CUBE Ruhrgebiet · 01|19

86 ARCHITEKTUR NEWS AKTUELLES AUS DER REGION NEUBAU AUF ZECHE BONIFACIUS Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Boni- facius in Essen wurde der Spatenstich für einen Neubau gefeiert: Die Essener Firma Schrader Industriefahrzeuge verlegt ihren Unterneh- menshauptsitz innerhalb der Stadtgrenzen von Frillendorf nach Kray. Der Neubau auf dem 20.000m 2 großen Grundstück wird rund 2.000m 2 Bürofläche und ca. 6.000m 2 Lagerfläche bieten. Das Unternehmen mietet die Immobilie von der Engler Immobilien Gruppe, die als Bau- herr rund zehn Millionen Euro in den Neubau investiert. Essens Stadtdirektor Hans-Jürgen Best begrüßt das Bauvorhaben: „Damit wird ein wertvoller Beitrag zur Aufwertung des Zechenareals Boni- facius und damit zur wirtschaftlichen Entwick- lung des Standortes Essen geleistet.“ Vermittelt wurde das Grundstück von der EWG – Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die das Un- ternehmen bereits seit einigen Jahren betreut. Für denWirtschaftsstandort Essen ist das Verbleiben des Unternehmens, das rund 100 Mitarbeiter in Essen beschäftigt und weiter wachsen will, von hoher Bedeutung. www.ewg.de NEUE WOHNFORMEN Ressourcenschonendes, gutes und bezahlbares Bauen? Dortmund will das möglich machen! Mit der Kampagne „Kleine Häuser“ bringt die Stadt ein neues städtebauliches Format auf den Weg. Der Traum vom klassischen Einfamilienhaus wird damit in eine ganz neue Richtung gelenkt. Die Idee knüpft an die aktuell populäre Bewe- gung der Tiny Houses an: Kleine, mobile Häuser auf Rädern mit etwa 20m 2 Wohnfläche. Sie ist geprägt vomGedanken des Minimalismus, mit demZiel, mit weniger Dingen auszukommen und sich auf wesentlichere Aspekte des Zusammenle- bens zu konzentrieren. Die kleinen Dortmunder Einfamilienhäuser sind freistehend und haben nur eine Wohnfläche von 40 bis 100m 2 . Entspre- chend sind sie aber preiswerter und insgesamt nachhaltiger, weil sie auf kleineren Grundstü- cken stehen und weniger Ressourcen beim Bau und beim Betrieb benötigen. Damit leisten sie einen Beitrag zu den Dortmunder Klimaschutz- zielen, die imHandlungsprogramm 2020 stehen. „Wir wollen aber auch zum Nachdenken über den persönlichen Lebensstil anregen und mit klassischen Denk- und Handlungsmustern bre- chen“, so Gerald Kampert vom Stadtplanungs- und Bauordnungsamt. Mögliche Formate wären mobile Tiny Houses auf temporären Brachflä- chen, ein Tiny Village mit kleinen Einfamili- enhäusern oder eine Experimentiersiedlung mit Tiny Musterhäusern aller Art. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (eine Initiative des Bundestages) ist jedenfalls von der Idee über- zeugt und fördert das Projekt für ein Jahr durch den Fond Nachhaltigkeitskultur mit 50.000 Euro. Ziel ist es nun, ein Netzwerk aufzubauen um konkrete Umsetzungsstrategien zu entwickeln. www.dortmund.de INDUSTRIEKULTUR IM FOKUS Um die gebaute Industriekultur im Ruhrgebiet zu erforschen und zu vermitteln haben das Baukunstarchiv NRW und der Regionalver- band Ruhr (RVR) eine intensive Zusammen- arbeit vereinbart. Der Regionalverband Ruhr wird zwei Dauerausstellungen unterstützen, so RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel. Eine kompakte Ausstellung widmet sich der Geschichte des früheren Oberbergamtes, des zwischenzeitlichen Museums am Ostwall und jetzigen Baukunstarchivs NRW in Dortmund. Die historische Bedeutung des Gebäudes als ehe- maliges Landesoberbergamt war Anlass für die Finanzierung durch den RVR. Das Baukunstar- chiv NRWnutzt seit einigenMonaten das älteste profane Gebäude in der Dortmunder Innenstadt, errichtet 1875. Gemeinsam mit dem RVR wird eine große Dauerausstellung zur Architektur- und Ingenieurbaukunst der Industriekultur des Ruhrgebiets entwickelt. Damit stärkt das Bau- kunstarchiv das touristische Erfolgsprodukt der Route der Industriekultur des RVR. „Wir schaffen für die an Industriekultur interessier- ten Architekten und Ingenieure einen fachspe- zifischen Informationspunkt mit Strahlkraft“, begründet RVR-Beigeordneter Martin Tönnes das Engagement des RVR. „Es soll durch die Ausstellung ein neuer Zugang zur Bedeutung der Baukultur in der Metropole Ruhr möglich werden“, erläutert der wissenschaftliche Leiter des Baukunstarchivs, Prof. Wolfgang Sonne. Die Ausstellung wird historische Quellen aus der Sammlung des Baukunstarchivs sowie Ma- terial der Route der Industriekultur des RVR nutzen und soll im Sommer 2020 präsentiert werden können. www.baukunstarchiv.nrw Baukultur Spatenstich Stadtentwicklung © Claudia Anders, EWG © Detlef Podehl, Baukunstarchiv © Roland Gorecki

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