CUBE Frankfurt · 02|18

32 didaktische Kontrast von alt und neu unserThe- ma, sondern der ‚unsichtbare Architekt‘, dessen Eingriffe zurückhaltend sind, meist unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegen und deshalb wie selbstverständlich wirken“, erläutert Kristin Dirschl. Eine wichtige Rolle spielt dabei der kal- kulierte Einsatz von Möbelstücken, die bislang an anderen Stellen des Liebieghauses Verwen- dung fanden, sowie natürliche und künstliche Lichtquellen. „Die vorgefundene Assemblage aus 1896 wurde die schlossartige Villa am Sachsen- häuser Mainufer fertiggestellt, die der Münchner Architekt Leonhard Romeis für den Freiherrn und Textilfabrikanten Heinrich von Liebieg entworfen hatte. Heute beherbergt sie die Städ- tische Galerie Liebieghaus und ein überaus beliebtes Café. Im Zuge einer technischen Ge- neralsanierung des Museums entwickelte das Architekturbüro dirschl.federle in Kooperation mit Denkmalschutz, Bauherren und der Ham- burger Innenarchitektin Diane Boehringer ein Konzept mit dem Ziel, diesen besonderen Ort zu bewahren und das Vorgefundene sensibel weiterzubauen. Im Zuge der Arbeiten wurden, um die Arbeits- prozesse zu optimieren, nicht nur Küche, Aus- gabe, Lager- und Kühlräume erneuert, sondern auch das Café um zwei Räume erweitert. So findet der Gast nun vier atmosphärisch unterschied- liche Räume vor: ein Stehcafé mit Barhockern, ein helles Bistro, ein wohnliches Kaminzimmer und die intime Bibliothek. „Unser Konzept war geprägt vomRespekt für den einzigartigen Cha- rakter des Cafés. Dementsprechend war nicht der INNENARCHITEKTUR GESCHICHTE SENSIBEL WEITERGEBAUT Beliebtes Café im Liebieghaus wurde saniert und erweitert Fotos: Jörg Hempel Photodesign

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