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Ein Möglichkeitsraum

Das Jugendkulturhaus Dynamo präsentiert sich selbstbewusst

Die Aufgabe von Kaufmann Widrig Architekten war, nebst der Erfüllung der veränderten gesetzlichen... mehr
Die Aufgabe von Kaufmann Widrig Architekten war, nebst der Erfüllung der veränderten gesetzlichen Anforderungen und der Optimierung der Betriebsabläufe, das Erscheinungsbild des Jugendkulturhauses zu erneuern. Ziel war eine zeitgenössische Erscheinung, welche den Anspruch an ein offenes Gebäude erfüllt, die Nutzungen abbildet und der Ästhetik einer Jugendkultur gerecht wird. Die „Marke“ Dynamo soll sich selbstsicher und selbstverständlich im öffentlichen Raum präsentieren.

Formal war das Gebäude vor der Sanierung ein typischer Vertreter seiner Zeit und wurde mit wenigen Eingriffen verfremdet. Bestand und Eingriffe verschleifen zu einem zeitandrogynen Ganzen. Bauliche Massnahmen und visuelle Kommunikation werden gleichwertig genutzt, um einen einzigartigen, markanten Gebäudeauftritt zu kreieren.

V-förmige Stützen zur Erfüllung der Erdbebensicherheit werden in die bestehende Fassadengestaltung integriert. Die metallverkleideten Rhomben entziehen sich jeder architektonischen Konnotation und bilden ein starkes Zeichen. Der dunkle, anthrazitfarbige Anstrich lässt das Volumen kompakt erscheinen. Eine aus einzelnen, perlmuttfarbenen Dots bestehende Markierung des Hauptzugangs wurde mit der Gebäudebeschriftung kombiniert. Diese einladende Geste betont die Offenheit – gedanklich und inhaltlich – des Dynamo. Der öffentliche Charakter aber auch die Fernwirkung wurde dadurch markant gesteigert. Im Gebäudeinnern wird die Farbgebung mit einem kräftigen Grün für die Haupterschliessung, einem Rot für die Aufenthaltsorte und einem Grau für die Büros und Werkstätten ergänzt.

Das Betriebskonzept vom Dynamo fördert jugend- und subkulturelle Strömungen und stellt die dazu notwendigen Freiräume und Ressourcen zur Verfügung. Dynamo ist die erste Anlaufadresse für Jugendliche und junge Erwachsene ab 16 Jahren, die sich künstlerisch und gestalterisch betätigen wollen oder Zugang zu Kunst und Kultur suchen. Bauherrenvertreter, Nutzer und Architekt haben das Projekt in einem zirkulären Prozess weiterentwickelt. So entstanden die Leuchte im Eingangsfoyer in Zusammenarbeit mit der Dynamo-Metallwerkstatt, die Signaletik mit dem Dynamo-Grafikbüro und der Kunst- und Bauwettbewerb wurde vom Dynamo unter jungen Kreativschaffenden ausgeschrieben. Diese partizipativen Prozesse sind Teil der „Firmenkultur“ des Dynamo.

Während das Gebäude tagsüber bewusst an gewerbliche Bauten oder Werkstätten erinnert, wird es in der Nacht durch den präzisen Einsatz von Licht zum glamourösen Veranstaltungsort und verzeichnet jährlich über 200'000 Besuche.

www.kwarch.ch
Architekten: Kaufmann Widrig Architekten www.kwarch.ch Fotos: Georg Aerni mehr

Architekten:

Kaufmann Widrig Architekten
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Fotos:

Georg Aerni