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Klappe, die Zweite

Neue Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen Rosenhügel-Filmstudios

Klappe, die Zweite
Ansicht West
Klappe, die Zweite
Erdgeschoss
Klappe, die Zweite
Regelgeschoss
Klappe, die Zweite
Dachgeschoss
Lange Zeit hieß es hier „Film ab!“, seit 1923 die Rosenhügel-Filmstudios zwischen Liesing und... mehr

Lange Zeit hieß es hier „Film ab!“, seit 1923 die Rosenhügel-Filmstudios zwischen Liesing und Hietzing eröffnet hatten. Meist waren die Studios an Filmschaffende aus aller Welt vermietet worden, die hier international viel beachtete Filme gedreht haben. Auch Michael Haneke schuf hier sein vielfach ausgezeichnetes Drama „Die Klavierspielerin“, das auf dem gleichnamigen Roman der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek basiert. Doch irgendwann fiel die letzte Klappe, das Gelände wurde 2014 zum Stadtentwicklungsgebiet erklärt. Nur wenige Gebäude wurden unter Denkmalschutz gestellt und blieben erhalten. Das übrige Gelände wurde für den Wohnungsbau vorbereitet. So haben auch die Büros Berger + Parkkinen und Christoph Lechner gemeinsam auf einem Teil des Areals neuen Wohnraum geschaffen. Als Reminiszenz an die ehemalige Nutzung trägt jedes der Gebäude den Namen eines großen Filmstudios. Und wer weiß, vielleicht dient ja das neue Quartier irgendwann einmal als Drehort. Doch fürs Erste findet hier reales Leben von realen Menschen statt – wenngleich die Leichtigkeit der Architektur dies fast schon zu verschleiern sucht.

Weich umfließen die Balkone die Geschosse der fünf Punkthäuser, geben den 204 frei finanzierten Eigentumswohnungen Freiraum, bewahren den Abstand zum Nachbarn. Wie ein leichter Windhauch umspielen Grünflächen die wellenförmig eingefassten Häuser. Private Gärten der Erdgeschosswohnungen erstrecken sich bis in die öffentlichen Freiflächen, verschmelzen mit diesen und lassen das umgebende Grün dadurch umso üppiger wirken. Doch auch die höher gelegenen Wohneinheiten haben jeweils nutzbare Außenräume, oben eben in Form von Balkonen oder Terrassen. Den fließenden Rhythmus unterstreichen die unterschiedlichen Höhen der einzelnen Gebäude, die über der Erdgeschosszone zwei, drei oder vier Obergeschosse haben und manchmal zusätzlich von ein oder zwei zurückgesetzten Dachgeschossen gekrönt sind.

Die Individualität, die das Gebäudeensemble nach außen hin zeigt, setzt sich im Inneren fort. Die Grundrisse der zwischen 50 und 163 m² großen Wohneinheiten könnten unterschiedlicher nicht sein. Und wie das Äußere letztlich doch eine Einheit bildet, gibt es auch im Inneren gemeinschaftsbildende Elemente, jenseits der gemeinschaftlich genutzten Grünflächen im Freien und jenseits der von allen genutzten Erschließungswege der Stiegenhäuser. So haben alle Bewohner Zugang zu einem Wellnessbereich, einem Hundewaschplatz und können sich außerhalb der eigenen Wohnung zum Feiern in einem eigens dafür vorgehaltenen Raum treffen. Und wer weiß, vielleicht schwingt ja bei der einen oder anderen Gelegenheit auch ein wenig vom alten Glanz der Filmstudiozeiten mit.

www.berger-parkkinen.com
www.cehl.at

Fotos:

Daniel Hawelka
www.danielhawelka.at

(Erschienen in CUBE Wien 01|20)

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