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Weine genießen in der Wachau

Das Weingut F.X. Pichler in Oberloiben

Schmeckt nicht ein Glas Wein noch besser, wenn man etwas mehr über die Region weiß, in der er... mehr
Schmeckt nicht ein Glas Wein noch besser, wenn man etwas mehr über die Region weiß, in der er hergestellt wurde? Die Wachau in Niederösterreich gehört wegen seiner Kulturlandschaft zwischen Melk und Krems an der Donau seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe und zieht zu allen Zeiten die Touristen von nah und fern an. Diese wissen auch um die Einzigartigkeit der Weine aus der Wachau. Inmitten dieser Landschaft ist die Gemeinde Dürnstein mit rund 1.000 Einwohnern ansässig. Dazu gehört ebenso die Ortschaft Oberloiben, in der das Weingut F.X. Pichler liegt.

2009 konzipierte das Architekturbüro Thomas Tauber aus Krems für die Familie Pichler einen Neubau für Produktion, Verkauf und Verkostung. Das war vonnöten, da das Bestandsgebäude, ein herrschaftliches Winzerhaus, nicht mehr den heutigen Produktionsabläufen- und Bedingungen sowie der qualitätsfördernden Bewirtschaftung entsprach. Entstanden ist ein dunkelanthrazitfarbener kompakter Baukörper, der sich auf einer Seite annähernd geschlossen zeigt und sich zur anderen Seite in Form einer zweigeschossigen Glasfassade öffnet. Die Auswahl der Oberflächen und Materialität sollte ganz individuell sein.

Vor dem Bereich der Produktion und Lagerung zeigt sich das Gebäude geschlossen. Die 3 x 7 m großen, vorgehängten Betonelemente bekamen ihr unterschiedliches Erscheinungsbild durch aufwändiges Bürsten von Hand und Abstrahlen der Oberfläche. Zudem wurden grüne Einschlüsse mit ausgewählten Steinen, die der Bauherr eigens auswählte, ergänzt. „Je nach Jahreszeit glitzert die Fassade nun in unterschiedlichen Tönen, reflektiert das Weiß des Schnees im Winter oder im Sommer das Grün der umgebenden Natur. In den lichtneutralen Tagen wirkt die Farbe der Einschlüsse und lässt das Gebäude subtil in sanftem Grün schimmern“, schwärmt Familie Pichler von der Vielfalt der Fassade.

Für eine zusätzliche Dynamik sorgen die vorgesetzten geschwungenen Aluminiumelemente, die die Betonfassade mit der Glasfassade verbindet. Hinter den großzügigen Fensterflächen befindet sich der Verkaufs- und Verkostungsraum, von dem aus spektakuläre Ausblicke in die Landschaft und die Weinberge der Wachau garantiert werden. Durch diese Weite wird der Besucher in die Landschaft mit einbezogen, so dass die Grenzen zwischen Gebäude und Umgebung aufgehoben scheinen. Keinerlei große Ablenkung sollte die Ausstattung bieten. Zurückhaltend und doch selbstverständlich gibt sich die Natursteinwand, die die beiden Aufenthaltsgeschosse verbinden. Der Holzboden und das weiße Mobiliar fügen sich unauffällig ein.

Auffallend ist, dass sich das Gebäude von Nahem entschlossen, selbstsicher und mutig präsentiert. Es soll dem Besucher den Fortschritt, die zeitgemäßen Produktionen und das Besondere des Betriebes zeigen. Je weiter man sich dann entfernt, desto mehr wird der Neubau mit der Natur verbunden und wirkt durch seine Materialität unaufdringlich und dezent. Das entspricht ganz der Aussage der Familie Pichler: „Unsere Philosophie ist, aus dem hervorragenden Potenzial, das uns die Natur bietet, das Beste zu machen, eine Verantwortung gegenüber unserer Familie, aber auch gegenüber der Natur, der Geschichte und dem Wein, denn unser Kapital sind die Weingärten, die Reben und das erfahrene Wissen aus der Tradition in Verbindung mit Intuition und Weltoffenheit“.

www.fx-pichler.at
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Architekturbüro Thomas Tauber

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