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Für jede Vorliebe das Passende

Eine städtebauliche Alternative für herkömmliche Wohnquartiere

Wenn wir uns neun Einfamilienhäuser auf einem Grundstück vorstellen sollen, begeben wir uns... mehr

Wenn wir uns neun Einfamilienhäuser auf einem Grundstück vorstellen sollen, begeben wir uns meistens in gewohnte Denkweise: Wir reihen die Häuser nebeneinander auf und ergänzen auf der einen Seite ein schmales Stück Garten, auf der anderen Seite einen noch schmaleren Vorgarten inklusive Stellplatz oder Carport. Wohnen würden wir lieber offener und persönlicher, aber Wirtschaftlichkeit steht häufig vor Lebensqualität. Umso erfreulicher ist es, städtebauliche Lösungen zu sehen, die nicht von der Stange kommen und deutlich zu einem besseren Lebensgefühl beitragen.

Südlich von Wien, in Kottingbrunn, ist im vergangenen Jahr im Auftrag der Gebös (Gemeinnützige Baugenossenschaft Österr. Siedler und Mieter) ein ebensolches Wohnquartier entstanden. Das städtebauliche Konzept und die Idee stammen vom Wiener Büro synn architekten. Statt der herkömmlichen Aneinanderreihung haben die Architekten jeweils zwei Wohnhäuser zusammengefasst, zueinander versetzt und um einen Hof gruppiert. „Die Idee war, die jeweiligen Höfe der Häusergruppen so miteinander zu verbinden, dass ein dörflicher Charakter über die gesamte Länge des Grundstücks entsteht. Die Bewohner können entweder vor ihrem Haus auf dem ‚Vordach-Sitzbank-Element‘ verweilen, sich mit Nachbarn austauschen oder den Kindern beim Spielen zusehen“, so der Architekt Michael Neumann. „Ebenso haben wir aber auch einen separaten Kinderspielplatz berücksichtigt, der an den ‚Dorfplatz‘ angrenzt und tatsächlich nur zum Spielen vorgesehen ist“, ergänzt Bettina Krauk, gleichermaßen auch Architektin und Geschäftsführerin. Damit der halböffentliche Bereich als verkehrsarmer „Dorfplatz“ und lediglich als Zufahrt zu den Häusern genutzt werden kann, gibt es am Anfang des Grundstücks an der Straße einen Parkplatz, auf dem alle Bewohner ihren privaten Stellplatz zugewiesen bekommen haben.

Vorteil der versetzten Häuseranordnung ist ferner, dass jedes Haus seine ganz eigene Position auf dem Grundstück erhält und somit die Sonne von drei Seiten in die Räume scheint, die Gärten verschiedene Größen und Ausrichtungen haben und deutlich mehr Privatleben sichergestellt werden kann: Die Grundrisse wurden um 90 Grad gedreht mit der Intention, die Abstände zwischen den gerade im Erdgeschoss belebten, familiären Wohn- und Lebensräumen zu vergrößern. Was die Gestaltung der Häuser betrifft, so sollte die Eigenständigkeit der Häuser durch leicht abgesetzte Fassadenfarben betont werden; jeweils ein Fenster im Obergeschoss wurde durch eine „Putzfasche“ optisch vergrößert. Individualität, Geräumigkeit und Privatsphäre – damit wird auf lange Sicht ein lebenswertes Wohnquartier garantiert.

www.synn.at

Architekten: synn architekten www.synn.at Fotos: Hertha Hurnaus www.hurnaus.com mehr

Architekten:

synn architekten
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Fotos:

Hertha Hurnaus
www.hurnaus.com