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Formgebende Wassergrenzen

Poolarchitektur als Kunst der Inszenierung

Einen Pool nur unter dem Gesichtspunkt einer Planschwanne zu betrachten, ist nach heutiger... mehr
Einen Pool nur unter dem Gesichtspunkt einer Planschwanne zu betrachten, ist nach heutiger Erkenntnis fast schon einfältig. Denn sie vermögen es, unter einem gestalterischen Freigeist, die Architektur im Aussen- und Innenbild zu ergänzen. Der Anspruch der Architekten ist selbstverständlich noch ein anderer – die Schaffung einer perfekten Symbiose von Haus, Pool und Umgebung, quasi als bauliche und wohnliche Einheit zu harmonisieren. Je nach ästhetischem und funktionalem Anspruch sowie finanzieller Möglichkeit ist die Wahl des Modells vor allem von den baulichen Gegebenheiten abhängig.

Ein fest gemauerter Pool ist immer noch die Königsklasse unter den Swimmingpools. Garantie und Lebensdauer sind vergleichsweise höher und die Gestaltungsfreiheit bezüglich Material, Form und Grösse flexibler. Dies zieht jedoch durch das Ausheben einer Grube einen höheren Aufwand nach sich. Moderne Stahlwandbecken sind eine preiswertere Alternative. Die vorgefertigten Wandelemente gewährleisten eine flexible Gestaltung hinsichtlich der Beckengrösse und bilden bei den meisten Modellen statisch selbsttragende Wände, die nicht mit Beton stabilisiert werden müssen. Ab einer bestimmten Beckengrösse ist es aber auch hier empfehlenswert, diese in den Boden einzulassen, um eine höhere Stabilität zu gewährleisten. In schwindelerregender Höhe über einer durchsichtigen Fläche schwimmen, das machen Glaspools möglich. Dies ist zugegeben sehr exzentrisch, aber auch im privaten Bereich sind den gestalterischen Wünschen fast keine Grenzen gesetzt. Bis zu 25 Zentimeter dickes Acryl- oder Verbundsicherheitsglas soll absolute Sicherheit bieten. Die Basis bildet in der Regel ein Becken aus Sichtbeton, Fliesen oder Edelstahl. Darin wird das Glas eingesetzt und mittels eines Silikonverschnitts oder Spezialklebers abgedichtet. Ein unbedingtes Muss ist die Messung zur Dehnung des Glases, um eine Überspannung zu vermeiden.

Doch gleich, für welches Material man sich entscheidet, der Trend zum Infinity Pool ist ungebrochen. Er ist eine besondere Interpretation von scheinbar kantenlosem Schwimm- oder Reflex-ionsbecken, bei dem das Ende so abgesenkt ist, dass man den Eindruck hat, das Wasser würde im Nichts verschwinden. Tatsächlich läuft es über die abgesenkte Kante eines Überlaufs in ein darunter liegendes verdecktes Becken und wird der Umwälzanlage wieder zugeführt. Dadurch bildet die Wasseroberfläche eine messerscharfe Linie für die angesprochene Symbiose aus Pool, Haus und Umgebung.