CUBE Frankfurt · 03|20

72 KUNST UND KULTUR In den 1960er-Jahren schuf Heide Stolz imUm- kreis der Münchner Avantgarde und der Galerie Heiner Friedrich ein wegweisendes fotografisches Werk, das – wie bei vielen Künstlerinnen ihrer Generation – erst seit wenigen Jahren (wieder)­ entdeckt wird. Die 11. Darmstädter Tage der Fotografie und die Kunsthalle Darmstadt prä- sentieren nun eine Auswahl ihrer Arbeiten. Inszenierung, Motive und Umsetzung wie auch das subversive Potenzial der Fotografien von Heide Stolz zeigen deutliche Anklänge an die surrealistische Ästhetik. Nicht weniger wichtig war für sie die zeitgenössische Bildproduktion, Kunst, aber auchWerbung und Kino. Sie adap- tierte filmische Stilmittel wie starke Untersicht, offene Bildkompositionen mit Anschnitten sowie skurrile Perspektiven, welche die Betrachter nicht selten in voyeuristische Positionen bringen. Ein zentraler Bezugspunkt war für sie der zeitgenös- sische Action- undWesternfilm, dessen ästheti- sierte Gewaltdarstellung und Bildinnovationen in zahlreiche ihrer Inszenierungen einflossen. Stolz’ fotografische Auseinandersetzung mit der Bildproduktion der 1950er- und 1960er-Jahre ist Heide Stolz: ohne Titel (Selbstporträt), 1962, © und Foto: Nachlass Heide Stolz/Estate of Heide Stolz, Dasmaximum Traunreut Heide Stolz: ohne Titel (Walter De Maria: Pure Dirt – Pure Earth – Pure Land (Munich Earth Room)), Ausstellungsansicht in der Galerie Friedrich, Mün- chen, 1968, © und Foto: Nachlass Heide Stolz/Estate of Heide Stolz, Dasmaximum Traunreut Heide Stolz: ohne Titel, 1965, © und Foto: Nachlass Heide Stolz/Estate of Heide Stolz, Dasmaximum Traunreut AFFÄREN Bild-/Textquelle: Kunsthalle Darmstadt Heide Stolz

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