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Gestapelte Dörfer

Spielen, lernen, tratschen auf großen Gemeinschaftsflächen

Man kennt sich, man trifft sich. Die Kinder spielen und lernen miteinander. Die Wege sind kurz,... mehr

Man kennt sich, man trifft sich. Die Kinder spielen und lernen miteinander. Die Wege sind kurz, die Geborgenheit groß. So etwa sieht das Ideal eines Dorfes aus – oder dessen, was viele am Dorfleben schätzen. Nicht jeder aber hat die Möglichkeit, dieses Ideal auf dem Land zu suchen. Und überhaupt, warum sollte es diese Gemeinschaft nur im dörflichen Umfeld geben? Das hatten sich auch die Architekten von wimmerundpartner gedacht, als sie im 22. Bezirk ein Wohnhaus entwickelten, mit dem sie die dörflichen Vorteile auf den Wohnungsbau in der Stadt übertrugen.

„Das gesamte Haus sollte als einladender Begegnungsraum dienen. Es gibt keine Gänge, die Erschließungszone wird zum Kommunikationsraum und Treffpunkt“, beschreibt Architekt Bernhard Weinberger. Wie bei einem kleinen Dorf gruppieren sich auf jedem Regelgeschoss 13 Wohneinheiten um gemeinsam genutzte Straßen, Gassen und Plätze. Sanitärbereich und Eingang der Wohnungen schieben sich teilweise in diesen öffentlichen Raum. So entstanden kompakte Grundrisse mit sehr geringen Trakttiefen für Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen mit Eigentumsvorbehalt, günstige Kleinwohnungen sowie Wohngemeinschaften für Studenten oder Senioren, bei denen bei Bedarf auch eine Betreuung möglich ist.

Der Flur zwischen den Wohneinheiten dient als Begegnungs- und Lernzone, wofür es extra entworfene Möbel gibt. Er dient aber auch als Spielfläche. Brettspiele wie Mensch ärgere Dich nicht und Schach, aber auch Twister sind durch bunte Fliesen auf dem Boden markiert. Minigolfbahnen ergänzen das Angebot, das sich den Bewohnern auf den allen zugänglichen 270 m² je Geschoss bietet. Viel Gemeinschaftsfläche, die auf einigen Etagen zusätzlich durch Hobbyräume erweitert wird.

Dem Bekenntnis zu einem lebendigen Mit­einander steht eine zurückhaltende Gestaltung gegenüber. So mag es zumindest auf den ersten Blick scheinen. Doch die Schlichtheit der Fassade dient ebendieser Gemeinschaft. Ohne aufwendige und damit auch kostenintensive Details wurde auf den Nutzen für die Bewohner geachtet. Französische Fenster mit einem 40 cm tiefen Austritt prägen die in schlichten Farben gehaltene Fassade dort, wo nicht ohnehin vor den bodentiefen Fenstern Balkone auskragen. Die bestehen schlicht aus Fertigteilen und verzinkten Stabgeländern, sind dafür aber wohlproportioniert und damit gut nutzbar. Fast wie ein Garten im Dorf.

www.wimmerundpartner.com

Fotos:

WUP, Satoshi

(Erschienen in CUBE Wien 03|19)

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