CUBE Hamburg · 01|21

44 GARTEN UND LANDSCHAFT SPEZIAL Die geschickt angelegten Räume lassen den ge- rade einmal 640m² großen Garten wesentlich größer wirken. Schon der Vorgarten vereint mü- helos Stellplatz, viel Pflanzfläche und Zuwegung zum Haus. Rückwärtig liegt der Wohnhof; mit Brunnen und Sitzplatz zurückhaltend gestaltet, schafft er Raum für eine flexible Nutzung. Ein paar Stufen höher bietet das Pflanzenzimmer den Stauden und teils aus dem Bestand übernomme- nen Gehölzen eine Bühne. Abschließend folgt der vom formal strengenWasserbecken geprägte Gartenraum. Für eine kleine, liebevoll hergerichtete Altbau- villa östlich von Hamburg schuf Soeren von Hoerschelmann einen kongenialen Garten mit französischem Flair. Der Landschaftsarchitekt nutzt die Zeit als Gestaltungsmittel, macht durch seine Gartenkunst denWandel der Jahreszeiten, das stetig fortschreitende Wachstum der Gehölze und die Veränderung aller Materialien erlebbar. Gärtnern bedeutet für ihn, diese Prozesse zu ini- tiieren, sie zuzulassen und ab einem bestimmten Punkt zu unterbrechen. Genau das bietet dieser Garten. Seine Bewohner zelebrieren die Lust am Garten an jedem einzelnen Tag. Den gebauten Rahmen schafft hauptsächlich Burgpreppacher Sandstein in unterschiedlichs- ten Formaten: Krustenplatten führen zumHaus und bilden den Untergrund für die Terrasse. Stufen verbinden von niedrigen Trockenmau- ern abgefangene Ebenen. Der Brunnen und das Becken bestimmen ihre jeweiligen Gartenräu- me. Das Material hat einen weiteren Vorteil: Patina. Es ist ausdrücklich erwünscht, dass der Stein Flechten und Moose ansetzt, vergraut, in Würde altert. FRANZÖSISCHES FLAIR Fotos: Ferdinand Graf Luckner Stein, Wasser, Pflanze – dieser Dreiklang bildet das Rückgrat des Gartens

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