CUBE Hamburg · 01|18

80 KUNST UND KULTUR Nachricht ein, die alles verändert. Das Gewer- be der Gebrüder Kohlhaas steht auf dem Spiel. Was tun? Sie erinnern sich an die alte Famili- engeschichte, an Kohlhaas, den Pferdehändler. Die Geschichte des Kohlhaas liefert ihnen eine Begründung und höhere Legitimation für ihr eigenes Handeln. „Michael Kohlhaas. Eine deutsche Erregung nach Heinrich von Kleist“ amThalia Theater 23. April, 15. & 25. Mai 07., 17. & 23. Juni 2018 Karten & Informationen www.thalia-theater.de Der Pferdehändler Michael Kohlhaas kommt an eine Grenze und soll einen Passierschein lösen. Man einigt sich darauf, dass er zwei Pferde als Pfand zurücklässt. Als er diese auf der Rückreise abholen will, findet er sie halb verhungert. Damit beginnt eine höchst verwickelte Geschichte, in der aus einemGrenzvorfall ein Rechtsstreit wird, der zu einer unglaublichen Eskalation von Gewalt führt, weil Michael Kohlhaas einen Rachefeld- zug beginnt. Ist Kohlhaas ein Rebell? Oder eher ein passionierter Querulant, der ein korruptes System bekämpft, in demWillkür und Vettern- wirtschaft statt Recht und Ordnung das Prinzip sind? Findet das „Prinzip Kohlhaas“ auch heute noch Nachahmer, die in seiner Tradition stehen? „Vom Kohlhaas“, heißt es in der Chronik von Kleist, „haben noch im vergangenen Jahrhundert einige frohe und rüstige Nachkommen gelebt.“ Was ist eigentlich aus ihnen geworden? Regisseur Antú Romero Nunes zeigt Kleists urdeutsche Rechthaber-Moritat aus Sicht der Nachkommen. Die Gebrüder Kohlhaas führen selbstständig ein Import-Export-Geschäft. Wäh- rend der Feier des Firmenjubiläums trifft eine MICHAEL KOHLHAAS Fotos: Armin Smailovic Antú Romero Nunes inszeniert Kleist am Thalia Theater

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