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Baden war einmal

Heute wird im ehemaligen Tröpferlbad in der Ratschkygasse gewohnt

Wer das „Städtische Volksbad“ einst besucht hat, der wird sich beim heutigen Anblick des... mehr

Wer das „Städtische Volksbad“ einst besucht hat, der wird sich beim heutigen Anblick des restaurierten und modernisierten Gebäudes an das ein oder andere Badeerlebnis erinnert fühlen, war es doch für viele Jahrzehnte ein beliebter Ort, an dem regelmäßige Körperpflege und eine Badekultur betrieben wurde: Im Jahr 1923 wurde das Tröpferlbad nach Plänen des Stadtbaumeisters Josef Bittner erbaut; 1993 unter Denkmalschutz gestellt und bis zur Schließung 2006 als Schwimmbad genutzt. Nachdem das Gebäude für mehrere Jahre leer stand wurde es 2012 von der MEG Ratschkygasse 26 erworben mit dem Ziel, das ehemalige Volksbad in ein Wohnhaus zu verwandeln. Eine ebenso große wie spannende Aufgabe für das beauftragte Wiener Architekturbüro proportion.at.  

Ungeeignete Räumlichkeiten, zu kleine Fenster, keine barrierefreie Erschließung und und und: „In vielen Punkten wehrte sich das als Tröpferlbad konzipierte Gebäude gegen eine Umnutzung als Wohnhaus“, erinnert sich Architekt Wolfgang Mayr. Hinzu kamen noch Auflagen der Denkmalbehörde, die Kubatur, die Straßenansicht und das Stiegenhaus zu erhalten. Mit einer gehörigen Portion Weitsicht, Durchhaltevermögen und einem Gespür für alte Bausubstanz machte sich das Architektenteam an die Arbeit und vereinte heutige Wohnanforderungen mit dem baulichen Bestand und den gesetzlichen Vorgaben. Einige seien hier genannt: Sämtliche innen- und außenliegende Fassaden- und Wandflächen, Böden, Details wurden gutachterlich ermittelt, entsprechende Sanierungskonzepte ausgearbeitet und, wenn möglich, im originären Zustand wiederhergestellt. So wurde auch der ehemalige Haupteingang als „Neben-Zugang“ ins Haus belassen; baurechtlich musste jedoch seitlich ein neuer Haupteingang samt Lift geschaffen werden, der einen barrierefreien Zugang in alle neuen Nutzungseinheiten ermöglicht. Auch die bestehende Dachkonstruktion aus Holz konnte aus statischen und brandschutztechnischen Gründen nicht erhalten bleiben. „Die Dachform haben wir daher mit einer dreigeschossigen Stahlkonstruktion nachgebaut“, erläutert Architekt Thomas Köstler. Insgesamt befinden sich hinter dem alten Gemäuer heute 21 Wohnungen zwischen 36 und 109 m². Zehn Wohnungen verfügen über Loggien, Terrassen, Balkone oder Gärten. Und das dürfte die Bewohner auch noch freuen: Nach der thermischen Sanierung konnte der Heizwärmebedarf um ein Drittel gesenkt werden. Für den gelungenen Umbau wurde das proportion Architektenteam mit dem 1. Preis beim Wiener Stadterneuerungspreis 2017 für das beste Sanierungsobjekt ausgezeichnet.

www.proportion.at

Architekten: proportion.at   thomas köstler + wolfgang mayr www.proportion.at... mehr

Architekten:

proportion.at  
thomas köstler + wolfgang mayr
www.proportion.at

HKLS:

Böhn Stadtbaumeister & Gebäudetechnik
www.boehmgmbh.at

Tragwerksplaner:

Dr. Pech Ziviltechniker
www.zt-pech.at

Elektro:

Elektro Palmeshofer
www.elektro-palmeshofer.at

Fotos:

proportion.at