CUBE Frankfurt · 02|18

64 © Academic, Tropicarium © whilehome, Vogelperspektive Tropicarium, Palmengarten einer optimierten Energieeffizienz zu erfüllen. Das Gesellschaftshaus des Palmengartens war 1871 von Friedrich Kayser als stützenfreie Glas- Eisen-Konstruktion mit 53 m Spannweite errich- tet worden. Das 6.800 m 2 große Baudenkmal diente als Ball- und Festgebäude und wurde nach Kriegszerstörung und Umnutzung zum Laza- rett zunächst provisorisch repariert. 50 Jahre musste das Gebäude warten, bis die finanziellen Mittel für eine umfangreiche Wiederherstellung genehmigt waren. Ab dem Jahr 2002 begann dann eine zehnjährige Sanierung und Erwei- terung nach den Plänen des Architekten David Chipperfield. Seit 2012 erzählt das Haus nun eine Art Zeitreise: vom Prunk des 19. Jahrhunderts über die Bauhaus-Epoche bis zur Gegenwart. Weltweit existieren fast 1.800 botanische Gärten. 400 davon befinden sich in Europa und ca. 90 in Deutschland. Zwei davon in Frankfurt am Main: der 22 ha große Palmengarten und der Botanische Garten Frankfurt mit 29 ha. Beide entstanden mehr als 300 Jahre nach den weltweit ersten Botaniken von Pisa und Padua. Direkt benachbart liegt der ursprünglich als Botanischer Garten angelegte Grüneburg Park, der jedoch nach Zerstörung und anschließender Wiederher- stellung in ein öffentliches Parkgelände überging und nunmehr zu Erholungszwecken dient. Wie der Kölner Botanische Garten, entstand, unter Mithilfe von Leopold Sonnemann, Gründer der Frankfurter Zeitung, auch der Frankfur- ter Palmengarten aus einer Aktiengesellschaft heraus. Im Ursprung von Heinrich Siesmayer gestaltet, beherbergt der heutige Palmengarten sechs Gebäude, darunter das Gesellschaftshaus und das Tropicarium. Letzteres besteht aus vier runden Baukörpern, die die unterschiedlichen Vegetationszonen von der Savanne bis hin zur Nebelwüste und zum Regenwald naturgetreu darstellen. Die Gebäude werden aktuell saniert, um die Kriterien einer modernen Technik sowie © Stadt Frankfurt, Tropicarium GARTEN UND LANDSCHAFT GEWÄCHSHÄUSER UND ORANGERIEN Frankfurts zweifacher Botanikansatz

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