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Verbunden in der Höhe

Wenn sich Bewohner im dritten Stock treffen, bleibt ebenerdig öffentlicher Raum

Mitten im lauten Großstadttrubel sind Parks oft die einzige Möglichkeit, ein wenig Ruhe und... mehr

Mitten im lauten Großstadttrubel sind Parks oft die einzige Möglichkeit, ein wenig Ruhe und Natur zu genießen. Doch wie so oft treffen auch hier verschiedene Bedürfnisse aufeinander – Erholungssuchende auf der einen, Wohnraumsuchende auf der anderen Seite. Wenn nun Grundstücke am Park für die Bebauung freigegeben werden, bedarf es eines Kompromisses, der beide Interessen berücksichtigt. Öffentliche Durchgänge etwa, die über ein Grundstück führen, um Straße und Park trotz Bebauung zu verbinden. Dies war auch die Ausgangslage, mit der sich Blaich+Delugan Architekten konfrontiert sahen, als sie ein generationenübergreifendes Gebäudeensemble im 22. Bezirk entwickelten. Die öffentliche Durchwegung war ein störendes Element, zumal unter den Bewohnern Gemeinschaft entstehen sollte. Keinen Kompromiss, sondern vielmehr eine klug überlegte Lösung stellt die Verbindung der vier Baukörper im dritten Obergeschoss dar.

Hier gehen Terrassen und verbindende Brücken ineinander über, umfließen die Gemeinschaftsräume, führen in sie hinein und bilden gemeinsam mit ihnen für die Bewohner einen geschützten Bereich, um sich treffen zu können, ohne das Haus tatsächlich verlassen zu müssen. Im dritten Obergeschoss liegen daher auch die Gemeinschaftseinrichtungen wie Waschküche, Kinderspiel- und Jugendräume. „Die Verbindung der Häuser im dritten Geschoss schafft ein hohes Identifikationspotenzial mit der Wohnanlage. Es entsteht auf diesen Flächen ein Gefühl der Gemeinschaft und Geborgenheit“, beschreibt Kaj Delugan. Insgesamt finden in der Wohnanlage 117 Wohneinheiten Platz, aufgeteilt auf vier Baukörper. Von denen hat jeder durch seine Lage und Ausstattung einen besonderen Schwerpunkt, ist auf junge Menschen, Familien oder Senioren ausgerichtet.

Die unverbaubare Lage am Park ermöglicht es, dass vor den Erdgeschosswohnungen geschützte Vorgärten entstanden sind. Die Durchlässigkeit, die die öffentlichen Wege mit sich bringen, greifen die Architekten auf, um die Freiflächen zu beleben. Mit zwei Büroflächen, im südlichen und nördlichen Bauteil gelegen, kehrt Alltag in die Erdgeschosszone ein. Ein Café am neu angelegten Vorplatz zur Arakawastraße lädt alle Vorbeikommenden ein, eine kleine Rast zwischen Stadt und Park einzulegen. Bewohner und Parkbesucher, innen und außen treffen hier aufeinander.

www.blaichdelugan.com


Fotos:

Lukas Schaller
www.lukasschaller.at

(Erschienen in CUBE Wien 04|19)