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Geschichte weiterbauen

Drei neugestaltete Sitzungssäle in der Wiener Börse

„Eine reduzierte Hülle, welche die Kunst ins Zentrum rückt.“ So präsentieren sich die neuen... mehr

„Eine reduzierte Hülle, welche die Kunst ins Zentrum rückt.“ So präsentieren sich die neuen Räumlichkeiten des Verbandes österreichischer Banken und Bankiers in der Wiener Börse. Dahinter verbirgt sich die Idee des Architekturbüros
AllesWirdGut, das Interieur dreier Sitzungssäle aus den 1960er-Jahren und ein modernes Kunstwerk des österreichischen Malers und Grafikers Johannes Deutsch perfekt aufeinander abzustimmen und in eine zeitgenössische Sprache zu übersetzen.  

Doch zunächst ein Blick zurück: Einst wurde die Wiener Börse zwischen 1847 und 1877 im Stil der Neorenaissance errichtet. Nach einem Brand in den 1960er-Jahren wurde der Bau zügig wieder aufgebaut, wobei die Sitzungssäle ganz dem Geist der Zeit gemäß neu gestaltet wurden. Mit zeitlosen Materialien und dezenten Kontrasten strahlten sie eine schlichte Eleganz aus: Tief abgehängte Decken und eine umlaufende Holzvertäfelung trugen ebenso zur unverkennbaren klassischen Atmosphäre bei, wie die Lampen der Designerin Motoko Ishii und der aus Teakholz gefertigte und mit schwarzem Leder bezogene Stuhl JH-713 von Hans J. Wegner.  
Bei der nun jüngsten Neugestaltung der in die Jahre gekommenen Sitzungssäle ging es dem Bauherrn weniger darum, Repräsentationsräume zu schaffen; vielmehr sah man in der Neugestaltung der vorwiegend für interne Zwecke genutzten Säle eine Wertanlage und stellte höchste Ansprüche an das Design: Es sollte jung, zeitgemäß, aber auch gleichzeitig zeitlos sein und nicht zuletzt auch den heutigen technischen sowie funktionalen Anforderungen entsprechen. „Bei unserer Herangehensweise ging es uns nie um Geschmack, sondern darum, eine Geschichte zu erzählen und eine Atmosphäre zu erzeugen. Unser Ziel war es, eine zeitgemäße Übersetzung der 1960er-Jahre zu finden, ohne dabei in die Retro-Schiene zu rutschen“, erläutert Andreas Schmid, Interieur-Experte bei AllesWirdGut. In einem ersten Schritt wurden zunächst die abgehängten Decken entfernt und die Räume nach oben geöffnet. Ferner wurden die holzvertäfelten Wände in erdigen Farbtönen wieder aufgewertet und die vorhandenen Lampen und Stühle aufgearbeitet. In Kombination mit dem neuen ganzheitlichen Konzept aus Farbe, Design und Funktionalität sowie der modernen Ergänzung durch ein modulares Tischsystem und einer Sitzbank mit Sideboard in weißer, moderner Ausführung ist eine offene und kommunikative Besprechungswelt entstanden – eine Hommage an die 1960er-Jahre.  

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