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Neuinterpretation alter Bauweise

Wie auf einer Felskante sitzt ein Holzhaus auf seinem Betonsockel

Holzhäuser wurden in den Alpen traditionell auf ein Fundament aus Stein gestellt. So war das... mehr

Holzhäuser wurden in den Alpen traditionell auf ein Fundament aus Stein gestellt. So war das Holz vor Feuchtigkeit von unten geschützt und die Konstruktion damit beständiger. Was unsere Vorfahren schon wussten, wenden Architekten auch heute noch an. Nur die Ausführung darf moderner, weniger traditionell sein. Statt auf Stein sitzt die Holzkonstruktion dann auch mal auf Dichtbeton, wie bei diesem Haus in Wien. Die Neuinterpretation alter Berghütten und Heuschober haben sich die Architekten des Büros Josep dabei zur Aufgabe gemacht.

Für Bauherren und Architekten stand neben der Tradition vor allem Nachhaltigkeit im Vordergrund. Dies zeigt sich deutlich in der Wahl des Baustoffs Holz. Ganze 58 Sekunden dauert es, bis in heimischen Wäldern die Menge an Holz gewachsen ist, die für das Einfamilienhaus in Wien benötigt wurde, wie Architekt Sebastian Haumer betont. Sauerstoff entsteht dabei ganz nebenbei und gleich so viel, dass eine Person hundert Jahre atmen könnte – vorausgesetzt, sie atmet gleichmäßig und der Puls schnellt nicht häufig in die Höhe.

Dazu kann es bei den Bauherren schon kommen. Als Kletterprofis gehört körperliche Anstrengung ebenso zu ihrem Alltag, wie die Nähe zur Natur und den Bergen. Konstruktiv setzt sich das Haus damit auseinander. Wie auf einem Fels ragt es über seinen Sockel hinaus. Der graue Beton des Erdgeschosses trägt die Holzständerkon­struktion aus heimischem Fichtenholz. Mit weiß pigmentiertem Öl behandelt, passen die Wände und Decken zum hellen Eschenholz der Böden und Einbauten. Große Fensteröffnungen bringen viel Licht in den Innenraum, machen die Natur unmittelbar im Wohnraum erlebbar. Hier bricht der Neubau mit seinen historischen Vorbildern und entwickelt sie weiter.

Naturverbunden, ohne viele technische Spielereien stellt sich dieses Haus bis in die Details dar. Geheizt wird über eine Luftwärmepumpe, gelüftet allerdings ganz traditionell per Durchzug mittels geöffneter Fenster. „Wir haben bewusst auf eine Raumluftanlage verzichtet und setzen auf das gute alte Fenster-auf-Fenster-zu-Prinzip“, erklärt Haumer mit einem Augenzwinkern. Und damit die Sonne im Sommer vor allem das Dachgeschoss nicht allzu sehr aufheizt, ist wie bei alten Heuschobern eine lockere, durchlässige Lattung vor der Loggia angebracht. So verbinden sich Tradition mit Moderne sowie Nachhaltigkeit mit Wohnkomfort.

www.josep.co.at

(Erschienen in CUBE Wien 04|19)

Architekten: Josep www.josep.co.at Konstruktiver Holzbau: Kreiseder Holzbau... mehr

Architekten:

Josep
www.josep.co.at

Konstruktiver Holzbau:

Kreiseder Holzbau
www.kreiseder.co.at

Sanitär, Heizung (inkl. Wärmepumpe, Fußbodenheizung):

Eckl Sanitär & Heizungstechnik
www.eckl-installationen.at

Elektrotechnik:

S & P Elektrotechnik
Telefon: 02259 30097

Fenster, Eingangsportal:

Fensterbau Svoboda
www.fensterbau-svoboda.at

Zimmertüren, Sitzfenster:

B-Bros Brandlhofer
www.b-bros.at

Parkettleger:

D.D.M. Parkettböden
www.ddm-parkett.at

Fotos:

Bernhard Fiedler
www.bernhardfiedler.tumblr.com