CUBE Frankfurt · 01|21

78 Wege eingeschlagen werden, die auf Anpassung und Reparatur der Städte setzen. Die Begrünung der horizontalen und vertikalen Gebäudehülle ist eine Möglichkeit, über die bodengebunde- nen Grünflächen hinaus, die Stadtlandschaft zu reparieren. Das „unkalkulierbare Grün“, so die Einschätzung vieler Architekten, bringt dabei Vorteile wie Herausforderungen gleichermaßen © Rasmus Hjortshoj © Dimitar Harizanov © Thomas Graham, Arup ARCHITEKTURMUSEUM Selten waren Grünräume derart gefragt wie in Zeiten von Corona. Vor allem in den Groß- städten fehlt vielen Menschen die Möglichkeit, in unmittelbarer Nähe raus aus der häuslichen Enge ins Grüne zu flüchten. Nicht nur die Nach- frage auf dem Immobilienmarkt nachWohnun- gen mit Balkon oder Garten steigt erheblich, auch Parks und öffentliche Grünflächen sind seit dem Beginn der Pandemie wieder stärker denn je frequentiert. KeinWunder, dass der Be- griff der „gestressten Stadt“ mittlerweile auch auf Stadtparks als „gestresstes Grün“ erweitert wird. Dabei zeichnen sich vor allem in Millio- nenstädten immer stärker zugleich die Folgen des Klimawandels ab. Zunehmend sind diese mit erhöhten Feinstaubwerten und Lärment- wicklung sowie dem „heat island effect“ durch Überhitzung konfrontiert. Neueste Studien be- legen sogar eine Korrelation zwischen Bevölke- rungsdichte, Hitzeinseln und der Häufigkeit von COVID-19-Infektionen. Nicht zu bauen, ist für den bekannten Stadtsozio- logen Richard Sennett keine Option – aufgrund von Klimaveränderungen müssen vielmehr neue Copenhill, Kopenhagen, BIG Bjarke Ingels Group, Kopenhagen Pocket Habitat Vertical Forest, Stefano Boeri Architetti, Mailand DAS UNKALKULIERBARE GRÜN? Die Ausstellung „Einfach Grün“ im DAM widmet sich den Synergien von Stadt und Natur

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