CUBE Hamburg · 04|20

22 Gemeindehaus als schlichten eingeschossigen Baukörper an die Nordfassade der Kirche „an- zudocken“ und über ein Foyer mit der Vorhalle der Kirche zu verknüpfen. Durch den Verzicht auf große architektonische Gesten wird der denk- malgeschützten Kirche mit Respekt begegnet. Die Fassade aus vorgehängten Ziegelplatten und Fensterbändern mit Cortenstahl-Faschen verbin- det den Neubau trotz klarer und schnörkelloser, zeitgenössischer Gestaltung über die Materia- lität und die Farbgebung mit der neogotischen Bestandsfassade. Nach langen und intensiven Diskussionen hatte sich die evangelisch-lutherische Reiherstieg-Kir- chengemeinde inWilhemsburg entschlossen, die Paul-Gerhardt-Kirche von 1961 einschließlich des Gemeindehauses an der Georg-Wilhelm- Straße aufzugeben und die Gemeindearbeit am Standort der Emmaus-Kirche in der Mannesallee zu bündeln. Die Emmauskirche war 1896 geweiht und das kriegszerstörte Kirchenschiff 1954 durch einen Neubau ersetzt worden. Im Sinne der Zu- kunftssicherung wurde für die nun notwendige städtebauliche Neuordnung und die hochbauli- che Realisierung einWettbewerb ausgelobt mit der Auflage, den Neubau des Gemeindehauses als Anbau an die Kirche und die Kita als separaten Solitärbaukörper auf demGemeindegrundstück neben den historischen Pastoratsgebäuden aus- zubilden. Durch den Verkauf des Areals an der Georg-Wilhelm-Straße an den Bauverein Rei- herstieg zum Bau von Wohnungen konnte die Neugestaltung und der Ausbau des Standortes an der Mannesallee finanziert werden. Das Büro PPP Architekten + Stadtplaner ge- wann denWettbewerb mit seinem Entwurf, das ÖFFENTLICHE GEBÄUDE VIELFÄLTIGES GEMEINDELEBEN Fotos: Stephan Baumann Die Neuordnung rund um die Emmauskirche in Wilhelmsburg sichert die Zukunft des Standortes

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