CUBE - REAL ESTATE SPECIAL 2021

48 Dass es auf dem Bau an Holz fehlt, ist mittlerweile in aller Munde. Auch andere Baustoffe wie Dämmmaterial und Verkleidungen sind ein rares Gut, schwer zu beschaffen und hohe Prei- se sowie lange Lieferzeiten müssen in Kauf genommen werden. So stellt sich die Frage, ob und wie Bauträger diese Risiken bei Gestaltung der Bauträger- verträge für sich eingrenzen können. Die durch die Baustoffknappheit eintreten- den zeitlichen Verzögerungen können einigermaßen unproblematisch durch großzügige Fertigstellungsvereinbarun- gen im Rahmen des Bauträgervertrags berücksichtigt werden. Neubaumaßnahmen stehen überwiegend hohen Nachfragen gegenüber, sodass Kunden zumeist gewillt sind, von Beginn an viel Geduld bis zur Fertigstellung aufzubringen. Dagegen stellt die Bau- stoffpreisentwicklung den Bauträger vor ungleich höhere Herausforderungen. Bei Baumaßnahmen, an denen lediglich Unternehmer beteiligt sind, wird zunehmend die Begrifflichkeit „Risikoverteilung“ ins Spiel gebracht. Auch dort zeigen sich aber immense Schwierigkeiten, dies amMarkt durchzusetzen. Den Käufer einer Bauträgerimmobilie, also typischerweise einen Verbrau- cher, mit in das Kostenrisiko aufzunehmen, dürfte ebenso gewöhnungs- bedürftig wie rechtlich herausfordernd sein. Seit jeher ist fester Bestandteil von Bauträgerverträgen der vereinbarte Festpreis, sodass das Kostenrisiko ausschließlich auf Seiten des Bauträgers zu finden ist. Doch ausnahmslos ist dieses Prinzip nie gelebt worden. Nahezu in allen Bauträgerverträgen sind Anpassungsklauseln imHinblick auf eine mögliche Änderung der Umsatz- steuer enthalten. Dazu vergleichbar wird der Verbraucher möglicherweise Verständnis dafür aufbringen, dass der Bauträger ebenso wenig absehen und beeinflussen kann, wie sich die Baustoffpreise zukünftig entwickeln. Folglich ist eine Akzeptanz von Bauträgerverträgenmit Preisanpassungsklauseln im Hinblick auf Baustoffpreisentwicklungen durchaus möglich. AGB-rechtlich überraschend und auch imÜbrigen unwirksamwären sicherlich vertragliche Vereinbarungen, bei welchen ein Verbraucher in vollemUmfang das Risiko der Baustoffpreisentwicklung mittragen soll. Sofern jedoch ein enger Rahmen vertraglich vorgegeben wird, innerhalb welchem sich der zu zahlende Preis abhängig von der Marktentwicklung bei Baustoffen nach oben oder nach unten verändern kann, ist das Risiko für den Verbraucher überschaubar. Wenn dies dann zudem noch an nachvollziehbare und objektivierbare In- dikatoren anknüpft, ist es durchaus interessengerecht, dass ein begrenzter Teil des Baustoffpreisrisikos vom Bauträgerkunden mitgetragen wird. KEIN HOLZ FÜR DIE HÜTT’N Lösungsansätze für Bauträger von Christian Kukuk GASTBEITRAG Christian Kukuk Zur Person: Christian Kukuk, LL.M. ist Rechtsanwalt und Notar, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht bei Zuhorn & Partner Rechtsanwälte. © Zuhorn & Partner mbB Die Broschüre stellt einen Reiseführer der besonderen Art dar. Als Nah- und Fernziele werden inWort und Bild 48 Bauwerke vorgestellt – allesamt saniert oder neu errichtet aus Holz und natürlichen Baustoffen und mit nachhaltigen Energiekonzepten ausgestattet. Die in jüngster Vergangenheit umgesetz- ten Bauprojekte dokumentieren die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des nachwachsenden Baustoffes Holz und natürlicher Dämmmaterialien.Der Architekturführer regt an zu einer Reise von Objekt zu Objekt quer durch die Republik – von Hennstedt in Schleswig-Holstein über Schwerin und Gülzow inMecklenburg-Vorpommern nachMarburg undWitzenhausen in Hessen. Oder von Berlin nach Bautzen in Sachsen undWeimar inThüringen bis nach Remagen in Rheinland-Pfalz, nach Uttenreuth und Braunsbach in Baden-Württemberg oder nach Schechen in Bayern. Zu entdecken sind Fachwerkbauten oder Güterbahnhof, Einfamilienhaus undWohnanlage oder Dorfkirche, Herrenhaus und Jugendburg, Ferienhäuser oder Familienhotel, Kindergarten, Seniorenwohnhaus, Atelier, Gewerbehalle, Besucherzentrum etc. Die Broschüre ist in der Mediathek der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe bestell- oder downloadbar. Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (Hrsg.) Architekturführer – Nachhaltig Bauen in Stadt und Land 104 Seiten, Broschüre 4 Euro www.fnr.de BUCHTIPP ARCHITEKTURFÜHRER Nachhaltig Bauen in Stadt und Land

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