CUBE Berlin · 01|19

40 unkompliziert sein Zuhause wieder zu verlassen, wenn das nächste Projekt ruft. Und im Übrigen: Für Berufspendler und Projektarbeiter bringen Serviced Apartments imVergleich zumHotel gleich zwei Vorteile. Erstens muss ich nicht amWochenende mit meinem Koffer wieder abreisen und zweitens sind Serviced Apartments auf Dauer deutlich günstiger als Hotels. Neu ist der aktuelle Trend von Co-Living, Serviced Apartments und Micro Living ja nicht. Im klassischen Wohnheim habe ich auch ein Ready-to-live-Konzept, es klingt einfach nur nicht so sexy. Handelt es sich bei dem Trend um ein Wohnheim mit neuem Anstrich? Wer vermisst denn nicht den muffigenWohnheimgeruch? (lacht) Mit dem verstaubten Wohnheimzimmer, das vor allem eine günstige Schlafmög- lichkeit bietet, haben die neuen Konzepte wenig zu tun. Unsere Zielgruppe ist digital, mobil und stilsicher. Diesen Grundgedanken spiegelt auch unser Designkonzept wider. 08/15-Konzepte funktionieren für uns nicht. Daher haben wir das Interior Design von Stayery gemeinsam mit einer Designagentur entwickelt. In unserem Fall haben wir uns für das Studio Aisslinger entschieden, die auch die 25hours-Hotels in Berlin, Zürich und Köln gestaltet haben. Bei der Gestaltung des Interieurs wurden un- terschiedliche Materialien und Technologien verwendet, Vintage-Stücke mit modernen Möbeln kombiniert und mit vielfältigen Leuchtmitteln gearbeitet. Der Trend bei den neuen Wohnkonzepten geht eindeutig zu einem Stilmix aus Industrial- und gemütlichem skandinavischen Design. Industrieleuchten und nicht verputzte Wände mit sanften Farben und klaren Formen schaffen eine besondere Wohlfühlatmosphäre. Thomas Rücker: Herr Grüschow, Sie haben im Februar dieses Jahres Ihr erstes Stayery-Haus in Berlin eröffnet. Was zeichnet ein Serviced Apartment Haus aus, das den Zahn der Zeit trifft? Robert Grüschow: Serviced Apartments sind dann gelungen, wenn sie ihren Nutzern das Gefühl von Zuhause vermitteln, ohne die Verpflich- tungen eines längerfristigen Zuhauses. Heutzutage sind wir beruflich viel unterwegs. Mobilität gehört einfach in vielen Branchen zur Berufs- beschreibung. Mal zwei Monate Köln, dann drei London und danach sechs Monate Berlin. Wir wollen während unseres Aufenthalts die ver- schiedenen Städte erleben und dort zuhause sein. Gleichzeitig wissen wir auch, dass wir nicht längerfristig an diesemOrt bleiben werden. Sich ein Zuhause zu schaffen, ist aufwendig und kräftezerrend. Das fängt mit der Wohnungssuche an und geht über die Einrichtung bis zumAufbau eines lokalen Freundeskreises. Das klassische Wohnungsangebot kann diesen Ansprüchen nicht gerecht werden. Denken Sie nur an denMietprozess mit Kaution, starren Mietverträgen und Schönheitsreparaturklausel. Lang- wierig und kontraproduktiv – zudem muss ja auch erstmal eine schöne Wohnung in der Stadt gefunden werden. Das gleicht ja heute schon fast einem Jackpot. Serviced Apartments hingegen bieten ein Ready-to-live- Konzept mit modernemDesign, Kontaktmöglichkeiten zu Gleichgesinn- ten und flexible Aufenthaltsdauer. Bei Stayery beispielsweise gibt es gar keine Mietverträge mehr: Der Interessent kann sein Apartment für die gewünschte Aufenthaltsdauer einfach online über unser Buchungsportal buchen. Durch Serviced Apartments leisten wir die Vorarbeit, die sonst nötig ist, um ein Zuhause zu schaffen. Zugleich bieten wir die Möglichkeit, © STAYERY INTERVIEW SZENETREND Serviced Apartments – oder nur alter Wein in neuen Schläuchen? Thomas Rücker entwickelt seit mehr als 20 Jahren Kommunikationslö- sungen für Immobilienunter- nehmen. Er ist Gründer und geschäftsführender Gesell- schafter des Beratungshauses Rueckerconsult und des Wis- sens- und Meinungsportals The Property Post. Zu den Kunden zählen Unternehmen aus dem Wohn- und Gewerbebereich, unter anderem Architekturbüros und Projektentwickler. www.rueckerconsult.de

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