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Eine grüne Oase zum Träumen

Um einen Innenhof gruppieren sich in diesem Hotel mehr als nur die Zimmer

Das Schöne am Reisen ist, andere Gesellschaften, Lebensweisen und Baustile kennenzulernen.... mehr

Das Schöne am Reisen ist, andere Gesellschaften, Lebensweisen und Baustile kennenzulernen. Längst ist dies in den Metropolen der Welt gar nicht mehr so einfach. Zu gleich sieht vieles aus  und zu beliebig. Bei dem neuen Boutiquehotel in Margareten versuchen TM-Architektur, BWM Architekten und Büro KLK dem gemeinsam entgegenzuwirken und die Eigenheiten des Viertels in die Gestaltung einzubeziehen. Dennoch wird deutlich, dass hier etwas Neues hinzugefügt wurde. Die Metallfassade sticht hervor und macht neugierig auf das Dahinter. Und das wiederum überrascht. Denn innen entfaltet sich ein verwunschen anmutender Innenhof, der wie eine Oase der Ruhe, inmitten des lebendigen Viertels nah am Naschmarkt, wirkt.

Ganz in verheißungsvolles Rot getaucht führt der Eingang, einem Tunnel gleich, in das Herzstück des Hotels, den begrünten Innenhof. Seine 185 m² große Grundfläche liegt im Untergeschoss. Im Sommer dehnt das Restaurant seinen Betrieb bis hierhin aus, öffnet sich die Wintergartenverglasung der Lobby und wuchert das Grün der Schlingpflanzen von den Balkonen, die Pawlatschen gleichen. Damit nimmt die Architektur die ursprünglich als Erschließung und Gemeinschaftsfläche gedachten Laubengänge auf und passt sie den Anforderungen eines Hotels an. Pflanzen bieten Sichtschutz auf die privaten Außenräume, über die ein Großteil der 158 Zimmer des Hotels verfügt. Den starken Wienbezug, den die Architektur bereits herstellt, verstärken die Details der Innenraumgestaltung. Das Flair der Donaumetropole wird durch die bewusste Auswahl von Materialien hervorgerufen. So ist in der Bibliothek Fischgrätparkett verlegt und an anderen Stellen findet sich das typische Wiener Fliesenparkett mit seinen Umrandungen. Und immer wieder taucht das Wiener Geflecht auf, klassisch bei Sitzmöbeln, aber auch als Lampenschirm oder in stilisierter Form als Teppichmuster.

Gestalterisch gehen die Zimmer mit drei verschiedenen Designs auf die unmittelbare Umgebung des Hotels ein. Orientalische Muster verweisen auf das hier auf so vielfältige Weise sichtbare multikulturelle Leben, das in Wechselwirkung mit dem nahen Naschmarkt steht. Die längst vergangene Zeit als Industriestandort ruft Stahl und Sichtbeton in Erinnerung, die industrielles Flair in einigen Zimmern verbreiten. Auf die zahlreichen Innenhöfe des Bezirks, und nicht zuletzt den eigenen Innenhof unmittelbar vor der Zimmertür, nehmen florale Tapeten und Vorhänge Bezug. Die Gestaltung lädt hier zum Verweilen ein, macht aber zugleich neugierig auf das, was vor der Zimmertür liegt. Einen ersten Kontakt mit Einheimischen können Gäste in Restaurant oder Bar wagen, die beide nicht nur Hotelgästen offen stehen. Es kann ein Austausch zwischen Reisenden und Bleibenden entstehen – eine Bereicherung für alle.

www.bwm.at

Fotos:

Mato Johannik

(Erschienen in CUBE Wien 01|23)