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Fließend umfasst

Nah erholen, arbeiten, wohnen mit Blick auf Donau und Prater

Wohnen oder arbeiten, einkaufen oder erholen? Eine Stadt führt scheinbar Widersprüchliches... mehr

Wohnen oder arbeiten, einkaufen oder erholen? Eine Stadt führt scheinbar Widersprüchliches zusammen. Mal intensiver, mal weiter voneinander getrennt. Als neues Stadtquartier geplant, sollte sich das Messecarree Wien in das vorhandene Gefüge des Bezirks einpassen. Wohnungen, Geschäfte, Parks, Büros sollten sich wie selbstverständlich einfinden, dort, wo in unmittelbarer Nachbarschaft die Hallen der Messe Wien stehen, die Trabrennbahn Krieau sich ausdehnt und an der Wirtschaftsuniversität studiert wird. Dort, wo mit Prater und Donau die Erholung nahe liegt. Verdichtung bedeutet hier, unterschiedliche Nutzungen in einem Gebäudekomplex zu vereinen. Für die MC Eins Investment, einer Kooperation von Prisma Unternehmensgruppe und Wiener Städtische Versicherung, hat das Architekturbüro Tillner & Willinger genau das mit der Fusion von Wohnen, Arbeiten und Einkaufen realisiert. Entstanden ist ein Quartier im Quartier, das sich in den Stadtraum hinein öffnet und die Merkmale der Stadt unterstreicht.

Weit öffnet das Gebäude seine Arme, nimmt alle auf, die über die Freitreppe emporgestiegen sind, vielleicht auf einer der einladenden Sitzstufen verweilt haben. Das Grün fließt in einen Innenhof, um den sich die dynamisch geschwungenen Baukörper schließen. Was wie eine beschützende Geste wirkt, engt auch ganz am Ende nicht ein, wo die beiden Gebäudearme aufeinandertreffen und sich zu einer Einheit verbinden. Denn der Zugang zum Stadtraum bleibt auch hier erhalten, taucht hier unter dem Gebäude förmlich hindurch. Stützen tragen die beinahe schwebend wirkenden Geschosse und geben den Blick in den öffentlichen Raum frei, der über Treppe und Aufzug auch hier erreichbar ist.

Die öffentliche Durchwegung führt über das Dach der Erdgeschosszone, in der Geschäfte des täglichen Bedarfs und weitere Gewerbeflächen eine Verbindung zwischen neuem und bestehendem Quartier bilden. Wie eine Pufferzone fügen sich darauf die Flächen zweier Büroebenen ein, als würden sie die darüberliegenden Wohngeschosse vor dem turbulenten Großstadtleben schützen wollen. So scheinen die 162 Mietwohnungen über dem Alltag der Stadt zu schweben. Von den Zwei- bis Vierzimmerwohnungen öffnet sich der Blick weit über den nahen Prater auf der einen und die Donau auf der anderen Seite.

Mit Balkonen, Terrassen und Loggien großzügig ausgestattet, umrahmen private Freiflächen den Wohnraum. Horizontale Bänder aus Brüstungen und Sonnenschutz bilden mit vertikalen Glasflächen ein Netz, das sich über die Fassade legt. Zusätzlich erhalten die vier Erschließungskerne durch ihre Gestaltung Aufenthaltsqualität. So sind die zwei nach Norden und Osten liegenden als Atrien ausgebildet, die als Vorzone zu den Wohnungen fungieren. An der Südseite führen Stiegenhäuser zu Laubengängen. Der Außenraum schafft dadurch auch vertikal eine Abstandsfläche zur Stadt und holt sie über Blickbezüge doch ganz nah heran. Der Wechsel zwischen Grünraum und Stadt, zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen pulsierendem Leben und Rückzugsraum wird hier einfach gemacht.

www.tw-arch.at  


Fotos:

Rupert Steiner
www.rupertsteiner.com

(Erschienen in CUBE Wien 03|20)

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