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Den Stephansdom im Blick

Drei Dachgeschosswohnungen mit Josephinischem Barockgebälk

Rund zweihundert Jahre nach seiner Errichtung bietet ein alter Dachstuhl heute modernen... mehr

Rund zweihundert Jahre nach seiner Errichtung bietet ein alter Dachstuhl heute modernen Wohnkomfort im ersten Bezirk, in unmittelbarer Nähe des Stephansdoms. Die historische Dachbalkenkonstruktion beeindruckt. Damit ist das Konzept des Bauherrn und des beauftragten Büros kenh Architekten aufgegangen. Sie hatten sich dafür entschieden, beim Ausbau des Dachstuhls die komplexe Holztragstruktur sichtbar zu lassen. Zum einen war das dem Denkmalschutz geschuldet, denn das Wohn- und Geschäftshaus wurde im Josephinischen Barock errichtet. Zum anderen zeigt die alte Tragwerkstruktur beeindruckende handwerkliche Leistung, die nicht versteckt werden sollte.

In die skulptural wirkende Konstruktion des Tragwerks sind drei Wohnungen eingepasst, die sich jeweils über zwei Geschosse erstrecken. Sichtbezüge sind geschickt inszeniert. Teilweise sind Durchblicke bis in den First der bis zu sieben Meter hohen Räume möglich. An anderer Stelle überraschen sichtbar belassene Abbundzeichen der Handwerker, die den Dachstuhl im ausgehenden achtzehnten Jahrhundert errichtet haben. Die neuen Elemente grenzen sich schlicht in verschiedenen Weißtönen ab. Unauffällige Treppen und neu eingezogene Wände, selbst die Glastüren zu den Bädern durchbrechen diese Zurückhaltung nicht. In den Bädern verweist Marmor auf die prominente Lage und luxuriöse Ausstattung der Wohnungen. Auch hier setzt das Gebälk seinen Akzent.

Die Kombination aus alt und neu setzt sich bis in die Technik fort. So ist zwar das historische Tragwerk sichtbar, ja dominant in den Räumen. Die Traglast übernimmt heute aber eine moderne Stahlkonstruktion, die die zeitgemäßen Anforderungen an Erdbebensicherheit und Bauphysik erfüllt. Sie wurde wie eine Hülle über das alte Dach gelegt und verbirgt nicht nur die statische Verstärkung, sondern auch die neue Dämmung. Moderne Technik unterstreicht auch bei der Beleuchtung den Kontrast zwischen alt und neu. Lichtschienen zwischen Dachhaut und Dachstuhl setzen das alte Gebälk in Szene. Das Lichtkonzept für diese Inszenierung hat die Agentur Sha entwickelt. Es sieht verschiedene Lichtstimmungen vor, die sich per App steuern lassen. Helligkeit bekommen die Wohnungen aber auch aufgrund geschickt gesetzter Fenster. Die erlauben immer wieder Ausblicke auf Wien und immer wieder auf den Stephansdom.

www.kenh.at


Fotos:

Lukas Schaller
www.lukasschaller.at

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