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Geschützte Transparenz

Sichtachsen unterstreichen die Verbindung von innen und außen

In einer gewachsenen Umgebung zu bauen, bedeutet immer auch, dem Vorhandenen etwas hinzuzufügen.... mehr

In einer gewachsenen Umgebung zu bauen, bedeutet immer auch, dem Vorhandenen etwas hinzuzufügen. Altes und Neues treten automatisch in eine Beziehung. Umso mehr, wenn das neue Gebäude an einer Ecke steht, damit einen Punkt markiert und gleich in mehrere Richtungen wirkt. Wie stark darf das Neue auffallen, sich von seiner Umgebung abheben? Oder soll es doch besser zurückhaltend, fast unsichtbar seinen Platz einnehmen? Moser und Hager Architekten haben einem gewachsenen, heterogenen Wohngebiet an genau so einem Eckpunkt ein neues Haus hinzugefügt, das den Innen- mit dem Außenraum verwebt, sich transparent gibt und doch Rückzugsräume für die Familie bietet.

Der Kontrast aus Offenheit und Rückzug zieht sich durch die gesamte Gestaltung und wird schon von außen sichtbar. Einem Siedlungshaus nachempfunden, legt sich das Obergeschoss mit seinem Satteldach schützend über das transparente Erdgeschoss, kragt im Süden aus und bildet einen geschützten Außenraum. Mit seiner Fassade aus lasierten Holzlatten signalisiert der obere Hausbereich Geborgenheit und deutet zudem auf die Funktion hinter der Fassade hin. Denn hier liegen die Schlafräume und das Bad. Doch das Spiel mit den Gegensätzen zeigt sich auch hier. Beispielsweise, wenn sich der Luftraum am Ende der gemeinsam genutzten Galeriefläche bis hinunter in den Wohn- und Essbereich öffnet, während sich der Blick durch die lockere Lattung vor der verglasten Giebelwand im Garten verliert. Sichtbar zeigen sich die konstruktiven Elemente des Holzriegelbaus, der auf einer Fundamentplatte aus Stahlbeton errichtet wurde. Selbst die Untersicht der Holztramdecke wurde unbehandelt belassen.

Der Bezug zum Garten wird bereits am Eingang hergestellt, wo sich eine Sichtachse einmal längs durch das Erdgeschoss öffnet. Der Blick folgt wie selbstverständlich den Trägern und Pfetten, die die Längsausrichtung markieren, und geht vorbei an einem von drei Seiten gefassten Innenhof. Dieser unterbricht die regelmäßige Struktur des Rechtecks, der eigentlichen Grundrissform. Einmal mehr verschwimmen die Grenzen von innen und außen mit diesem kleinen Innenhof, der die Anordnung der Räume strukturiert sowie im Erdgeschoss die Eingangszone und Erschließung des Obergeschosses vom Wohn- und Essbereich trennt. Dieser zentrale Ort vermittelt Weite, auch weil er sich über seine gesamte Breite zum Garten hin öffnet und einmal mehr innen und außen miteinander verwebt.

www.moserundhager.at

Fotos:

Weissenseer Holz-System-Bau/Andrea Payer Moser

(Erschienen in CUBE Wien 01|22)