOHNGEBÄUDE DREI SCHWESTERN Fotos: Stephanie Brinkkötter Die genossenschaftlichen Neubauten erinnern an champagnerfarbene Nadelstreifenanzüge

19 Blechfugen verspringen an den Fensteröffnungen und erzeugen so ein abwechslungsreiches, flächiges Gesamt-Fassadenbild. Kantung und Farbe der Fassadentafeln wecken Assoziationen zu einem champagnerfarbenen Nadelstreifenanzug. Die Gebäude wurden im KfW-Effizienzhaus 55 Standard errichtet und mit Gründach, Luft-Wärmepumpe, Fußbodenheizung und Drei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung ausgestattet. www.rhwzarchitekten.de durch ihre Materialität und Struktur zwischen den unterschiedlichen Nachbarschaften. Die umlaufend gefassten, bodentiefen Fenster, die geschützten Loggien zum öffentlichen Straßenraum und die vorgehängten Balkone in die Höfe hinein reagieren auf Himmelsrichtungen und Bestandsbauten. Das Fassadenmaterial besteht aus einem individuell gekanteten Aluminiumblech. Die vertikalen Streifen laufen über die gesamte Gebäudehöhe und werden alleine durch die Fenstereinfassungen und das Spiel der horizontal versetzten Geschossbänder unterbrochen. Die WOHNGEBÄUDE

20 derts als auch den Lebensstil des wohlhabenden Bürgertums dieser Epoche. Das ehemalige jüdische Viertel am Grindel gehört ebenso dazu wie die Wohnsitze bedeutender Künstler:innen und Wissenschaftler:innen. Diese Villa wurde wahrscheinlich 1882 erbaut, der Architekt ist nicht bekannt. Die Bauakten vermerken unterschiedliche Besitzer:innen und Nutzungen. Der Bauherr hat die Immobilie 2015 zum Wohnen und Arbeiten erworben und von BUB Architekten BDA kernsanieren und umbauen lassen. Das Souterrain wurde für eine Büronutzung saniert, Der Stadtteil Rotherbaum gehört mit seiner Nähe zur Innenstadt und bevorzugten Lage an der Außenalster zu den besten Adressen in Hamburg. Das Gebiet zwischen Rothenbaumchaussee und Alsterufer umfasst die Badestraße, Feldbrunnenstraße, Heimhuder Straße und Johnsallee. Es ist geprägt von repräsentativen Villen mit parkartigen Gärten im Alstervorland, Reihenvillen und Etagenwohnhäusern mit Hausgärten sowie Terrassenhäusern und Passagen aus dem 19. Jahrhundert. Neben einem bedeutenden Bestand alter Straßenbäume weisen auch die Gartenanlagen vielfach alten Baum- und Gehölzbestand auf. Sie sind mit teilweise erhaltenen Mauern, Einfriedigungen, Pavillons und Terrassen Ausdruck der Gartenkunst ihrer Zeit. Beim gesamten Areal handelt es sich baurechtlich um ein Erhaltungsgebiet der Milieugebietskategorie l (Gebiete von gesamthamburgischer Bedeutung). Aufgrund seiner Größe und der ungewöhnlich hohen Qualität der erhaltenen Bebauung stellt es ein städtebauliches Ensemble von hohem Rang dar. Es repräsentiert sowohl die wesentlichen Bauformen des 19. JahrhunWOHNGEBÄUDE FLIESSENDE RÄUME Fotos: Alexandra Bub Die gründerzeitliche Villa entfaltet nach Kernsanierung und Umbau ihre ganze Pracht

21 Wandmalereien im Treppenhaus freigelegt und die üppigen Stuckelemente aufwendig gereinigt und repariert. Das Gäste-WC erhielt einen besonderen Prägeputz. Die Fenster und Haustüren wurden nach traditionellem Vorbild erneuert und die historischen Holzdecken brandschutztechnisch ertüchtigt. Eine skulpturale Spindeltreppe erschließt nun die neue Dachterrasse. www.bub-architekten.de das Hochparterre erhielt repräsentative Räume für Empfang und Besprechungen. Das Obergeschoss und das Dachgeschoss dienen der Wohnnutzung während das Dach als grüne Dachterrasse zugänglich gemacht wurde. Leitidee war, Charakter und Charme des Altbaus zu erhalten bzw. wieder herauszuarbeiten, unsensible Eingriffe aus den 1960er-Jahren in die Bausubstanz zu korrigieren, aber auch gezielt als Kontrast moderne, puristische Akzente zu setzen. Der Bauherr ist Kunstsammler und wünschte sich viele freie Wandflächen zur Hängung von Bildern. Raumhohe Einbaumöbel und Stahl-Glasabtrennungen unterstützen die fließende Raumabfolge. Die Küche öffnet sich über die gesamte Wandbreite ganz zum Garten. Im Rahmen der Sanierung wurden historische WOHNGEBÄUDE

Kai Steppan Dipl.- Ing (FH) Büro Hamburg Forsmannstraße 14b 22303 Hamburg Büro Berlin Gneisenaustraße 64 10961 Berlin Termine nach Vereinbarung kaisteppan.de kaisteppan_official

23 im Rahmen der Neugestaltung als Aufenthaltsraum für Gäste in den Wohnbereich integriert. Die Position der alten Wände blieb durch das erhaltene Fachwerk sichtbar, der Boden wurde auf ein Niveau gebracht und mit einem geschliffenen Heizestrich aus Weißzement ausgeführt. Der Mühlensaal samt Mahlstein ist ohne Veränderung erhalten geblieben und dient als Atelier. Das über eine offene Stahltreppe erschlossene Dachgeschoss ist der familiäre Rückzugsort. Es Eine denkmalgeschützte Wassermühle im Wendland, die bis 2020 sogar noch in Betrieb war, wurde für einen Hamburger Regisseur, Künstler und Coach zu einem außergewöhnlichen Wohnhaus mit Coachingräumen umgebaut. Das Konzept für das Makeover stammt vom Hamburger Büro PLY Atelier. Dieses intergrierte zahlreiche Eigenheiten der 1881 erbauten Mühle mit viel Fingerspitzengefühl in die Neugestaltung. Besonders der Austausch mit dem Sohn der letzten Müllerin forderte einen sensiblen Umgang mit dem Gebäude. Er war hier aufgewachsen, dann weggezogen und im Rentenalter zurückgekehrt, um hier mit seiner Frau sowie Hund, Katze, Schafen und schottischen Hochlandrindern zu leben. Von Zeit zu Zeit mahlte er sogar noch Korn. Das Paar beschloss 2020, zu seinen Kindern und Enkeln an den Bodensee zu ziehen und die Mühle zu verkaufen. Was den einstigen Besitzer besonders freuen dürfte: Nach dem Umbau erinnert in dem großen Klinkergebäude immer noch vieles an die ursprüngliche Nutzung. Der frühere Transmissionsraum im Erdgeschoss etwa, von dem aus Lederriemen die Mahlsteine antrieben, wurde INNENARCHITEKTUR ES KLAPPERT DIE MÜHLE Fotos: Nina Struve Eine denkmalgeschützte Wassermühle wird mit Respekt vor dem Alten zum modernen Wohnraum

24 rich mit Weißzement. Der Beton für Küchen- und Waschtischplatten ist so pigmentiert, dass er zu den Böden passt. Neu eingesetzte Fenster, die neue Treppe, das Schuhregal, die beiden Kamine und teilweise Tischfüße sind aus walzgrauem Stahl hergestellt, der nur geölt wurde. Messing, der für Küchensockel und Armaturen ohne Oberflächenschutz eingesetzt wurde, wird mit der Zeit eine dunkle Patina annehmen. (Beteiligte Gewerke/Hersteller siehe S. 64) www.ply.de umfasst drei Zimmer, ein Bad und einen großen, offenen Wohn- und Küchenbereich. Puristische Materialitäten prägen alle Räume: Holz, Messing, Beton und Stahl, wobei Holz als tragende Struktur und Fachwerk überall zu finden ist. Die historischen Balken wurden nur gereinigt. Im 1. Obergeschoss und Dachgeschoss gelang es, Dielenböden aus Lärchen- und Kiefernholz freizulegen. Um einen möglichst hellen Boden zu erhalten, wurden alle Dielen gebleicht und hell pigmentiert geölt. Im Mühlensaal wurden die Bretter nur gereinigt, alle Spuren und Unebenheiten der Vergangenheit sind erhalten geblieben. Für sämtliche Einbaumöbel verwendeten die Architekten Eiche geölt mit weißer Pigmentierung. Das Erdgeschoss und alle Bäder erhielten einen geschliffenen EstINNENARCHITEKTUR

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26 rund 7,5 Tonnen CO2. Soweit die Fakten. Was die Optik angeht, können realisierte Projekte überzeugen wie das Suite & Breakfast Hotel in Büsum. Eine weitere Spezialität des Unternehmens ist das Schneiden der Steine zu Riemchen. „In unserer eigenen Schneidanlage können alle angebotenen Steine zu Riemchen aufgeschnitten werden und für verschiedene Einsatzgebiete weiterverarbeitet werden“, so Lass. Auf diese Weise ist es möglich, authentische Riemchenfassaden für den Innen- und Außenbereich zu schaffen. Als Beispiel sei das Lighthouse Hotel & Spa in Büsum genannt. Über 700 m² historische Ziegelriemchen wurden hier verarbeitet – unter anderem in der Lobby, in der Bibliothek, im Restaurant und im Treppenhaus. Charakterwände, die Behaglichkeit schaffen und ein gutes Gefühl hinterlassen. In vielerlei Hinsicht. www.defries.com Wer CO2 beim Bauen sparen will, muss neue Wege gehen und kann dabei sogar auf Altes zurückgreifen. Genau das macht DeFries. „Wir setzen auf die Wiederverwertung alter Ziegelsteine und helfen so dabei, Bauprojekte zu nachhaltigen Objekten zu machen“, erklärt Vertriebsleiter Jörg Lass. Und das kommt an – sowohl aus klimatechnischen als auch aus optischen Gründen. Schließlich bringen die wieder verwendeten Baustoffe eine Geschichte und einen ganz eigenen Charakter mit. Vor allem auch, weil Farbspiele, Oberflächen oder Formen oft aus alter Handarbeit stammen und für eine natürliche Optik sorgen. Antike Verblender, Dachpfannen und Natursteine bekommt das Unternehmen aus regionalen Abbrüchen und aus ganz Europa. Sind die Baustoffe da, erfolgt die Aufarbeitung an den Standorten Garding und Ostrohe, wobei jeder Stein individuell beurteilt und aufgearbeitet wird. Um zukünftig größere Mengen bedienen zu können, ist ein Ausbau der Kapazitäten geplant – wovon nicht zuletzt die Umwelt profitiert: Schließlich sparen DeFries Ziegel im Vergleich zu neu hergestellten Ziegeln ca. 87 Prozent CO2 ein. Am Beispiel eines Einfamilienhauses bedeutet das eine Ersparnis von 22 Tonnen Steinen und © Heimathafen® Hotels © Heimathafen® Hotels Suite & Breakfast Hotel in Büsum Lighthouse Hotel & Spa in Büsum Lighthouse Hotel & Spa in Büsum MATERIAL NEUER EINSATZ FÜR ALTE ZIEGEL Unternehmen bereitet alte Ziegelsteine auf – für Charakterwände mit Geschichte

27 Tradition: Generationenübergreifend und sozial vielfältig inklusive Gemeinschaftsräumlichkeiten. Der Wohnungsbau an der Gärtnerstraße von HS-Architekten (unten) zeigt, wie man mit den Vor- und Nachteilen der Enge eines Hinterhofes kreativ umgehen kann. Das Repertoire der Laubengänge, einer Erschließungsgasse und die Nutzung kleinster Freiflächen wird dabei vorbildlich genutzt. www.architektur-centrum.de Das Architektur Centrum Hamburg vergibt alle drei Jahre den WohnbauPreis Hamburg und verfolgt damit das Ziel, besondere bauliche und gestalterische Qualitäten wie auch integrative und nachhaltige Lösungen im aktuellen Wohnungsbau hervorzuheben. Die Jury vergab für 2023 je vier gleichberechtigte erste, zweite und dritte Preise sowie vier Anerkennungen und einen IdeenPreis für noch nicht realisierte Projekte. Die vier Wohnbauten im 1. Preisrang stellen wir hier vor. Die „Drei Schwestern“ von Renner Hainke Wirth Zirn Architekten (oben links) zeigen beispielhaft, wie in einem heterogen bebauten Umfeld kosten- und flächensparender Wohnungsbau im KFWEffizienzhaus 55-Standard trotz engem Budget gelingen kann (siehe auch Bericht auf Seite 18). Dem „Herz von Barmbek“ von APB. Architekten (oben rechts) gelingt es, trotz schwieriger Lage zwischen Hochbahn-Viadukt und Straße, angenehme Wohnungen und hervorragende Freiraum im Innenhof zu gestalten. Auf dem Baufeld 3B im Pergolenviertel realisierten KBNK Architekten (Mitte) Wohnarchitektur in bester Hamburger © Piet Niemann © Werner Huthmacher © Christian Spielmann © Stephanie Brinkkoetter BAUKULTUR WOHNBAUPREIS 2023 ENTSCHIEDEN Auszeichnungen für besondere Qualitäten und Lösungen im aktuellen Hamburger Wohnungsbau

28 Das Buch „Häuser des Jahres – die besten Einfamilienhäuser“ präsentiert 50 im deutschsprachigen Raum von Architekt:innen geplante Eigenheimprojekte. Diese wurden im Rahmen der 13. Auflage des Wettbewerbs „Häuser des Jahres“ von einer Expertenjury gekürt. Die Immobilien werden in Text, Bild und mithilfe von Plänen ausführlich vorgestellt. Sie gewähren Einblick in 50 individuelle Planungsgeschichten von Architekt:innen und Bauherr:innen, die gemeinsam Wohn- und Lebens(t)räume realisiert haben – ob aus Stein, Holz oder Beton, am Hang, in der Stadt oder auf dem Land. Zudem überzeugen die besten ausgezeichneten Produktlösungen Architects’ Choice durch Innovation, Gestaltung und Nachhaltigkeit. Daher hat die Jury auch 2023 wieder Häuser gekürt, deren Architektur den Wohnraum innovativ gestaltet und somit einzigartige Einfamilienhäuser kreiert. 50 weitere beispielhafte Bauten werden in einer Longlist gezeigt. Größe ist übrigens kein Auswahlkriterium: Unter den 50 Häusern des Jahres 2023 ist ein 38 Quadratmeter kleine Ferienhaus, das den begrenzten Wohnraum effizient aufteilt, damit bis zu fünf Personen darin Platz haben. © Lars Gruber © Viola Epler © Veit Landwehr © Peri 3D Construction ARCHITEKTUR-AWARDS WOHN- UND LEBENS(T)RÄUME „Häuser des Jahres 2023“ und „Ausgezeichneter Wohnungsbau“ „Gute Nachbarschaft“ in Hösbach von Ewich Innen Architektur 1. Preis, „Das Musterhaus“ in Heilbronn von Atelier Kaiser Shen, Foto: Brigida González „Das Schutzhaus“ in Dernau an der Ahr von Studio Hertweck „Bauen wie gedruckt“ in Beckum von MenseKorte „In den Schatten gestellt“ in Köln-Lövenich von Bruncken Frett Architekten

29 Die Frage, was wir eigentlich neu bauen – und was nicht – lenkt den Blick auf den Bestand. Müssen 400.000 Wohnungen neu gebaut werden? Nein, im Gegenteil: Denn um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir uns endlich auch intensiver dem Bestand und der in ihm gebundenen grauen Energie widmen: Sanierung, Revitalisierung und Umnutzung anderer Typologien. Die Publikation „Ausgezeichneter Wohnungsbau – Wohnbauten des Jahres 2023“ stellt Objekte aus dem Wettbewerb zum Award „Wohnbauten des Jahres“ vor. Hierbei wurden Preise in neun Kategorien vergeben: geförderter Wohnungsbau, Innovative Fassade, Ländlicher Raum, Mischnutzung, Nachverdichtung, Premiumwohnen, Quartiersentwicklung, Revitalisierung und Wohnhochhaus. In dem Buch sind die 50 besten Projekte dokumentiert. Besonders zeichnet sich der diesjährige 1. Platz aus: Das Projekt „Rennwegdreieck – Das Quartier im Haus“ zeigt, dass zukunftsweisende Lösungen für nachhaltige Stadtentwicklung kombinierbar mit hoher Qualität, Barrierefreiheit und Aspekte der Ökologie sind. Die Vielseitigkeit dieses Projekts hebt sich besonders gegenüber den restlichen 49 Wohn- bauten hervor. www.callwey.de © Joachim Grothus © Maris Mezulis © Nicolai Rapp © Christoph Knoch © Kirsten Bucher ARCHITEKTUR-AWARDS 1. Preis, „Rennwegdreieck – Das Quartier im Haus“ in Freiburg von Bacherlard Wagner Architekten „Ein neuer Kiez“ in Berlin-Adlershof von blocher partners „Schwungvoll energetisch“ in München von Baumschlager Eberle Lustenau „Gebautes Miteinander am See“ in Dornstadt von Raff Architekten „Die Stadtreparatur“ in Frankfurt am Main von planquadrat Elfers Geskes Krämer

30 NEUE IMMOBILIEN IN HAMBURG In Barmbek entwickeln BCB Baumann & Karaman in perfekter Lage ein Mehrfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 1.074 m2. Die Immobilie, die moderne Architektur mit ruhiger Innenhoflage kombiniert, verfügt über insgesamt 18 Wohneinheiten. Zu deren Ausstattung gehören Fußbodenheizung, ein Bodenbelag mit Designvinyl, Fliesen sowie bodengleiche Duschen. Der Neubau bietet zudem neben einem Aufzug, einen Fahrradraum, einen Keller sowie Tiefgaragenstellplätze, davon 16 für Doppelparker und zwei Einzelstellplätze. Auf Wunsch des Käufers ist es möglich, den Energiestandard des Hauses zu ändern. Durch eine stärkere Dämmung und andere Fenster ist der KfW – Standard 40 erreichbar. Die Umsetzung führt zu einer Reduzierung der Wohnfläche um ca. 30 m2. Der Standort zeichnet sich durch eine urbane Lage, sehr gute Verkehrsanbindung, attraktive Infrastruktur und Nähe zum Stadtpark aus. Geschäfte des täglichen Bedarfs, Kindergärten, Grund- und weiterführende Schulen sind über kurze Wege gut erreichbar. Die Ferstigstellung erfolgt im vierten Quartal 2024. www.b-c-b.net In innenstadtnaher Lage, unweit der HafenCity und der Elbe, entwickelt Instone Real Estate ein urbanes Wohnquartier auf einem rund 12.800 m² großen Areal im Stadtteil Rothenburgsort. Im südlichen Teil der Quartiersentwicklung sind unter dem Namen „Urban.Isle“ 210 Eigentumswohnungen geplant. Dabei wird ein vielfältiger Mix aus Ein- bis Fünfzimmer-Wohnungen für Jung und Alt entstehen. Hierfür ist das bundesweit tätige Immobilienunternehmen nun in den Vertrieb gestartet. Im nördlichen Bereich des Gebietes an der Billhorner Kanalstraße werden bis Herbst 2024 unter dem Projektnamen „Urban.Isle Campus“ 469 Mikroapartments realisiert. Das neue Wohnquartier „Urban.Isle“ punktet mit seiner Wassernähe und der sehr guten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr – nach nur zwei S-Bahn-Stationen erreicht man den Hauptbahnhof. Neben den 210 Eigentumswohnungen wird es auch 106 Tiefgaragenstellplätze und zwei Kitas geben. Darüber hinaus sind grüne und verkehrsbefreite Innenhöfe mit Kinderspielflächen geplant. Interessant an „Urban.Isle“ ist auch der hohe Anspruch an Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Das Projekt wird im BEG-Effizienzhaus-Standard 55 EE errichtet und nutzt für seine Energieversorgung zu einem hohen Anteil (mehr als 80 Prozent sind das Ziel) gewerbliche Abwärme. Die Fertigstellung von „Urban.Isle“ ist für das Jahr 2026 geplant. www.instone.de/projekte/urbanisle-hamburg © moka-studio © Kouidis Design & Architektur IN ZENTRALER INNENSTADTLAGE Mehrfamilienhaus für 18 Parteien in Barmbek WOHNEN IN ROTHENBURGSORT Vertriebsstart für neues Wohnquartier

31 NEUE IMMOBILIEN IN HAMBURG © Behnisch_CIRcuIT © Behnisch_CIRcuIT Architektonische Qualität mit Nachhaltigkeit und Re-Use-Ansätzen vereinen – dies waren die Anforderungen an die renommierten Architekturbüros des Werkstattverfahrens für das neue, gemischt genutzte IBA Hamburg Quartier „Wilhelmsburger Rathausviertel“. Behnisch Architekten ging aus dem Verfahren als Sieger hervor. Nach erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen dem Bauunternehmen Otto Wulff und der IBA Hamburg während der Internationalen Bauausstellung 2013 wurde nun ein gemeinsames Projekt entwickelt, das an das EU-Forschungsprojekt CIRCuIT zum Thema Kreislaufwirtschaft für regenerative Städte anknüpft. Gemeinsam mit zahlreichen lokalen Partnern und im internationalen Austausch hat Otto Wulff in den vergangenen vier Jahren intensiv an der Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft im Bausektor gearbeitet, denn die Branche braucht eine Wertschöpfungskette, die eine umfassend intelligente, umweltfreundliche und regenerative Kreislaufwirtschaft ermöglicht. Die fundierte Forschung zu einer neuen Recycling-Beton-Rezeptur, die aus dem CIRCuiT Projekt hervorgeht, soll bei der Realisierung des Projekts zur Anwendung kommen. Das Bauvorhaben liegt gegenüber des Bürgerhauses an den Ursula-Falke-Terrassen, auf einem Grundstück der ehemaligen Trasse der Wilhelmsburger Reichsstraße. Es bietet im aktuellen Entwurf rund 185 Eigentumswohnungen sowie freifinanzierte und geförderte Mietwohnungen. Der Entwurf von Behnisch Architekten präsentiert nicht nur eine gute Ausarbeitung der räumlichen Qualitäten, sondern auch eine materialeffiziente und zirkuläre Konstruktion, Kreislauffähigkeit von Materialien sowie eine geschickte Erschließung. Interessant ist auch das Konzept der „SwitchWohnungen”, das durch eine flexible Raumtrennung eine lange Nutzungsdauer der Einheiten ermöglicht. Es besteht die Möglichkeit eine Vierzimmer-Wohnung in zwei Zweizimmer-Wohnung zu verwandeln. Dadurch schafft der Entwurf eine Anpassungsfähigkeit der zukünftigen Wohnräume an die individuelle Lebensgestaltung je nach Alter und Bedarf der Bewohner:innen. Insgesamt entstehen im Wilhelmsburger Rathausviertel ca.1.600 Wohneinheiten mit gewerblichen Nutzungen und ergänzender sozialer Infrastruktur auf einer Fläche von 32 Hektar. www.iba-hamburg.de www.otto-wulff.de PILOTPROJEKT AUF WILHELMSBURG Wohnungsbau im Rathausviertel zeigt, wie regenerative Kreislaufwirtschaft funktionieren kann

KREATIVE ZIEGELFASSADEN – KOMPROMISSLOS NACHHALTIG Ziegel sind aufgrund ihrer extrem langen Lebensdauer bereits eine nachhaltige Materialwahl. Mit den Produkten aus unserer Linie GREENER reduziert sich der CO2-Fußabdruck noch einmal um 50 %, denn diese Ziegel werden ausschließlich mit grünem Strom und Biogas hergestellt. Für zeitgenössische, wertbeständige Architektur, die Ästhetik mit Nachhaltigkeit vereint. Aus Respekt für Mensch und Umwelt. Erfahren Sie mehr: randerstegl.de/greener Erweitern Sie Ihre kreativen Möglichkeiten – sprechen Sie mit uns: vertrieb@randerstegl.de Reduzieren Sie die CO2-Emissionen um 50 %, mit Mauerziegeln aus unserer Produktlinie Greener.

33 ten. Aber überall tauchen klassische Formen und Designs auf, wie Kassettenfronten, brünierte Metallgriffe, betonte Schattenfugen und changierende Samtvelourstoffe auf. Diese geben den Objekten einen unerwarteten Twist und brechen das Pathos der neoklassizistischen Architektur auf. Die umfangreiche Badplanung umfasste ein Master- und ein weiteres Bad sowie ein Gäste-WC und eine Sauna mit Dusche. Das Studio entwickelte die großformatigen Fliesenspiegel und entwarf die Waschtische sowie die Spiegelschränke. Dabei kamen hochwertige Materialien zur Ausführung: In Harvestehude, direkt am Ufer der Außenalster, entstand in einer der besten Wohnlagen Hamburgs auf historischem Klosterland die Wohnanlage Sophienterrassen. Eingebettet in ein großzügiges, parkartiges Gesamtkonzept umfasst sie exklusive Eigentumswohnungen in neu errichteten Stadthäusern und Villen sowie im denkmalgeschützten früheren Militärgebäude von 1936. Das Studio Lisa Fardi zeichnet für die komplette Innenarchitektur einer dieser weitläufigen Wohnungen – hier eine Maisonette in einer der fünf Alstervillen verantwortlich. Entwurfsleitend für die Innenarchitektin war das Oberthema leichte Eleganz. Ihr Raumkonzept basiert auf offenen Raumfluchten, einer Reduktion auf das Wesentliche und einem subtilen Farbkonzept. Zudem hat die Innenarchitektin für alle Räume Einbaumöbel entworfen, um passgenauen Stauflächen zu schaffen. Natürliche Materialien, darunter hochwertige Hölzer, Natursteine, mineralische Wandfarben sowie edle Stoffe, verbindet sie mit klarem Design wie raumhohen Elementen, großformatigen Spiegeln und bündigen, maßgefertigten EinbauINNENARCHITEKTUR LEICHTE ELEGANZ Fotos: Heribert Schindler Reduktion auf das Wesentliche und ein besonderer Twist zeichnen diese Maisonette aus

34 die Gestaltung durch das Studio ab. Ein besonderes Augenmerk galt dem Masterbett. Das ideale Bett sollte einen erholsamen Schlaf bieten und dabei flexibel sein. Dafür entwickelte Lisa Fardi ein Konzept, um die einzelnen Komponenten des Möbels praktisch und bequem zu gestalten – und das metallfrei. Auch hier wurde wieder viel Stauraum im Bett integriert. (Beteiligte Gewerke/Hersteller siehe S. 64) www.lisafardi.de Waschtische aus Kunststein, lackiertes Furnierholz für die Wandverkleidungen, farbiges Spiegelglas sowie Design-Leuchten und Design-Heizkörper. Um die Großzügigkeit der Wohnung zu betonen, entwarf die Innenarchitektin für das Entree, aber auch für den Gästebereich in der großzügigen Wohnung Einbaumöbel, Garderobenschränke sowie spezielle Sitzbänke, die sich in die Wandnischen einfügen und sich so im Raum zurücknehmen. Eine durchdachte Lichtplanung und eine auf die Wünsche der Bewohner:innen abgestimmte, hochwertige Küchenplanung runden INNENARCHITEKTUR

Unsere Leistungen: – Malerarbeiten – Bodenbelagsarbeiten – Trockenbauarbeiten – Elektroarbeiten – Fliesenlegerarbeiten – Akustikbau – Planung und Koordination – Architektenleistungen – Tischlerarbeiten (Bautischlerei und Möbeltischlerei) – Energieberatung – Heizung & Sanitärarbeiten TIMMS Team Duvenstedter Damm 16 a 22397 Hamburg Telefon 040 – 639 765 76 Fax 040 – 639 765 77 info@timms-team.de www.timms-team.de

36 Der Flur ist auf den ersten Blick nicht als solcher zu erkennen, denn er fungiert auch als Galerie und bietet Platz für vielfältige Präsentationen von Kund:innen in freier Kuratierung. Die Abdeckung aus weißem Terrazzo des 3,50 Meter langen Sideboards korrespondiert mit dem Regal aus Eiche. Weichfallende, zart getönte Vorhänge dienen zum einen der Raumbildung und verbessern zum anderen auch die Akustik in den Arbeitsräumen. Entsprechend der New Work Culture findet bei IDee Dialog die Arbeit von überall aus statt, es gibt keine festen ArbeitsUnweit der Außenalster in Rotherbaum hat die Agentur IDee Dialog ihren Sitz. Sie ist auf die strategische Beratung, Konzeption und Umsetzung von Social Media Kampagnen sowie mediale Events spezialisiert. Die Räume im Souterrain eines gründerzeitlichen Gebäudes hat das junge Innenarchitekturbüro Kids Studios von Robin Hepp gestaltet. Die Aufgabe war, einen Arbeitsort auf rund 100 m² zu schaffen, der vielen unterschiedlichen Anforderungen und Situationen gewachsen ist, aber nicht wie ein typisches Büro aussehen sollte. Entstanden ist eine Mischung aus Office, Showroom und Markenraum, die gleichzeitig so einladend und entspannt ist wie ein Zuhause. Kund:innen und Mitarbeiter:innen finden hier einen inspirierenden Ort zum Zusammenkommen und Austauschen. Beim Eintreten wird man von einer Landschaft aus erdfarbenen Textilien, Hölzern und Oberflächen begrüßt. Ein integrierter Pflanzkasten bildet den Abschluss der gepolsterten Sitzbank und bietet exotischen Strelitzien eine Heimat. INNENARCHITEKTUR MONOCHROM, KLAR UND SANFT Fotos: Moritz Rehbein Ein kleines, aber feines Büro in Rotherbaum

37 lich“. Variabel und bequem präsentiert sich die Möblierung während sich die Technik sich auf dem neuesten Stand befinde. Alles wurde handwerklich hochwertig umgesetzt. Pendelleuchten unterstreichen als Akzentbeleuchtung die Wohlfühlatmosphäre. Räume und Objekte zeugen von der gelungenen Interaktion aus Ästhetik, Handwerk, Materialverständnis und Funktion. www.kidsstudios.de plätze mehr. Tische und Monitore stehen zu jeder Zeit für die Mitarbeiter:innen bereit, diese können aber auch einfach ihren eigenen Laptop mitbringen und loslegen. Der Meetingraum für Besprechungen und Treffen mit Kund:innen ist mit einem automatisch rotierbarem Bildschirm ausgestattet, um jederzeit diverse Formate für unterschiedliche Plattformen optimal abspielen zu können. Die Farbwelt in den Räumen ist reduziert und verhalten und die Materialien sanft und „ehrINNENARCHITEKTUR

38 Feedback und die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu berücksichtigen. Zentrales Element dieses Konzepts ist das „Herzstück“ – eine symbolträchtige Event- und Bistrofläche im Gebäude. Sie bietet vielfältige Möglichkeiten für Kommunikation und kulinarischen Genuss und fördert den Austausch in einer entspannten Café-Atmosphäre. Durch den Einsatz Die ParshipMeet Group ist ein Unternehmen im Bereich Online-Dating. Im Zuge der Neuausrichtung der Marketingstrategie und des geplanten Börsengangs des Mutterkonzerns wurden am zentralen Standort in Hamburg die Weichen gestellt, um die Räumlichkeiten neu zu gestalten und eine eine eigene New Work Culture zu entwickeln. Dieses Umdenken betraf nicht nur die inhaltliche Ausrichtung, sondern auch die Gestaltung der Büroflächen. Das Ziel war es, den Weg in Richtung hybriden Arbeitens zu gehen und die Flexibilität sowie die Kommunikation und Kollaboration zwischen den Mitarbeitenden und Abteilungen zu fördern. Das Gemeinschaftsprojekt des Planungsburos Seel Bobsin Partner und der Joppich & Rieckhoff Handelsgesellschaft fur Buroeinrichtungen dauerte rund 18 Monate. Im Rahmen des Veränderungsprozesses wurden zahlreiche Workshop-Runden mit Nutzer:innen und Vorständen durchgeführt, um einen besonderen Arbeitsort, realisieren zu können. An diesem sollte die lebendige Unternehmenskultur spürbar werden. Zudem erfolgte eine Online-Umfrage, um das INNENARCHITEKTUR EIN NEUES HEARTQUARTER Fotos: Karsten Knocke Angepasste Räume für New-Work-Culture schaffen einen inspirierenden Arbeitsort

39 rend des Umbaus zu nutzen. Insgesamt spiegelt die erfolgreiche Umgestaltung der Büroflächen nicht nur die zukunftsorientierte Ausrichtung des Unternehmens wider. Auch das „Wir-Gefühl“ im Unternehmen wurde gestärkt und die Arbeitgebermarke weiterentwickelt. Mit neuen Arbeitskonzepten und angepassten Räumlichkeiten wurden die Bedürfnisse der Mitarbeitenden beachtet und ein inspirierender Arbeitsort geschaffen – das Heartquarter. (Beteiligte Gewerke/Hersteller siehe S. 64) www.seelbobsinpartner.de von State-of-the-Art-Technologie können auch Kolleg:innen aus dem Homeoffice an Workshops und Diskussionen teilnehmen. Die Bestandsfläche von rund 3.200m² wurde komplett umgeplant und für die hybride Arbeitsweise optimiert. Dabei entstanden flexible und vielseitig nutzbare Multispace-Flächen. Jedes Geschoss erhielt zahlreiche Rückzugsflächen und Meetingorte sowohl für die Online- als auch Offline-Nutzung. Ein bedeutender Schritt war die Umstellung von festen Arbeitsplätzen auf eine Flexdesk-Lösung. Dabei ermöglichen agile Team-Zonen und ruhige Fokus-Bereiche eine konzentrierte Arbeitsweise. Nach der umfassenden Analyse des Grundrisses wurde eine eingehende Beurteilung der vorhandenen Ressourcen durchgeführt, um Bestandselemente nachhaltig und effizient wähINNENARCHITEKTUR

40 LICHT SPEZIAL eloxiertes Aluminium oder schwarzes Glas. Das Schalterprogramm LS Zero (Jung) wird so installiert, dass fließende, ebene Übergänge zwischen Schaltern und Oberflächen entstehen. Die Rahmen des Programms können mit allen Abdeckungen der Serie LS kombiniert werden. Dazu zählen u. a. Lichtschalter, Steckdosen für internationale Systeme oder Multimedia-Anschlüsse. Ganz im Trend liegt der Neuzugang zum Schalterprogramm Gira Esprit. Die RahKein Raum kommt ohne sie aus – trotzdem werden Lichtschalter im Hinblick auf Design und erweiterte Funktionalität oft vernachlässigt. Inzwischen beweisen viele Hersteller, dass es auch anders geht. Beim Design liegen moderne Schalter, aber auch Retro-Varianten vorn. Viele Systeme kontrollieren dabei viel mehr als nur die Beleuchtung: Sie bieten Konzepte zur Vernetzung und Steuerung der gesamten Gebäudetechnik. Das Touch-Display Lena (Basalte) ist in zwölf verschiedenen Ausführungen erhältlich und passt so in jedes Interior. Über das 10,1 Zoll große Full-HD-Display können Smart-HomeFunktionen einfach und direkt gesteuert werden. Ob Beleuchtung, Sonnenschutz, Musik oder Zugriff auf die Haustür – alles lässt sich mit einem Fingertipp bedienen. Die Berker Serie R.classic (Hager) führt klassisches Bauhaus-Design in die Gegenwart: Ein minimalistischer Drehknebel und ein runder Rahmen – Form und Funktion sind hier auf das Wesentliche reduziert. Bei den Rahmen stehen verschiedene Farben und Materialien zur Auswahl, darunter naturfarbenes ELEGANT UND INNOVATIV Moderne Schaltersysteme kontrollieren mehr als nur die Beleuchtung © Basalte © Hager, Fotograf Mark Seelen © Jung, Constantin Meyer, Köln Lena: das neue Touch-Display für Basalte Home. Reduziert auf das Wesentliche: Die Berker Serie R.classic (Hager) Fließende, ebene Übergänge zwischen Schaltern und Oberflächen: Das Schalterprogramm LS Zero (Jung).

41 LICHT SPEZIAL Er lässt sich von der Wandbefestigung abnehmen und als tragbare Fernbedienung nutzen. Die vier Tasten des Schalters können vielfältig belegt werden. Für den Außenbereich bieten die Schalter der Serie Aquadesign (Merten) selbst bei sehr ungemütlichem Wetter volle Funktionalität: Das robuste Isoliergehäuse aus Thermoplast mit der Schutzklasse IP44 schützt vor Regen, Schnee und Spritzwasser. menvariante Bronze vermittelt einen metallischen Eindruck und wirkt elegant und zeitlos. Der Rahmen besteht aus Edelstahl und ist mit einer hauchdünnen, aber äußerst robusten PVD-Bronze-Beschichtung versehen. Smart beleuchten lässt sich das eigene Zuhause auch mit Eve Light Switch. Der Schalter des Systems kann ganz regulär als solcher genutzt werden, das Licht lässt sich aber auch über eine App steuern. Zudem erlaubt das System eine zeitgesteuerte Beleuchtung: Die Zeitpläne werden direkt auf Eve Light Switch gespeichert und laufen so ganz unabhängig von Steuerzentrale, Smartphone oder Internetverbindung. Smart ganz ohne Smartphone: Der Bosch Smart Home Universalschalter II bietet Komfort und Flexibilität für die wichtigsten Smart Home-Funktionen. © Gira © Gira © Eve © Bosch © Bosch © Merten oben und links: Setzt warme Akzente: Das Schalterprogramm Gira Esprit in der Rahmenvariante Bronze. Smarte Beleuchtung: Eve Light Switch oben: Smart ohne Smartphone: der Bosch Smart Home Universalschalter II links: Schalter der Serie Aquadesign (Merten)

42 LICHT SPEZIAL ren Nischen platziert, um die dunklen Fassadenbereiche aufhellen zu können. Zu speziellen Anlässen und bei Events sind Positionen für Mietprojektoren vorgesehen, die leicht in die Steuerung zu integrieren sind. Im Inneren des Gebäudes verfügen das Museum und der Shop nun über eine Beleuchtung, die die Schreibgeräte in ihrer geringen Größe optimal inszenieren. Die VIP-Bereiche mit Lounge und Fine Dining Restaurant sowie die Büros und Schulungsräume Montblanc kommt aus Hamburg. Um die Markenidentität zu stärken und ein Gebäudebild von Montblanc in der Realität und vor allem auf Social Media zu prägen, wurde das Montblanc-Haus im Stadtteil Stellingen gebaut. Es ist ein Museum der Marke und eine Ikone der Selbstdarstellung. Auf knapp 4.600 m² ist eine Mischung aus Brand Experience, Versammlungsstätte, Atelier sowie einem öffentlichen Café entstanden. Das Haus gibt Einblicke in die Welt der Schreibkultur sowie in den handwerklichen Fertigungsprozess der Schreibgeräte. Für die Architektur verpflichtete Montblanc die renommierten spanischen Architekten Nieto Sobejano Arquitectos. Das Licht für die einzigartige Fassade war ein Kernpunkt des Entwurfs. Die Lichtplaner Kardorff Ingenieure aus Berlin hatten freie Hand und entwickelten 450 Leuchten, die unsichtbar in die Fassade eingelassen sind und DMX gesteuert werden. So bieten sie vielfältige Möglichkeiten der Inszenierung und können unzählige Bilder erzeugen – auf der Grundlage des MontblancGebirges. Zusätzliche Scheinwerfer sind in dem Gelände rund um das Gebäude in unsichtba- © Jan Wichert © Roland Halbe INS RECHTE LICHT GERÜCKT Eine anspruchsvolle Beleuchtungsplanung macht das Montblanc-Haus zum Gesamtkunstwerk

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