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Niemand allein zu Haus

Abseits von gewohnten Prinzipien des Geschosswohnungsbaus

„Wohnen für alle“ lautet die Devise im neuen Wohnungsbau an der Lorystraße 122 – die drei... mehr

„Wohnen für alle“ lautet die Devise im neuen Wohnungsbau an der Lorystraße 122 – die drei verschiedenen Bauteile sind ein Projekt der WBG (Wohnen und Bauen GmbH Wien), geplant in Kooperation der beiden Architektenteams *platzhalter architektur (Bauteil A) und coloniarchitects (Bauteil B+C) mit dem Generalplaner raum&kommunikation sowie der Freiraumarchitektur von idealice.

So übersichtlich und wiederkehrend das Raumprogramm mit 111 Wohnungen, einer Wohngemeinschaft, einem Supermarkt sowie zwei Gemeinschaftsräumen auf den ersten Blick erscheint, so reizvoll und vielschichtig ist auf den zweiten Blick der tatsächliche Inhalt: Die drei Bauteile variieren sowohl in ihrer äußerlichen Erscheinung als auch in ihrer Grundrissformation. Dahinter steckt die Idee, für jeden und für jede Lebenssituation die passende Umgebung zu schaffen. Für Familien ist der lange Riegel mit seinen unverwechselbaren farbigen Wohnungstüren vorgesehen. Die „Villa Kunterbunt“ zeichnet sich durch lange, durchgesteckte Grundrisse aus, denen zu einer Seite Balkone, zur anderen Seite eine überdachte Laubengangerschließung angefügt sind. Der angrenzende, kompakte Nachbarbau bietet Paaren und Singles ebenso kompakte wie „smarte“ Wohnungen mit mehreren Grundrisslösungen an. Das dritte, im Hof stehende Punkthaus ist dem „Wohnen im Alter“ gewidmet. Jede Wohnung ist über stufenlose Zugänge und Aufzüge erreichbar. Die Räume selbst sind hell und offen gestaltet und verfügen überwiegend über Balkone. Die beiden Gemeinschaftsräume samt Küche und der Innenhof sind allen Bewohnern zugängig und bieten mit Sitz- und Aufenthaltsbereichen die Möglichkeit für Kommunikation und Begegnung. Durch den Wohnhof haben die Freiraumplaner ein „Loryband“ – eine dreidimensionale Multifunktionsfaltung aus Holz mit einem Spiel- und Bouleplatz und angrenzender Blühwiese – ausgelegt, das sich zu einem grünen und sozial-aktiven Nachbarschaftsraum entwickeln soll.

Was das Material- und Farbkonzept betrifft, so war die Vision der Architekten, die Vielfältigkeit des Raumprogramms auch in der äußeren Erscheinung widerspiegeln zu lassen und somit den drei Baukörpern eine eigene Identität in einem kleinteiligen, urbanen Gesamtkonzept zu geben. Das Wechselspiel aus Aluminiumbändern und Putzflächen in Hellgrün und in Grau/Metallic verleiht dem Ensemble eine auffallende Wirkung. Die fußläufige Wegeführung auf mehreren Ebenen sowie durch die Baukörper sorgt für abwechslungsreiche Begegnungen und trägt somit auch ganz selbstverständlich zur Mischung von jungen Familien bis zu älteren und alleinstehenden Menschen bei.

www.platzhalter.net
www.coloniarchitects.com

Fotos: Hertha Hurnaus