CUBE Düsseldorf · 01|19

68 rin, eine Ausgewogenheit zwischen der Historie eines Gebäudes und den zeitgenössischen Wohnvorstellungen zu schaffen. Welche baulichen Problematiken treten üblicherweise auf? Schmidt: Vor besondere Herausforderungen stellen uns regelmäßig die heutigen Brandschutz- und Energievorgaben. Nicht selten ist es ein wah- rer Balanceakt, stilbildende Elemente vor großflächiger Dämmung zu bewahren. Aber auch die teilweise verbreiteten Ansprüche an heutige Wohnbauten wie z. B. Aufzüge oder Garagen stehen mitunter in Kon- kurrenz zur bauzeitlichen, erhaltenswerten Ästhetik. Welche positiven Überraschungen erleben Sie beimSanieren der Bauten? Vollenbroich: Da gibt es zahlreiche …Beispielsweise bei unserem aktuellen Projekt (siehe Bild) wurden uns Möbelentwürfe, die der Architekt, Bruno Lambart, eigens für dieses Haus entworfen hatte, übergeben. Wir hoffen nun, vielleicht einige Unikate herstellen zu können. Wie beurteilen Sie die Investition in Denkmäler? Eine sichere Anlage? Vollenbroich: Für uns ganz sicher. Wir sind überzeugt, dass wir gerade heutzutage von der Langlebigkeit und Nachhaltigkeit früherer Bauten lernen können. Viele Bestandsbauten werden in ihremDetailreichtum und ihrer Materialität völlig verkannt. Eine solche Einzigartigkeit wird im heutigen Neubau nur noch selten zu erreichen sein. Diese Einmaligkeit eines jeden be- hutsam sanierten Bestandsobjekts macht es ebenso attraktiv wie werthaltig. Frau Vollenbroich und Frau Schmidt wir danken Ihnen für das Gespräch. CUBE: Seit wann saniert Nidus denkmalgeschützte Stadthäuser? Ana Vollenbroich: Die Nidus GmbH entstand Anfang 2016, nachdem Frau Schmidt und ich uns beim Studium der Immobilienökonomie ken- nenlernten. Schnell wurde deutlich, dass wir dieselben Beobachtungen beim allgemeinen Umgang mit Bestandsimmobilien gemacht haben. In unseren Augen wird zu schnell zurückgebaut oder unsensibel saniert. So bleibt das Potenzial historischer Gebäude häufig unentdeckt. Aus was für Spezialisten setzt sich Ihr Team zusammen? Vollenbroich: Wir führen das Unternehmen als Dreierspitze: Frau Schmidt ist Architektin, Herr Klugewitz ist Wirtschaftswissenschaftler und ich bin Juristin. Arbeiten Sie mit Ihren Bauvorhaben auch mit externen Architekten/ innen zusammen? Annelen Schmidt: In unseren bisherigen und aktuellen Projekten werden wir von externen Architekturbüros unterstützt. Bei der Auswahl der Büros war es uns wichtig, dass sie einen Bezug zu dem jeweiligen Stadtviertel und Erfahrung mit Projekten in der Umgebung hatten. Je nach Größe der Projekte möchten wir diese in Zukunft jedoch zumTeil auch mit unserem eigenen Büro – Nidus studio – bearbeiten. Was ist bei der Planung eines derartigen Sanierungsprojektes zu bedenken? Schmidt: Die große Herausforderung besteht unserer Meinung nach da- Annelen Schmidt und Ana Vollenbroich Annelen Schmidt studierte Ar- chitektur in Karlsruhe und an der ETH Zürich sowie Immo- bilienökonomie in Regensburg. Sie arbeitete in Architekturbü- ros in Frankfurt, Zürich und Köln. Seit 2016 leitet sie den Bereich Projektentwicklung der Nidus GmbH in Düsseldorf und lehrt an der Universität Siegen. 2018 grün- dete sie das Architekturbüro Nidus studio. Ana Vollenbroich stu- dierte Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Immobilienökonomie in Regensburg. Bevor sie 2015 die Lei- tung der Rechtsabteilung einer mittelständischen Unternehmens- gruppe übernahm, arbeitete Frau Vollenbroich in einer internatio- nalen Wirtschaftskanzlei in Düsseldorf. Ana Vollenbroich gründete 2016 die Nidus GmbH und ist geschäftsführende Gesellschafterin. © Nexd © Mohan Karakoc INTERVIEW POTENZIALE HISTORISCHER GEBÄUDE ENTDECKEN Kurzinterview zur Sanierung von denkmalgeschützten Stadthäusern

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