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Fassade mit textiler Wirkung

Studentisches Wohnen auf dem Campus Hönggerberg der ETH Zürich

Auf dem Campus Hönggerberg der ETH Zürich entstehen insgesamt 1'000 Wohneinheiten. Damit soll... mehr

Auf dem Campus Hönggerberg der ETH Zürich entstehen insgesamt 1'000 Wohneinheiten. Damit soll die Wohnungsknappheit für Studierende im Hochschulraum Zürich gelindert und die Attraktivität des Campus auf dem Hönggerberg erhöht werden. In einer ersten Etappe hat das Architekturbüro Architektick das Projekt „Studentisches Wohnen HWO“ mit insgesamt 497 Wohneinheiten in drei Neubauten realisiert.

Das Baufeld ist mit je einem Gebäude an den südlichen Ecken besetzt. Das dritte Gebäude festigt den nördlichen Rand. Im Zusammenspiel spannen sie das Baufeld auf und verankern das erste Puzzleteil im südwestlichen Masterplangebiet des Campus Hönggerberg der ETH Zürich. Frei geformte Fassaden führen ins Innere und schaffen einen hofartigen Freiraum. Die drei Gebäudevolumen greifen geschmeidig ineinander. Sie erzeugen eine Abfolge von vielfältigen Raumsequenzen und bilden einen abwechslungsreichen Freiraum, der eine hohe Aufenthaltsqualität besitzt. Die Wegführung ist ein zentrales Element und erlaubt es, sich innert kürzester Zeit einen Überblick zu verschaffen. Die leichte Hanglage wird mittels einer vorgelagerten Estrade thematisiert. Sie erzeugt Plattformen und Überdachungen mit unterschiedlichen Öffentlichkeitsgraden innerhalb des gemeinsamen Freiraumes.

Im Erdgeschoss sind Studienarbeitsplätze, ein Gemeinschaftsraum, eine Kinderkrippe sowie dem studentischen Wohnen dienende Ergänzungsräume angeordnet. Die Obergeschosse sind für Wohngemeinschaften von je sechs bis zehn Personen konzipiert. In den Minergie-P-Eco zertifizierten Neubauten sind insgesamt 63 Wohnungen, 485 Zimmer und zwölf Studios untergebracht.
Die Fassade ist geprägt von sich abwechselnden geschlossenen und offenen vertikalen Bändern, die über die gesamte Gebäudehöhe laufen. Die geschlossenen Fassadenteile setzen sich aus einem gedämmten Holzkasten und vorgehängten, hinterlüfteten Keramikelementen zusammen; die offenen bestehen aus geschosshohen Fenstern. Im Erdgeschoss ist in den Rundungen ein breiteres Fenster eingesetzt und unter der Estrade eine Verglasung in einer Pfosten-Riegel-Konstruktion, um eine grössere Transparenz bei den öffentlichen Räumen zu erreichen.

Die Keramikelemente sind vertikal reliefartig profiliert. Zwei unterschiedliche Reliefarten führen zu einem Karostoff-Effekt, in dem sich horizontale und vertikale Bänder miteinander verweben, wobei die Betonung der Vertikalen bleibt. Die Verwebung erzeugt eine unterschiedliche Fern- und Nahwirkung der Gebäude sowie – je nach Blickwinkel – einen changierenden Effekt. Das Spiel mit Licht und Schatten gibt der Fassade ein stetig wechselndes Erscheinungsbild und wirkt geschmeidig wie ein Textil. Die Farbgestaltung ist zurückhaltend, tendenziell monochrom und hell. Bei der Umgebungsgestaltung wird die Formensprache der Architektur aufgenommen und weitergeführt. Grüne Inseln strukturieren den Hof; sie bilden Buchten und Teilräume.

www.architektick.ch

Architekten: Architektick www.architektick.ch Fotos: Achim Birnbaum mehr

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Fotos:

Achim Birnbaum